Havelberg/Glöwen l Um 5.30 Uhr war am Donnerstag die Nacht für zehn Kameraden der Havelberger Feuerwehr beendet. Die Leitstelle alarmierte sie wegen eines Hausbrandes im brandenburgischen Storbeckshof – einem kleinen Dorf hinter Glöwen unweit von Groß Leppin in der Gemeinde Plattenburg. Da stand schon fest, dass sich in dem Einfamilienhaus zwei leblose Personen befinden. Die ersten Feuerwehren waren um 5 Uhr alarmiert worden.

Weil der Dachstuhl in Flammen stand, wurde die Drehleiter aus Havelberg angefordert. „Wir haben uns aber entschieden, auch das HLF mit Atemschutzgeräteträgern mitzunehmen, und das war auch gut so“, berichtet Stefan Keller. Drei Kameraden fuhren mit der Drehleiter zum Einsatzort, sieben mit dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Einsatzleiter aus Havelberg war Marvin Schmidt. Gemeinsam mit fünf Feuerwehren aus dem Brandenburgischen unter Federführung der Glöwener Wehr wurde die Brandbekämpfung vorgenommen. Dabei war von Vorteil, dass die Havelberger mit dem HLF auch einen 2000 Liter Wassertank mit an Bord hatten. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil der Dachstuhl und weitere Gebäudeteile herabstürzten.

Wie der „Prignitzer“ berichtet, war das Rentnerehepaar (beide 83 Jahre alt) bereits tot, als die ersten Kameraden eintrafen. „Um fünf Uhr erfolgte die Alarmierung durch einen Nachbarn“, sagte Gemeindebrandmeister Denny Grübnau. „Als wir vor Ort eintrafen stand das Haus im Vollbrand, das heißt, im unteren Bereich wie im Dachstuhl brannte es bereits“, so Jens Freye, Einsatzleiter und stellvertretender Wehrführer in Glöwen. „Wir machten uns sofort daran, nach den beiden Bewohnern des Hauses zu suchen. Allerdings konnten diese nur noch tot im Gebäude entdeckt werden.“ Der Notarzt vor Ort bestätigte den Tod. „Wir haben absichtlich nur vier erfahrene Kameraden mit Atemschutz in das Gebäude geschickt und haben auch in der weiteren Folge den Fundort außen vor gelassen und versucht, bei den Löscharbeiten nicht noch mehr Spuren zu zerstören“, so Freye. Zur Brandbekämpfung waren 49 Kameraden aus sechs Wehren vor Ort.

Kanister gefunden

Bei aller Tragik gibt es auch etwas Positives: Der Hund des Ehepaares, ein Dackel, konnte lebend aus dem brennenden Haus gerettet werden, berichtet Jens Freye.

Am Vormittag übernahm die Kriminaltechnik der Mordkommission der Polizeidirektion Nord den Brandort. Noch ist die Brandursache unklar. Die Polizeidirektion und die Staatsanwaltschaft Neuruppin informierten in einer gemeinsamen Pressemitteilung, dass im Außenbereich des Hauses ein entleerter Kanister als vermutlicher Brandbeschleuniger aufgefunden wurde. Dieser wurde als Beweismittel sichergestellt. Es wird in alle Richtungen ermittelt, auch ein Suizid kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Geklärt werden muss außerdem, ob es sich bei den beiden Toten tatsächlich um die beiden Bewohner handelt.

Nachdem die Havelberger Kameraden ihren Einsatz beendet hatten, ging es noch zur Feuerwehrtechnischen Zentrale über die Elbe nach Arneburg, wo Atemschutztechnik und Schläuche getauscht wurden. „Somit sind wir wieder voll einsatzfähig“, sagt Stefan Keller.