Schönfeld l „Unsere beiden kommunalen Doppelbungalows sind bis Oktober ausgebucht, so etwas hatten wir noch nie“, berichtet Ricarda Ringer in der nach der Flut von 2013 neu errichteten Anmeldung des Freizeitbereichs am Schönfelder See – so der offizielle Name des Platzes. Für das kommende Jahr gibt es bereits erste Reservierungen.

Fleißig gebaut wird auf dem Wochenendeplatz, hier entsteht ein neues Häuschen. Damit ist das komplette Areal vergeben: 55 Parzellen sind belegt, drei sind für Wohnwagen beziehungsweise -mobile reserviert. Vor der Flut waren hier fast doppelt so viele Camper ansässig, nach der Katastrophe wurde alles neu aufgeteilt. Das geschah auch mit Blick auf die Brandschutzvorschriften: Die Abstände zwischen den Domizilen wurden weiter.

77 feste Häuser

Etliche Camper hatten nach der Überflutung und der damit einhergehenden Verwüstung ohnehin das Handtuch geworfen, zehn wechselten zur Bungalowsiedlung. In dieser gibt es insgesamt 77 Häuser, inklusive des ebenfalls flutsanierten Mehrzweckgebäudes – was inzwischen leider erneut ohne Pächter dasteht. Zwei der Bungalows gehören der Gemeinde Kamern. Unter anderem ist hier in diesem Jahr auch wieder ein Kinderheim aus der Nähe von Salzwedel zu Gast.

Ricarda Ringer musste auch schon etlichen Campern absagen. Denn wegen der Corona-Auflagen müssten die Sanitärbereiche für Tagesgäste alle paar Stunden gesäubert werden, was die bei der Gemeinde Angestellten mit ihren wenigen Stunden für den Platz nicht leisten können. Darum werden zum einen nur Camper angenommen, welche mindestens eine Woche bleiben. Und zum anderen bleibt das Sanitärgebäude für Badegäste verschlossen, nur alle Nutzer des Platzes haben einen Schlüssel.

Damit haben all jene Camper, welche ihr Zelt nur eine Nacht lang aufschlagen wollen, im gesamten Altkreis Havelberg schlechte Karten: Der Campingplatz in Kamern ist wegen Corona geschlossen, in Havelberg werden keine Zelter mehr angenommen.

Drei neue Stellflächen

Ohnehin reisen die meisten Camper mit Wohnmobil oder -wagen an. Weshalb wegen der hohen Nachfrage noch drei zusätzliche Stellflächen hinterm Sanitärbereich von Platzwart Detlef Riek geschaffen wurden. Somit sind insgesamt 20 Stellflächen für Gäste-Wohnwagen vorhanden. Neun davon sind für ein ganzes Jahr vergeben.

Wegen Corona musste auch hier ein Hygienekonzept erstellt werden. Den Spuckschutz für die Rezeption hat Bürgermeister Arno Brandt gestiftet. Ärgerlich ist, dass das Info-Material für die Elb-Havel-Region langsam aus geht und das die Glascontainer trotz mehrfacher Nachfrage noch immer nicht geleert wurden.

Zu den Campern aus ganz Deutschland gehören auch Einheimische aus Sandau und Klietz – und neuerdings auch Familie Zander aus Neuermark-Lübars. „Eigentlich wollten wir nach Dresden, doch da hatten wir keine Bademöglichkeit und hätten Masken tragen müssen“, berichtete Familienvater Michael Zander. Anders ist es hier am Schönfelder See, das Wasser sei sogar besser als drüben auf der anderen Seite in Kamern. Zudem gibt es einen neuen Spielplatz und ein neues Sanitärgebäude sowie ringsum gut ausgebaute Radwege – um den See wurde Pfingsten auch schon geradelt. Jetzt ist die fünfköpfige Familie wegen der Kita-Schließzeit in Klietz zwei Wochen am Stück zu Gast, zwischendurch kam sie auch mal zum Kurzurlaub – Schönfeld ist ja nicht weit weg. Der Stellplatz für den Wohnwagen ist erstmal bis Oktober gebucht.