Teilnehmer der ersten großen Betriebsfeier nach dem Ende der DDR wünschten sich eine Fortsetzung / Wiedersehensfreude war groß

Frauentagsfete: Im nächsten Jahr geht es weiter

Von Dieter Haase

Die Organisatoren der ersten Betriebs-Frauentagsfeier des VEB Polstermöbel Havelberg nach der Wende sind für ihren Mut und Fleiß belohnt worden. Denn über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 23. März zu der Party ins Sandauer Schützenhaus.

Havelberg/Sandau l Margreth "Maggi" Scheel strahlt vor Glück. "Wohl fast jeder im Saal ist schon auf mich zugekommen, um mir zu sagen, dass es die beste Idee seit über 20 Jahren war, zu so einer Wiedersehensveranstaltung ehemaliger und aktueller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PGH Raumgestaltung, des VEB Polstermöbel und der Firma Hapo einzuladen. Die Wiedersehensfreude ist riesengroß." Das und die große Resonanz, die die Veranstaltung gefunden habe, sei "der schönste Lohn für uns Organisatoren", sagt sie.

Mitglieder der Jugendbrigade des ehemaligen VEB Polstermöbel - diese bestand in den 70er und 80er Jahren - hatten den Gedanken geboren und mit großem Engagement in die Tat umgesetzt. "In nur wenigen Wochen ist es uns gelungen, an die 150 ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebes ausfindig zu machen beziehungsweise ihre aktuellen Adressen zu recherchieren", ist von Hans-Joachim Frey, dem früheren Jugendbrigadier, zu erfahren. Weil der Termin in diesem Jahr allerdings etwas kurzfristig zustande kam, gab es auch eine Reihe von Absagen. "Trotzdem war es am Ende ein Riesenerfolg", konstatiert er.

15 Jahre lang hat Christiane Krater - heute wohnt sie in Nitzow - im VEB Polstermöbel gearbeitet. "1973 habe ich im Betrieb zusammen mit vier anderen jungen Frauen angefangen und bei Karl Harmuth den Beruf des Polstertechnikers erlernt. Er war ein sehr guter Lehrausbilder", erinnert sie sich. Mit drei der damaligen Mädchen, mit denen sie zusammen zur Lehre ging, gab es am vergangenen Sonnabend ein freudiges Wiedersehen. "Christiane Kalow aus Schönfeld und Jutta Wuttke aus Sandau treffe ich ja ab und zu noch auf der Straße oder beim Einkaufen, aber bei Christa Holzkamm, die vor vielen Jahren nach Berlin gezogen ist, musste ich schon etwas genauer hinschauen, um sie wiederzuerkennen. Das war aber auch bei so manchen anderen ehemaligen Kolleginnen nicht so leicht, obwohl ein großer Teil von ihnen noch in der Umgebung wohnt", erzählt Christiane Krater. "Bei mancher Frau musste ich echt rätseln, wer sie ist. Erst beim Namen machte es dann endgültig klick."

Mit Christa Holzkamm, Jutta Wuttke, Christiane Kalow und Christiane Krater hatte sich im Schützenhaus ein Quartett gebildet, das die Frauentagsparty so richtig genoss und zudem das Wiedersehen ausgelassen feierte. Natürlich auch mit vielen schönen Erinnerungen von Erlebnissen in der damaligen gemeinsamen Tätigkeit. "Ich würde es begrüßen, wenn es 2014 eine weitere Auflage dieser besonderen Frauentagsfeier geben würde. Auch viele andere Teilnehmerinnen an der Feier haben sich das gewünscht", berichtet die Nitzowerin. Unter anderem auch aus ihrer Verwandtschaft: Hanne und Günter Krater waren am vergangenen Sonnabend hunderte Kilometer gefahren, um an der Fete in Sandau teilnehmen zu können. "Sie hatten den absolut weitesten Weg zurückgelegt", freut sich auch Hans-Joachim Frey. Hanne und Günter Krater sind nämlich in Barlinghausen im Schwarzwald zu Hause. Beide arbeiteten zu DDR-Zeiten im Havelberger Polstermöbel-Betrieb. "Von der Party mit vielen der ehemaligen Kolleginnen waren sie sehr angetan", weiß Christiane Krater.

Dem Wunsch nach einer Wiederholung der Frauentagsfete wollen die Organisatoren übrigens gern nachkommen. "Der Termin für nächstes Jahr ist in Sandau schon bekanntgegeben worden", informiert Hans-Joachim Frey. "Es ist der 22. März 2014." In eine im Saal ausgelegte Teilnehmerliste haben sich bereits über 50 Frauen und Männer eingetragen.