Havelberg

Von Ingo Freihorst

Mehrere Millionen Euro will der Havelberger Wasserverband TAHV bis 2016 in seine Infrastruktur investieren. Die weitaus größte Summe wird mit über vier Millionen Euro für die Abwasserentsorgung fließen.

Sandau l Im Plan des TAHV stehen für dieses Jahr im Abwasserbereich 695000 Euro. Das ist im Vergleich zu den Folgejahren sogar noch die geringste Summe. Denn im kommenden Jahr sind 945000 Euro an Investitionen geplant, 2015 werden es sogar 1,2 Millionen Euro und 2016 nochmals fast so viel.

Größter Posten sind in diesem Jahr mit 450000 Euro die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen ins System der Mischwasserentsorgung in der Havelberger Unterstadt. Der erste Bauabschnitt wird den Bereich Nussberg-Flethe, die Wässerringe, die Stadtinsel sowie den Düker an der Steintorbrücke umfassen. Im kommenden Jahr sind dafür nochmals 700000 Euro eingeplant.

Die Mitgliederversammlung - sie hatte vor kurzem in Sandau getagt - belegte diese Investitionen allerdings mit einem Sperrvermerk. Denn das Vorhaben wird nur in Angriff genommen, wenn auch Fördergelder in ausreichender Höhe fließen. Schließlich muss in Havelberg nur gebaut werden, damit im Hochwasser-Extremfall die Elbanrainer im Unterlauf des Flusses durch die Flutung der Havelpolder entlastet werden.

Zugesagt war dem Verband vom Land ursprünglich eine 80-prozentige Förderung, lediglich 20 Prozent Eigenmittel wären dann nötig. Doch hat das Landesverwaltungsamt eine andere Auffassung: Die 80 Prozent gibt es nur, wenn glaubhaft nachgewiesen wird, dass man mehr Eigenmittel nicht selber tragen kann. Deshalb werden zur Höhe der Förderung Beratungen mit dem Landkreis, den Ministerien und dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz stattfinden.

"Hier muss die Staatshaftung greifen, denn die Entscheidung zur Polderflutung wird ja auch von der Landesregierung getroffen", erklärte Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski als eines der beiden TAHV-Mitglieder. Die Stadt investiere in diesem Jahr bereits über eine Million Euro für besseren Hochwasserschutz, das Abwasserproblem kann dadurch aber nicht beseitigt werden - ansonsten muss evakuiert werden. Ohne hohe Förderung kann es für solch sehr seltenes Extremereignis keine teure Investition geben.

Teuer wird dem Verband auch die Abwasserdruckleitung von Klietz nach Hohengöhren, in diesem Jahr sind für deren Teilplanung 50000 Euro eingestellt. Es folgen im kommenden Jahr die selbe Summe für die Planung der dadurch erforderlichen Nachrüstung der Schönhauser Kläranlage. 2015 und 2016 soll dann die Leitung in zwei Abschnitten für knapp zwei Millionen Euro gebaut werden. Nötig wird die Investition, weil das Klietzer Klärwerk spätestens 2016 außer Betrieb gehen muss - dann würde es vom Amt kein Wasserrecht mehr bekommen.

Probleme mit der Einhaltung der vorgegebenen Werte hat auch das Klietzer Wasserwerk, informierte Günter Hasstedt von den Havelberger Stadtwerken die TAHV-Mitglieder. Doch merken die Verbraucher davon nichts mehr, denn alles lagert sich in den Leitungen ab.

Allerhand Geld - nämlich 485000 Euro - wird in diesem Jahr auch die Trinkwasserleitung von Kamern nach Wulkau verschlingen. Der Eisengehalt ist im Wasserwerk Kamern zu hoch, wegen der Braunfärbung gab es schon Beschwerden. Für den Leitungsbau muss ein Naturschutzgutachten erstellt werden, denn der Strang berührt Schutzgebiete. Im Frühjahr soll ausgeschrieben werden. Das Wasserwerk Kamern wird später zurückgebaut.

Die Teilplanung für das Wasserwerk in der Wuster Heide schlägt dieses Jahr mit 100000 Euro zu Buche. Die Mitglieder des Verbandes erteilten dem Wirtschaftsplan ihre Zustimmung - samt Sperrvermerk für Havelberg.