Wulkau l „Mit einem Gespräch mit der Sandauerin Gertrud Schock in der Kirche hat alles angefangen. Sie hatte von der Hilfsaktion gehört und mich gefragt, ob wir diese gute Sache in der Region gemeinsam ankurbeln wollen“, erinnert sich Doris Schneider. Gesagt, getan. Es war im April 2015, als die ersten Spenden von Wulkau aus zum Hauptorganisator der Ukraine-Hilfe, der Anstaltskirchengemeinde Lobetal nach Bernau, gefahren wurden. Mit den firmeneigenen Transportern. Auf eigene Kosten. Hinterm Steuer der beiden Fahrzeuge die beiden Schneider-Söhne André und Mirko. Bis zum heutigen Tag hat sich daran nichts geändert.

Erfolg bereits beim ersten Mal

„Schon das erste Mal war ein großer Erfolg“, erinnert sich Doris Schneider, weshalb die Familien Schock und Schneider sich einig darin waren, die Hilfsaktion mit eigenen Initiativen noch weiter in Gang zu bringen.

Weitere Mitstreiter willkommen

Doch leider erlebte Gertrud Schock das zweite Mal dann nicht mehr ... Ihr Tod kam plötzlich. Er kam in die Zeit hinein, als beide Frauen erneut um Spenden für die Ukraine-Hilfe baten. „Das war schon ein großer Schock für mich. Aber auch eine Verpflichtung zugleich: Ich mache im Sinne von Gertrud Schock weiter, nahm ich mir vor. Ohne Wenn und Aber. Das hätte sie sich so gewünscht“, berichtet Doris Schneider. Und sie macht das mit ihrer ganzen Kraft und ihrem ganzen Herzen. Immer zum Frühjahr und immer zum Herbst. Mittlerweile im fünften Jahr. „Ganz alleine geht das aber auch nicht. Ich brauche schon Hilfe. Zum Beispiel bei der Sortierung der Spenden und natürlich beim Aufladen dieser auf die Kleintransporter und die Anhänger.“ Ihre beiden Söhne, Stefan Pagels, Brigitte Pusch, ihr Mann Helmut und einige andere mehr packen dann tüchtig mit an. „Über weitere Mitstreiter würde ich mich natürlich auch freuen“, fügt sie an. Einen gibt es bereits: Dietmar Zehle aus Sandau hat sich bereit erklärt zu helfen, wenn Hilfe gebraucht wird. „Dankbar bin ich auch immer wieder für den Anhänger, den Willi Pfundt schon über Jahre für die Transporte zur Verfügung stellt.“ Aber auch andere Leute haben schon Anhänger dafür gebracht.

Große Freude bei Kindern

Was Doris Schneider immer wieder dazu anspornt, die Hilfsaktion zweimal im Jahr durchzuziehen? „Weil ich weiß, dass alle Spenden da ankommen, wo sie gebraucht werden. Und dann sind es auch die Bilder, die mir von den Lobetalern in Videoaufnahmen von der Verteilung all der Dinge in der Ukraine gezeigt werden“, sagt sie. „Vor allem die Freude der Kinder. Das macht mich glücklich und bestärkt mich darin, nicht aufzuhören. Jedenfalls so lange nicht, wie es mir gesundheitlich möglich ist.“

Ende März geht es weiter

Die nächste Spenden-Aktion für die Ukraine-Hilfe steht gerade in den Startlöchern. Sie beginnt im März, informiert Doris Schneider. „Am 6. April wollen wir die Hilfsgüter dann wieder nach Lobetal bringen, von wo aus sie dann den Weg zu ihrem Bestimmungsziel antreten werden.“ Im Dachdeckerbetrieb Schneider in Wulkau werden dafür in der Zeit vom 26. bis 29. März Spenden angenommen (bitte vorher anrufen). „Gefragt sind vor allem wieder Dinge rund ums Kind, angefangen von zeitgemäßer Bekleidung für den Frühling und Sommer über Schulsachen und Spielzeug bis hin zu Betten (Babybetten, Bettgestelle, Federbetten) und Bettzeug (Matratzen, Bettwäsche)“, teilt die Wulkauerin mit. Aber auch Rollatoren, Kinderwagen, -fahrräder, Bestecke und andere Haushaltsartikel, Teppiche, Werkzeug, Gartengeräte, Hygieneartikel und Inkontinenzmaterial (Windeln) werden benötigt. Andererseits sei aber auch jede Art von anderen Spenden willkommen, dabei vor allem Männerbekleidung.

Auch Geld ist wichtig

Aber auch Geld ist sehr wichtig. In zweierlei Hinsicht. Einerseits können davon in der Ukraine zum Beispiel günstig Lebensmittel eingekauft werden, andererseits wird es benötigt, um den Transport von Bernau in die Ukraine zu bezahlen. Für einen Lkw kommen da schnell mal bis zu 2000 Euro zusammen. Auf Wunsch – bitte bei der Abgabe des Geldes darauf hinweisen – werden auch Spendenquittungen in Lobetal ausgestellt. Telefonische Auskünfte gibt Doris Schneider unter der Nummer 039383/289.