Havelberg l Da blieben dem Weihnachtsmann die Worte weg. Gerührt begann er, sich bei allen, die die diesjährige Weihnachtsaktion des Blaue-Herzen-Vereins Havelberg zum Erfolg geführt haben, zu bedanken. Dann bat er erstmal wieder um Musik, um sich zu sammeln. Die Blaue-Herzen-Weihnachtsmusik etwa mit dem Schneemann im Kühlschrank sorgte für aufmunternde Momente in einer Zeit, die gerade in Seniorenheimen sowohl für die Bewohner als auch für die Mitarbeiter sehr schwer ist. Deshalb hatte der Verein in diesem Jahr eine Spendenaktion für die Pflegekräfte ins Leben gerufen, die gleichzeitig die ebenfalls von Corona-Maßnahmen stark getroffenen Gastronomen unterstützt.

Spenden wurden gesammelt, um den Mitarbeitern der beiden Havelberger und des Sandauer Seniorenheimes sowie des Johanniter-Pflegedienstes Gutscheine im Wert von 20 Euro bereitzustellen – zehn Euro aus Spenden aus der Bevölkerung und zehn Euro, die die Gastwirte übernehmen.

Die Resonanz war überwältigend, wie Vereinssprecher Achim Frey berichtet. Auch deshalb blieben ihm als Weihnachtsmann kurzzeitig die Worte weg. Er richtet, ebenso wie die Leiterin der sozialen Betreuung im Seniorenzentrum, Peggy Lieberenz, ein großes Dankeschön an alle Bürger und Institutionen, die Geld gespendet haben, und die Gastronomen, die die Hälfte jedes Gutscheines mitfinanzieren.

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„Wir werden Ihnen die Buden einrennen und die Gutscheine einlösen“, versprach Peggy Lieberenz den Gastwirten für die Zeit, wenn die Corona-Pandemie wieder Gaststättenbesuche möglich macht. Elf Gasthäuser aus der Elb-Havel-Region und darüber hinaus beteiligen sich an der Aktion. Stellvertretend für alle nahmen der Vorsitzende des Dehoga-Kreiverbandes Manfred Hippeli und die Chefin des Arthotels Renate Lewerken an der Übergabe der Gutscheine teil. Sie finden diese Aktion sehr gut, ist sie doch ein Zeichen der Solidarität untereinander.

Geschenke für Alleinstehende

Mit der Weihnachtsaktion in Havelberg wird zugleich an die Bewohner in den Heimen gedacht, die alleinstehend sind und keinen Besuch erhalten. Im Seniorenzentrum sind dies 25 Frauen und Männer. Sie bekommen liebevoll gepackte Geschenktüten. Für den Inhalt hat Peggy Hartmann vom Edeka-Markt gesorgt. Kinder aus der Kita „Regenbogen“ haben Karten gestaltet, Schüler der Förderschule „Am Lindenweg“ das Verpacken übernommen. Die Kita „Zwergenland“ hatte bereits vor einigen Tagen selbst kreierte Plakate und gebastelte Adventssterne ins Seniorenzentrum gebracht. Auch ihnen gilt ein großes Dankeschön.

„Es ist wirklich wieder sehr rührend. Was wir in diesem Jahr trotz Corona für schöne Sachen erleben konnten, ist schon Wahnsinn. Und wir hoffen für alle Beteiligten, dass es im nächsten Jahr besser wird durch die Impfungen“, sagt Peggy Lieberenz.

Für die Weihnachtsfeiertage haben sich Pfleger und Betreuer einiges einfallen lassen, um den Senioren auch unter diesen besonderen Umständen das Fest so schön wie möglich zu machen. Personal ist zusätzlich im Einsatz und leistet Überstunden. In den Wohnbereichen wird der Weihnachtsmann zur Bescherung erwartet und am Vormittag des Heiligen Abend gibt es eine kleine Andacht.

Zudem hat jeder Wohnbereich ein Telefon eingerichtet, mit dem Bewohner mit ihren Angehörigen per Video telefonieren können, so Peggy Lieberenz. Mit Blick auf die Impfungen gegen das Coronavirus berichtet sie, dass Bewohner, deren Angehörige und Mitarbeiter bereits Schreiben erhalten haben, mit dem sie ihr Einverständnis erklären können. Einen Termin für erste Impfungen gibt es aber noch nicht.