Havelberg l Er hat seinen Kellerraum in eine richtige „Glitzerkammer“ verwandelt. „Der öde Raum, mit seinen Rohrleitungen und Kabeln, hat mich immer irgendwie angewidert. Dann bin ich auf die Idee gekommen, das Ganze etwas zu verkleiden, und weil ich zum Beispiel Gold und Perlen liebe, habe ich angefangen, damit zunächst eine Seite zu verkleiden“, so der 69-Jährige Hobbybastler.

Alles lässt sich öffnen

Es folgten die zweite Seite, dann ein Schrank, der im Kellerraum steht, die Decke und die übrigen Wände. Die Schranktüren und Schubladen lassen sich trotz ihrer vollständigen Verkleidung öffnen und schließen.

Viele eigene Ideen

„Ich habe 40 Jahre lang im damaligen VEB Polstermöbel Havelberg gearbeitet und hatte da schon viel mit Puzzlearbeit, kleinen Nägeln und Ähnlichem zu tun. Da fiel mir die Arbeit mit diesen Kleinteilen nicht so schwer“, erzählt er weiter. Perlenketten, Schmuckbänder, Blüten, Blütenblätter und auch einige Anregungen fand er im Bismarckschloss Döbbelin in der dort jährlich stattfindenden Weihnachtswelt. „Alles andere sind eigene Ideen und meine persönliche Freiheit. Dazu zählt bei mir zum Beispiel auch, sich mal da zu kratzen, wo es gar nicht juckt“, sagt Dieter Scheel schmunzelnd.

Bilder

Kabel gut versteckt

35 Lichterketten hat er im Kellerraum verbaut und das Wichtigste dabei war ihm, alle Kabel und Schalter so zu verstecken, dass sie nicht zu sehen sind. Das ist ihm auch hervorragend gelungen.

Zwei Jahre lang gestaltet

Über zwei Jahre hat es gedauert, bis der Raum in seinem jetzigen Glanz erstrahlte. Ein guter Bekannter hat zu Dieter Scheel dann gesagt, dass er sein schönes Hobby auf gar keinen Fall im Keller verstecken bräuchte, sondern es ruhig auch mal der Öffentlichkeit präsentieren sollte.

„Die größeren Flächen habe ich mit aufgeschnittenen Wasserflaschen, die aus dünner und gut formbarer Plaste bestehen, verkleidet. Fugenmasse, Acryl, Farbe, Perlenketten, Schmuckbänder und einiges mehr gehören zum weiteren Bastelmaterial.“ Und natürlich viel Zeit, Lust und Liebe zum Hobby.

Idealer Ort zum Abschalten

„Hier im Keller habe ich meine Ruhe und kann mich erholen. Es ist der ideale Rückzugsort zum Abschalten. Aber ich habe auch im Wohnzimmer unserer Eigentumswohnung ein Projekt stehen, das aus einem aus Polen mitgebrachten Schiff entstanden ist. Das habe ich ebenfalls verkleidet und zu einem Hingucker gemacht“, freut sich Dieter Scheel.

Keller bleibt Bastelwerkstatt

Aber nicht nur er freut sich, denn seine Freude teilt er mit den Enkel- und Urenkelkindern und anderen Interessenten. „Wenn das hier im Wohnzimmer noch größer wird, ziehe ich aus“, ermahnte ihn scherzhaft einmal Ehefrau Bärbel. Aber in die Wohnung will der Hobbybastler sowieso nichts mehr hineinstellen. Falls er noch eine tolle Idee hat, wird diese im Kellerraum umgesetzt. „Der Keller bleibt ja meine Bastelwerkstatt. Da wird eine Holzplatte aufgestellt und darauf kann ich dann weiter werkeln“, blickt Dieter Scheel etwas voraus.

Auch beim Laufen Gold im Blick

Sein zweites Hobby, das Laufen, kommt aber auch nicht zu kurz. Ob in Tangermünde, Stendal, beim Pfannkuchenlauf in Sandau oder bei anderen Laufveranstaltungen ist er ständig mit dabei. Und auch dabei hat er es natürlich auf das Gold abgesehen.