Klietz l  Die Zahlen für 2019 allerdings sind vage. Denn die entscheidende Umlage an die Verbandsgemeinde steht erst mit deren Haushalt fest. Und dieser Etat wird erst Anfang des kommenden Jahres beschlossen. „Es ist also auf jeden Fall ein Nachtragshaushalt mit den tatsächlichen Zahlen nötig“, erklärt der Kämmerer.

Alles andere als rosig stellen sich die Zahlen für Klietz und die Ortsteile Scharlibbe und Neuermark-Lübars wie in allen anderen Gemeinden des Elbe-Havel-Landes dar. Das Loch, das hier im Haushaltsjahr 2018 klafft, ist 293.600 Euro groß. Und statt dass es sich mit der Haushaltskonsolidierung langsam schließt, klafft es im kommenden Jahr noch mehr: 401.000 Euro. Aber wie gesagt – das ist eine noch nicht belegte Zahl und quasi ein Blick in die Glaskugel, hängt doch alles von der künftigen Umlage an die Verbandsgemeinde ab.

Hohe Schlüsselzuweisungen

Die ist in den zurückliegenden Jahren drastisch gestiegen, vor allem in Klietz. Denn die Gemeinde hat zwar bedingt durch die Unterbringung der Flüchtlingen in der Kaserne enorm mehr Schlüsselzuweisungen (sie werden an den Einwohnerzahlen gemessen) vom Land erhalten. Aber von diesem Kuchen wollen auch andere wie etwas ab haben – das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Hat Klietz 2015 noch 618.166 Euro an die Verbandsgemeinde abgeführt, waren es 2017 schon 743.345 Euro. Und in diesem Jahr sind es stattliche 1,1 Millionen Euro – eine Steigerung um 358 000 Euro.

Und auch der Landkreis bedient sich am Kuchen: 2015 führte Klietz 488.915 Euro ab, dieses Jahr sind es mit 836.000 Euro 360.000 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Die Zahlen relativieren sich in den kommenden Jahren wieder, weil die Flüchtingszahlen schon 2017 von Anfang über 700 auf dann rund 200 gesunken sind, im Sommer 2018 hat die Erstaufnahmestelle dann komplett geschlossen.

Der Berechnung zugrunde gelegt sind die Einwohnerzahlen: 2014 lebten in den drei Dörfern 1575 Personen, im Jahr darauf, als die Flüchtlinge im September kamen, waren es am Jahresende 2484.

Warten auf Verbandsumlage 2019

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde bedingt durch die unerwarteten Schlüsselzuweisungen hervorragend dagestanden: Es gab ein Plus von fast 600.000 Euro. Das resultierte auch aus Minderaufwendungen für nicht so hohe Unterhaltungsausgaben oder das doch noch nicht in 2017 erstellte Abwasserbeseitigungskonzept und eine noch nicht vollzogene Brückenprüfung. Diese Dinge sind aber nur aufgeschoben. Es gab auch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer in Höhe von fast 30.000 Euro.

Ende dieses Jahres hat Klietz einen Schuldenstand von knapp 1,45 Millionen Euro.

Entsprechend dem Konsolidierungskonzept, das ab diesem Jahr wieder nötig ist, müsste Klietz eigentlich in acht Jahren schuldenfrei sein – so schreibt es das Gesetz vor. Aber das ist nicht zu schaffen, weil die Abgaben, die Klietz leisten muss, größer sind als die Zuweisungen. Das trifft auf nahezu alle Gemeinden im Elbe-Havel-Land zu. Deshalb wird allerorts mit Spannung der Haushalt 2019 der Verbandsgemeinde erwartet. Die Mitgliedsgemeinden fordern, dass die Umlage nicht weiter steigt. Aber es sind im Bereich Kita, Grundschulen und Feuerwehren weitere Investitionen nötig, über die die Verbandsgemeinderäte demnächst zu entscheiden haben.

Geld für Turnhalle eingeplant

Unabhängig von den Zahlen des laufenden Haushaltes sind die Investitionsleistungen. Die Modernisierung der Turnhalle kann fortgeführt werden. Für 565.000 Euro laufen hier derzeit Bauarbeiten. Dafür gibt es allerdings Fördermittel, so dass die Gemeinde die Ausgaben nicht allein schultern muss. Dieses Jahr sind im Haushalt 373.000 Euro eingestellt, die restlichen 193.000 Euro dann 2019. Im Frühling soll die Halle fertig sein.

Und für viel mehr Investitionen hat Klietz dann auch kein Geld mehr. In der ehemaligen Schule werden noch Bauarbeiten für rund 10.000 Euro vorgenommen, damit hier Räume an das Bauamt der Verbandsgemeinde vermietet werden können. Das muss aus dem Sandauer Rathaus ausziehen, weil dieses saniert wird.

Der Gemeinderat war mit dem vorgestellten Haushaltswerk einverstanden, so dass der Etat auf der nächsten Sitzung in Klietz am 29. November zum Beschluss steht.