Urlaub

Havelberg ist auf dem Wasserweg eine Reise wert

Hochsaison im Havelberger Yachthafen. Täglich machen neue Gäste am Bootssteg fest. Und es werden Tretboote, Motorboote und auch Kanus an Interessierte ausgeliehen.

Von Dieter Haase
Axel und Kerstin Meilicke aus Stüdenitz - hier mit Hafenmeisterin Sigrid Weidenbach in der Mitte - sind fast an jedem Wochenende in Havelberg. "Wir fühlen uns hier sauwohl", sagen sie.
Axel und Kerstin Meilicke aus Stüdenitz - hier mit Hafenmeisterin Sigrid Weidenbach in der Mitte - sind fast an jedem Wochenende in Havelberg. "Wir fühlen uns hier sauwohl", sagen sie. Foto: Dieter Haase

Havelberg - „Hier gibt es für mich jetzt immer was zu tun“, beschreibt Hafenmeisterin Sigrid Weidenbach ihre tägliche Arbeit. Mitunter habe sie sogar Schwierigkeiten, alle ankommenden Boote am Steg unterzubekommen. „Es gibt hier rund 80 Anlegeplätze, wovon allerdings ein Teil von Dauerliegern genutzt wird.“ Welche sich in Havelberg besonders wohl fühlen und was in etwa zu vergleichen ist mit den Dauercampern auf dem nicht weit entfernten Campingplatz auf der Spülinsel.

Freizeitkapitäne kommen aus ganz Deutschland

„Fast an jedem Tag kann ich aber auch immer neue Gastanleger, die aus ganz Deutschland kommen, begrüßen, die mal für einen Tag, manchmal aber auch für drei Tage bleiben“, erzählt die Hafenmeisterin. Dann wird übrigens für jede Übernachtung die Zahlung einer Kurtaxe notwendig. Derzeit sind es in besonderem Maße Urlauber aus Berlin und Brandenburg, wo die Hälfte der Sommerferien bereits um ist. „Aber auch ein paar Holländer hatte ich vor kurzem schon hier“, berichtet Sigrid Weidenbach.

Die Havellandschaft ist sehr sehenswert

Für einen Zwei-Tages-Aufenthalt in der Domstadt haben sich Uta und Stephan Funke aus Stollberg im Erzgebirge entschieden. „Unser Boot liegt immer in Werder“, ist zu erfahren. „Von dort aus unternehmen wir im Urlaub dann unsere Ausflüge. Die Havellandschaft finden wir richtig sehenswert. Deshalb gönnen wir uns auf und am Fluss auch jede Menge Zeit.“

Zum allerersten Mal in Havelberg

In diesem Sommer sei Havelberg ihr Endziel. „Wir sind das erste Mal in unserem Leben hier und von vielen Dingen überrascht. So wussten wir bisher nicht, dass Havelberg eine Hansestadt und dass sie so schön gelegen ist.“ Für eine kleine Erkundungstour hat das Ehepaar die Zeit natürlich auch genutzt. „In einem Gasthaus haben wir es uns unter einem Nussbaum gemütlich gemacht, das war richtig schön. Aufgefallen ist uns aber auch, dass es in der Altstadt so gut wie keine Geschäfte mehr gibt. Lebensmittel suchten wir vergebens.“

Dennoch, in einem stimmen Funkes überein: „Wir werden gerne wieder einmal nach Havelberg kommen. Man muss im Urlaub nicht erst zur Loire fahren, um die Flusslandschaft und die angrenzenden Orte zu bestaunen beziehungsweise zu entdecken.“

Wasserstand der Elbe ist in diesem Jahr gut

„Wir sind immer nur wegen der netten Hafenmeisterin in Havelberg. Denn überall findet man solch große Freundlichkeit nicht“, schwärmt das Ehepaar Maren Timme und Carsten Busse aus Schnackenburg (Niedersachsen) vom Yachthafen. Um die 50 Kilometer auf der Elbe müssen sie bewältigen, um die Domstadt zu erreichen. „Aber in diesem Jahr ist der Wasserstand des Flusses in Ordnung, und auch die Schleusungen sind gut“, erzählt Freizeitkapitän Carsten Busse. Mindestens einmal im Jahr, manchmal auch öfter, steuern sie Havelberg an. „Dadurch haben wir die Stadt schon recht gut kennengelernt, auch wenn wir meistens nur für zwei Tage bleiben. Besonders schöne Zeiten für uns waren zum Beispiel die Bundesgartenschau im Jahr 2015 und der Besuch von einigen Pferdemärkten. Schade, dass in diesem Jahr keiner stattfindet.“

Fahrräder sind immer mit an Bord

Für kurze Erkundungs- und Einkaufstouren haben sie immer ihre Fahrräder mit auf dem Boot. „Denn der Lebensmittelkauf zum Beispiel ist hier ohne Auto gar nicht so einfach.“ Bedauerlich finden sie auch, dass es vom Vorfluter Gnevsdorf aus wegen der Bauarbeiten an der Wehrgruppe Quitzöbel, die sich nun schon über viele Jahre hinziehen, nicht weiter bis nach Havelberg geht. „Bekannte von uns schimpfen immer über diesen Umstand.“ Am morgigen Tag wollen die Eheleute auf dem Heimweg dann noch einmal den Yachthafen anlaufen.

15-Jährige finden Tretbootfahren ganz toll

Ein ganz anderes Vergnügen fanden am Sonnabend Jolina und Lara aus Helmstedt im Yachthafen. Die beiden 15-jährigen Mädchen hatten hier den Tretbootverleih entdeckt. „Das wollten wir unbedingt einmal ausprobieren, wenn wir schon mal in Havelberg sind“, sagten sie. „Denn von der Brücke, die auf die Spülinsel geht, haben wir anderen dabei schon mal zugeschaut. Und das sah ganz lustig aus.“ Spontan entschieden sich die beiden Freundinnen, auch einmal eine Runde mit einem Tretboot zu drehen. „Es hat uns großen Spaß bereitet, und wir haben unterwegs auch viel gelacht“, ist von Lara zu erfahren.

Domstadt soll wieder zum Ziel werden

Ihre Eltern hatten am Sonnabend für einen Tag die Familienzelte auf dem Campingplatz der Spülinsel aufgeschlagen. „In Helmstedt hat uns ein Nachbar, der einmal in Havelberg wohnte, den Tipp gegeben, das hier mal kennenzulernen.“ Jolina und Lara bedauern, dass es nur ein kurzer Wochenendtripp war - „am Montag müssen wir beide schließlich wieder zur Schule“. Aber gerne würden sie wiederkommen, vielleicht schon in den Sommerferien.