Sandau l Etwa einen Kilometer lang war jener Weg, welchen der Gleitschalfertiger der Osterburger Firma Ostbau zuerst in Angriff genommen hatte. Er führte aus Richtung Norden zum Polderdeich, in welchem sich bei einer Flutung der Havelpolder das Wasser ansammeln soll. Im Juni 2013 kam das Wasser jedoch ungeplant aus einer anderen Richtung geflossen, nämlich aus Fischbeck über Klietz und Kamern in den alten Elbläufen. Das Wasser stand auch im Polder, dessen Deich an der tiefsten Stelle geöffnet wurde, damit es weiter in Richtung Jederitz und damit zur Havel abfließen kann.

Auch am Schwarzen Weg, der von Sandau in Richtung Appelhorst nach Neukamern führt, stand alles unter Wasser. Die Wege hier, beginnend ab dem Beckersberg, werden nun im Zuge der Flutschadensbeseitigung mit Betonspurbahnen befestigt. Insgesamt werden etwas über 2,1 Kilometer Wege flutsaniert, war im Sandauer Bauamt zu erfahren. Dazu mussten vorab 1700 Quadratmeter Betondecke sowie 780 Quadratmeter Fahrbahnplatten aufgenommen und entsorgt werden. Befestigt wurde dabei auch ein Weg, der vom Beckersberg zum Wulkauer Weg führt, etwa 500 Meter allerdings auch nur mit einer feinen Granulatschicht.

Auch vier Durchlässe werden saniert

Saniert werden in dem Zuge auch vier unterschiedlich große und lange Durchlässe einschließlich ihrer Böschungsköpfe. Die Gesamtkosten – also inklusive des Wegebaus – in Höhe von etwa 950.000 Euro werden komplett aus dem Flutschadensfonds des Staates bezahlt.

Der Gleitschalfertiger schafft am Tage 500 bis 700 Meter, war auf der Baustelle zu erfahren. Drei Lkw lieferten den Beton, der gleich in der Nähe, – nämlich im Sandauer Gewerbegebiet – angemischt wurde. Und zwar in einer gleichmäßig guten Qualität, wurde auf der Baustelle gelobt. Das ist bei anderen Firmen leider nicht immer so. Acht Kubikmeter Beton transportiert der Lkw auf einen Schlag.

Bei 31 Grad Celsius ist Ritze

Der Beton kann im Hochsommer allerdings nicht unbegrenzt verarbeitet werden: Bei 31 Grad Celsius wäre das Ende der Fahnenstange erreicht. Denn dann bindet das graue Gemisch zu schnell ab und es würden sich Risse bilden.

Die Arbeiten, welche im April begannen, sollen laut Plan bis Ende September abgeschlossen werden. Im Vorfeld wurden sie mit den Landwirten und den Anliegern abgestimmt. Gebaut wird schon nach der neuen Richtlinie, wonach die Fahrbahn insgesamt zehn Zentimeter breiter wird. So ist jede Betonspur nunmehr 1,05 Meter statt bisher einen Meter breit. Dazwischen ist 90 Zentimeter Platz.

In der Nacht herrscht ebenfalls noch Betrieb auf der Baustelle, dann kommt ein Arbeiter und schneidet Scheinfugen in die Spurbahnen. Das erfolgt in gewissen Abständen, somit wird die Spannung im Beton verhindert – so können später keine Risse entstehen. Das muss etwa sechs Stunden nach dem Betonieren erfolgen.

Abbindezeit beträgt einen Monat

Insgesamt benötigt der Beton 28 Tage zum kompletten Aushärten. Bereits nach einer Woche werden der Mittelstreifen und die Seitenbereiche angedeckt sowie die Ausweichtaschen angefertigt. Weil letzteres in Handarbeit erfolgt, sagen die Bauarbeiter dazu auch „Handfelder“. In Handarbeit muss übrigens auch die Maschine zum Feierabend oder vor dem Umsetzen gründlichst abgekärchert werden. Denn wenn der Beton erst einmal hart geworden ist, ist es noch mühseliger. Dazu besitzt der Fertiger große Wassertanks.

Als Ausgleich für den Naturschutz wegen der Flächenversiegelung werden Punkte für ein Ökokonto gekauft. Davon soll bei Havelberg ein Schutzacker angelegt werden, auf dem Wildpflanzen gedeihen.