Haushaltsplanung

Geplanter Umbau des Rathauses in Sandau wird noch teurer

Claudia Lange ist ab sorfort neue Bürgermeisterin von Sandau. Auf der Stadtratssitzung erhielt sie einen Überblick über ihre künftigen Aufgaben, zudem wurde der Haushalt beschlossen.

Von Ingo Freihorst 11.07.2021, 09:48
Zu den Gratulanten der neuen Sandauer Bürgermeisterin Claudia Lange gehörte auch ihr Ehemann Frank, welcher ihr eine selbst gefertigte Amtskette umhing.
Zu den Gratulanten der neuen Sandauer Bürgermeisterin Claudia Lange gehörte auch ihr Ehemann Frank, welcher ihr eine selbst gefertigte Amtskette umhing. Foto: Ingo Freihorst

Sandau - Zur Vereidigung der neuen Sandauer Bürgermeisterin Claudia Lange hatte sich neben einigen Bürgern auch ihr Ehemann Frank zur Ratssitzung im Saal des Altenpflegeheimes eingefunden. Er gehörte nach der Vereidigung und Berufung durch das älteste Ratsmitglied Wolfgang Hellwig zu den ersten Gratulanten der neuen Amtsinhaberin. Frank Lange hatte eine besondere Überraschung dabei: Eine selbst gebastelte Amtskette, welche mit Eurostücken und dem Stadtwappen versehen war.

Die parteilose Claudia Lange, die sich vorab bereits mit dem amtierenden Bürgermeister Wolfgang Hellwig (CDU) und mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Sandra Bahlke-Frank (Allgemeine Bürgerbewegung) zu einem ersten Arbeitsgespräch getroffen hatte, bezeichnete die oft schon länger bestehenden „offenen Baustellen“ in Sandau alle als lösbar. Einen weiteren Überblick über diese teils schwierigen Aufgaben bekam sie auf der Sitzung.

Ein Dankeschön an Wolfgang Hellwig

Einen Blumenstrauß überreichte Sandra Bahlke-Frank auch an Wolfgang Hellwig, der seit September als Bürgermeister amtierte und viele Dinge erst wieder ins Rollen gebracht hatte. Zum Beispiel schon lange fällige Reparaturen in der Turnhalle, an Straßen und Wegen sowie in der Trauerhalle. Zudem hatte er regelmäßige Sprechstunden eingeführt.

Nach dem erfreulichen Teil ging es an einen weniger froh stimmenden Punkt – den Haushalt. Auch in diesem Jahr kann dieser nicht ausgeglichen werden – obwohl die Stadt die ohnehin schon sehr niedrigen freiwilligen Ausgaben nochmals verringert hatte: Das Volksfest hatte wegen Corona auch dieses Jahr nicht stattfinden können. Schon in den Vorjahren lag man mit diesen Ausgaben bei unter einem Prozent vom Gesamt-Etat. Bezuschusst werden neben dem Fest nur noch die Senioren, wo die Stadt 2400 Euro im Jahr an Mietkosten für den Rentnerklub trägt. Zudem zahlt sie ans Jugendzentrum in Havelberg eine Pauschale für die Jugendbetreuung.

Diese ist in der Stadt bislang ebenfalls eine solche „Baustelle“: Seit diesem Monat gibt es wieder eine Betreuung über den zweiten Arbeitsmarkt, weil aber ein entsprechender Raum in der Stadt nicht aufzutreiben ist, werden die Jugendlichen provisorisch in der Turnhalle betreut. Über den Sommer mag das noch gehen, in der kalten Jahreszeit wird es problematisch, denn dann werden die Räume fürs Training von den SCC-Jecken genutzt. Geplant war, die Jugend unterm derzeitigen Bürgermeister-Amtssitz in der einstigen Arztpraxis unterzubringen, doch will hier eine Physiotherapie-Praxis einziehen.

Seit 15 Jahren in der Konsolidierung

Seit nunmehr 15 Jahren – also seit 2006 – befindet sich die mit etwas über 800 Einwohnern kleinste Stadt des Bundeslandes in der Konsolidierung. Wegen der Pandemie braucht in diesem Jahr ein sonst zwingend nötiges Konsolidierungskonzept nicht aufgestellt werden, informierte die Mitarbeiterin des Berliner Instituts, welches den Haushaltsentwurf im Auftrag der Verbandsgemeinde auch in diesem Jahr aufgestellt hatte.

Weil die Stadt sparen muss, schlägt sich das auch auf ihre Vorhaben nieder: Die teils umgestürzte Friedhofsmauer wird nur noch durch einen Zaun ersetzt, der leerstehende Spielplatz wird nicht neu errichtet, sondern nur saniert. Auch beim Rathausumbau muss angesichts der ausufernden Baupreise abgespeckt werden. Generell ist Holger Köhne (Die Linke) mit der Rathaussanierung nicht einverstanden: „Wir können uns keinen Spielplatz und keine Friedhofsmauer leisten, aber geben 1,5 Millionen Euro Eigenmittel fürs Rathaus aus.“

Am 8. Mai war der Rat mit dem Institut bereits in Klausur gegangen, weshalb auf der Ratssitzung eine umfassendere Lesung entfiel. Mit der Gegenstimme von Holger Köhne wurde der Etat vom Rat bewilligt.