Neuermark-Lübars l Dumper, Raupen und Walzen geben sich nahe Neuermark-Lübars ein Stelldichein: Während mit Schaffußwalzen die wasserseitig aufgetragene Tondichtung eingearbeitet und verdichtet wird, entsteht auf der Landseite des Deiches eine befahrbare Arbeitsberme. Der Kies für den Stützkörper – also für die Berme – wird aus den Kieswerken in Hohengöhren und Wischer angeliefert. Der Lagerplatz befindet sich auf Sichtweite von der Baustelle, kurz dahinter stehen die Container für die Bauarbeiter. Diese sind übrigens videoüberwacht, um potenziellen Dieseldieben das üble Handwerk zu vermiesen.

Eine Baustelle erstreckt sich von der Fährüberfahrt bis zu jener Stelle, wo einst die NVA eine Kriegsbrücke errichten wollte. Hier wird zugleich die Trasse optimiert, wobei Schlenker verschwinden. Der Wall wird dadurch um knapp 100 Meter kürzer, das überschüssige Material wird gleich wieder verbaut.

Zu sehen ist das auch am Lübarser Bruch. Das Material vom abgetragenen Altdeich wird gleich für den Aufbau des neuen Walles genutzt. Der Altdeich besaß keine Dichtung und war von Sandbändern durchsetzt. Der neue Wall wird 20 Zentimeter höher gebaut, da er sich noch setzen wird. Eingebrachte Pegel werden die Setzungen messen. Hier an der einstigen Bruchstelle ist stellenweise der Baugrund schlecht, weshalb zur Stabilisierung der neu entstehenden Berme eine Spundwand eingerammt werden muss.

Beauftragt wurden vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) mit den Arbeiten in diesem Bereich zwei im Deichbau erfahrene Firmen: Ostbau aus Osterburg und Contrans aus Tangerhütte.

Ab November wird am Lübarser Bruch gerammt

„Im Abschnitt südlich der Fährüberfahrt ist die Trassenoptimierung abgeschlossen, auch die Dichtung ist eingearbeitet“, berichtet der LHW-Projektverantwortliche Tobias Koch. Auch der Anschluss der optimierten Trasse an den Altdeich ist schon erfolgt.

Gerammt werden muss auch in jedem Bereich, wo der Deich nahe an der Elbe liegt. Und zwar so dicht, dass die Buhnenwurzeln bis in den Wall hinein ragen. Der Deich liegt schar, heißt dies in der Fachsprache der Wasserbauer. Deshalb muss hier auf etwa 700 Metern Länge auch eine Spundwand als Dichtung eingerammt werden, eine mineralische aus Ton fände hier keinen Platz.

Die Rammarbeiten beginnen im November.

Seit einiger Zeit wird auch auf Höhe Hohengöhren nahe dem Grundstück Prigge am Wall gearbeitet. Er erhält ebenfalls Tondichtung und asphaltierte Berme und wird im Schnitt um etwa einen halben Meter erhöht.

Die Baufahrzeuge – die 20 Laster drehen täglich etwa zehn Runden – fahren vollbeladen vom Kieswerk Hohengöhren zu den Baustellen und am Elbweg in Klietz wieder raus. Deshalb sollten Radfahrer derzeit diesen Bereich im Interesse ihrer eigenen Sicherheit meiden.

Alle Baustellen werden hochwassersicher in die Winterpause gehen, der Deichkronenweg wird dazu provisorisch mit Schotter befestigt.