Fischbeck l Für seine Aussage, "wir bauen Fischbeck viel schöner auf", ist er einst von manchem belächelt worden, „heute lacht keiner mehr darüber. Denn was hier schon alles neu entstanden ist, hätten wir so niemals bekommen“, nennt Fischbecks Bürgermeister das neue Gerätehaus, das modernisierte Gemeinschaftshaus, die vielen schönen Straßen als Beispiele. „Natürlich ist noch viel zu tun. Aber 19 Millionen Euro Schaden allein in Wust-Fischbeck müssen auch erst einmal verbaut werden. Natürlich wünscht man sich manches schnell, aber es geht nicht alles auf einmal und schon gar nicht von heute auf morgen.“ !“

Deshalb ist er dem Bauamt der Verbandsgemeinde auch so dankbar, „die Mitarbeiter arbeiten über ihre Verhältnisse“. Und der Bürgermeister wiederholt auch mehrfach seinen Dank an Land, Bund und die Europäische Gemeinschaft für den beispiellosen Schadensausgleich – ob auf kommunaler oder auch privater Ebene. Unvergessen ist auch die Hilfe der Menschen aus ganz Deutschland. „So viele Spenden sind geflossen, dazu die tatkräftige Hilfe, die Freiwillige vor Ort leisteten – allein hätten wir das alles niemals geschafft

Und dass das Landesamt für Hochwasserschutz Wort gehalten hat und der Deich nun sogar schon eher als 2020 neu und so ein Bollwerk geworden ist, macht den Bürgermeister zufrieden. „Nun können wir uns wirklich sicher fühlen! Wenn überhaupt, dann läuft vielleicht ein bisschen Wasser drüber, aber brechen kann das hier nicht mehr.“ Die vielen Radler und auch die, die zum Spaziergang an den Deich kommen, sollen bald auch daran erinnert werden, was hier am 10. Juni 2013 passiert ist. Am 15. September wird nicht nur der neue Deich feierlich eingeweiht, sondern auch ein Denkmal: ein Teil eines der Schubkähne, die ein paar Tage nach dem Deichbruch versenkt worden sind, um die 80 Meter lange Bruchstelle zu verschließen. Dazu eine Infotafel, auf der man noch einmal nachlesen und sehen kann, wie engagiert, aber dennoch erfolglos die Rettungsversuche waren und am 10. Juni, zwei Minuten nach Mitternacht, der Deich brach.

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An jede einzelne Minute erinnert sich Bodo Ladwig. Wie die Rettungsaktion am Sonnabend, als ihn die erste Nachricht von einem kleinen Riss im Deich erreichte, anrollte, wie immer mehr Menschen zum Helfen nach Fischbeck strömten, wie die Evakuierung des Dorfes angeordnet wurde ... Er war kurz vor Mitternacht erschöpft nach viel zu wenig Schlaf in der Nacht davor gerade nach Hause gekommen, wollte ins Bett, als das Telefon klingelte und er die unfassbare Nachricht erhielt: Was er seit mittags, als der Riss immer größer wurde, befürchtete, ist eingetroffen! Wenn er davon erzählt, hat er auch fünf Jahre danach noch Gänsehaut ...