Fischbeck l Im Pfarrbereich Jerichow steht am 4. Oktober  ein großer Dank-Gottesdienst in Wust an. In Fischbeck wurde dieser bereits gefeiert.  Und dabei ging es auch zurück zu einem Stück Normalität: Beim Gottesdienst darf nun wieder gesungen werden. Davon machte die Gemeinde beim Erntedank in der Fischbecker Kirche gern Gebrauch. Und Pfarrerin Rebekka Prozell reichte nach langer coronabedingter Pause auch wieder das Abendmahl – unter strengen Hygienevorschriften natürlich. „Das tut Leib und Seele gut!“  Auch „Danke!“ zu sagen, tat gut. Die Pfarrerin nannte zunächst all die Beteiligten, die die Kirche für den Gottesdienst vorbereitet hatten und den Altarraum mit Kürbissen, Äpfeln, Nüssen, Trauben, Blumen und Brot dekoriert hatten. Und mit Honiggläsern. Denn der Honig und die Biene standen im Mittelpunkt des Erntedankes. „Erntedank heißt auch staunen – darüber, was uns auf der Welt alles geschenkt worden ist. Wie der Honig. Ein Bienenstaat funktioniert wie eine kleine Stadt, in der alles reibungslos läuft, wo jeder seine Aufgabe hat, alles miteinander verknüpft ist.“

Imker berichtet von seiner Arbeit

Hatten die Kirchenälteste Susanne Northe und ihre Schwiegertochter Hanna zunächst einige der über 50 Textstellen aus der Bibel vorgelesen, in denen der Honig eine Rolle spielt, so berichtete Sebastian Gumtz aus Kabelitz dann sehr anschaulich anhand von Fotos von seinem Hobby – der Imkerei. Einst hatte er zusammen mit dem damaligen Schönhauser Tierarzt Christian Löffler mit ein paar Beuten (das sind die transportablen Kisten mit Waben, in denen die Bienen ihre Arbeit verrichten) begonnen. Heute hat Sebastian Gumtz etliche Völker, die auch in diesem Jahr verschiedensten Honig produziert haben. Neben der gewöhnlichen Sorten wie Raps, Linde oder Sommerblüte auch von Kornblume oder Sonnenblume. Davon konnten die Gottesdienstbesucher probieren. Mit frischem Brot schmeckte der süße gesunde Aufstrick vorzüglich. Nicht nur für den Honig ist der Biene Danke zu sagen, sondern auch für den Wachs, aus dem Familie Gumtz Kerzen macht. Dafür ist jetzt Zeit. Denn das Honigjahr ist nun abgeschlossen, die Bienen müssen jetzt nur noch gefüttert werden – mit Bienenfuttersirup auf Zuckerrübenbasis. Und zum Schutz vor der Milbe, die ganze Völker vernichten kann, werden die Bienen mit Ameisensäure behandelt. Gut überwintert, fliegen sie dann im Frühling, wenn das Thermometer mindestens 14 Grad anzeigt, wieder aus und beginnen mit ihrer fleißigen Arbeit.

Erntedank in Wust endet mit Konzert

Am kommenden Sonntag wird ab 14.30 Uhr in der Wuster Kirche Erntedank gefeiert. Weil das Kirchweihfest Ende August wegen der Corona-Auflagen anders als gewohnt ganz klein begangen und lediglich kurz in der Predikgt an die Rettung der Kirche und die Wiedereinweihung 1981 erinnert wurde, nimmt der Erntedank nun größeren Raum ein. Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffee und Kuchen auf dem Platz neben der Kirche – das angekündigte Wetter lässt das zu. Und um 16 Uhr beginnt ein Konzert mit der Magdeburger Band „Foyal“ im Gotteshaus. Folkmusik erklingt.