Sandau l  In der Ortslage wird an zwei Abschnitten gearbeitet, im Süden schreitet die Deichrückverlegung voran. Der Elbdeich gleich neben der städtischen Bebauung ist derzeit fast durchgehend Baustelle. Er wird um etwa einen halben Meter erhöht und somit dem neuen Bemessungshochwasser angepasst. Und zwar wasserseitig neben dem Deichkronenweg. Dazu wird die wasserseitige Böschung in Form einer Kappe erhöht, weshalb auch der Wall in Richtung Elbe hin verbreitert werden muss. Darüber informierte Bauherr Marco Schirmer vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW vor Ort.

Dort, wo das gelbe Ortsschild steht, wird später eine Deichscharte bei Extremhochwasser die Fährüberfahrt abdichten. Dazu werden dann Dammbalken in die Scharte eingebracht. Das ist etwas weiter in Richtung Elbe als jetzt, denn in jenem Bereich wird der Wall begradigt, er wird also entsprechend breiter. Neben dem Kronenweg wird im 800 Meter langen südlichen Bauabschnitt auch eine Entwässerung eingebaut, der Weg wird an der Überfahrt zur Stadt hin verschwenkt. Weil die wasserseitige Böschung erhöht wird, muss auch die Dichtung aus Ton angepasst werden. Das ist auf 300 Metern Länge schon erfolgt, auch die Abdeckung ist fertig. Das Deckwerk, was bei den Arbeiten entfernt wurde, wird später wieder eingebaut.

Arbeiten liegen im Zeitplan

„Die Arbeiten liegen im Zeitplan“, informierte Marco Schirmer. Hier wie auch im ersten Bauabschnitt ist die Baufirma Eggers aus Wittenberge tätig. Diese hatte auch für die benachbarte Deichrückverlegung den Zuschlag erhalten.

Am zweiten Abschnitt wird seit Mitte August gearbeitet, im November kommenden Jahres sollen die Arbeiten beendet sein – dazu gehört auch die Deichscharte. Die Arbeiten erfolgen in Abstimmung mit jenen im Havelberger Bereich, so dass immer eine der beiden Elbfähren zur Verfügung steht. Aktuell kann die Räbeler Fähre wegen der dortigen Deichsanierung nicht genutzt werden.

Eine Fähre muss immer erreichbar bleiben

Im Havelberger Mühlenholz ist das Baufeld sehr beengt, da die Eichen am Deichfuß wegen des hier lebenden Eremiten – ein sehr seltener Käfer – nicht gefällt werden dürfen. Da der Deich nicht verbreitert werden kann, muss als Dichtung eine teure Spundwand eingebracht werden. Auch hier ist eine Deichscharte für die Überfahrt zur Fähre eingeplant.

Ähnlich lang wie der Südabschnitt ist in Sandau der erste Abschnitt, an dem seit Mai gebaut wird. Er befindet sich zwischen der Fährstraße und der Rückverlegung im Nordbereich. Hier ist neben dem Kronenweg, welcher später noch mit Asphalt befestigt wird, schon der neue wasserseitige Wall zu erkennen. Auch hier kann man später von der Stadt aus auf den Deich fahren. Und zwar im Hochwasserfall zu dessen Verteidigung, ansonsten sind Deiche für Motorfahrzeuge bekanntlich gesperrt.

Problem war alte Deponie

Hier wurde die landseitige Böschung laut der Vorgabe (also eine Neigung von 1:3) abgeflacht. Derzeit wird Muttererde aufgetragen, danach soll noch die Grassaat ausgebracht werden. Ein Problem war in dem Abschnitt die einstige Deponie, sie komplett abzutragen hätte den finanziellen Rahmen gesprengt. So wurde nur im Deichschutzstreifen das Erdreich gewechselt.

Die alte Panzerüberfahrt wird ebenfalls asphaltiert. Von hier bis zum nördlichen Bauende wurde landseitig eine Berme angetragen, in der Ortslage war dafür wegen der nahen Bebauung kein Platz. Die Berme wird mit Betonspurbahnen befestigt. Auch hier liegen die Arbeiter aus Wittenberge im Zeitplan, Ende November soll Übergabe sein.

Im zeitlichen Rahmen liegt man auch bei der Deichrückverlegung. Der Deichkörper ist fertig, jetzt wird er begrünt – es ist die beste Zeit dafür. Wenn später dann der Altdeich abgetragen wird, soll das Material ins Havelberger Mühlenholz transportiert werden, hier muss der Wall noch auf einigen hundert Metern ertüchtigt werden. Ist dies erfolgt, ist der Elbdeich im kompletten Bereich bis hoch zur Landesgrenze normgerecht ertüchtigt – so wie es die Landesregierung dem LHW als großes Ziel nach 2013 aufgetragen hatte.