Die Kindertagesstätten in der Stadt Havelberg bleiben ab heute geschlossen

Grundschule hält Türen vormittags offen

Von Dieter Haase

Kein Unterricht findet seit gestern aufgrund der extremen Hochwasserlage in den Schulen im Altkreis statt. In der Havelberger Grundschule herrscht trotzdem etwas Leben.

Havelberg l "Wir bieten, so lange, wie der Unterricht ausfällt, eine Halbtagsbetreuung für die Kinder an", erklärt Schulleiter Lothar Riemann. Lehrer der Schule, die sich täglich abwechseln, würden sich jeweils von 7.30 bis 12 Uhr um die Erst- bis Viertklässler kümmern. "Nach 12 Uhr ist aber leider keine Betreuung mehr möglich. Zu dieser Zeit müssten die Eltern ihre Kinder wieder abholen", so der Schulleiter.

Altkreismeisterschaft im Fußball ist abgesagt

Gestern hatte Karin Köppe die Betreuungsaufgabe übernommen. "Ein Spaziergang mit Blick auf das Hochwasser stand auf dem Programm, ein Aufenthalt auf dem Spielplatz der Schule, ein gemeinsames Mittagessen und zum Schluss noch Brettspiele im Klassenraum", erzählte sie. "In unserer Schulbibliothek befinden sich eine ganze Menge solcher Spiele. Aber natürlich können sich die Kinder ihre Lieblingsspiele auch von zu Hause mitbringen." Damit die Vormittage so vielseitig und abwechslungsreich wie möglich verlaufen. So, als wenn Ferien wären, gibt sie zu verstehen. Auf jeden Fall solle es an jedem Tag an die frische Luft gehen.

Aufgrund der aktuellen Hochwassersituation haben Lothar Riemann und der Vorsitzende des FSV Havelberg, Hartmut Wildermuth, gestern auch "eine vernünftige Entscheidung getroffen und die für den 14. Juni im Havelberger Sportforum geplante Schulmeisterschaft der Grundschulen des Altkreises Havelberg im Fußball abgesagt". Ob diese sechste Auflage der Veranstaltung noch im laufenden Schuljahr nachgeholt oder auf 2014 verschoben wird, ist ungewiss.

Eine andere Entscheidung ist gestern von der Stadt Havelberg getroffen worden: Alle Kindertagesstätten bleiben ab heute geschlossen. "Wir bitten die Eltern um Verständnis", sagte auf Nachfrage in der Stadtverwaltung Petra Jonschkowski. "Die Stadt hat die Einrichtungen für Evakuierungszwecke vorzuhalten."

Lehrer helfen, Sandsäcke zu füllen

"Die zwei Schüler, die heute Morgen zum Unterricht gekommen sind, haben wir - nach telefonischem Kontakt mit ihren Eltern - wieder nach Hause geschickt", berichtete Ulrich Gruber, der stellvertretende Leiter der Sekundarschule "Am Weinberg" gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Sie hatten von der Schulschließung noch nichts mitbekommen. Die Lehrer der Sekundarschule bleiben in der Zeit des Unterrichtsausfalls übrigens nicht untätig. "Viele helfen schon seit Tagen in ihren Orten beim Füllen von Sandsäcken oder anderen Arbeiten zum Hochwasserschutz", war zu erfahren.