Neuwerben l Etwa einen Meter hoch ist der bald komplett grüne Erdwall, welcher sich jetzt neben der Straße befindet. Denn um dieses Maß musste der Elbdeich hier erhöht werden. Nach der Flut von 2013 waren alle Elbdeichhöhen neu berechnet worden, nach diesem neuen Bemessungshochwasser wurde der Wall entsprechend erhöht.

Die Herausforderung in Neuwerben: Die Häuser stehen auf dem Wall, weshalb dieser nur wasserseitig erhöht werden konnte. Zwischen dem neuen Wall und der Straße wurde zudem eine Abflussrinne fürs Niederschlagswasser errichtet – es darf ja nicht in den Erdwall strömen. Die selbe Bauweise wird übrigens auch in der Ortslage Sandau angewandt, auch hier ist der Platz knapp bemessen.

Deich zwischen zwei Flüssen

Neuwerben war ein Bauabschnitt, in Richtung Wehranlage folgten zwei weitere. Die Besonderheit dieses Deiches: Von der einen Seite strömt im Hochwasserfall die Elbe, auf der eigentlichen Landseite folgt kurz darauf das Havelwasser, da dieses nicht mehr in die Elbe abfließen kann.

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Damit Neuwerben auch im Extremfall erreichbar bleibt, wurde auf der Havelseite eine befahrbare Berme errichtet – wodurch der Wall um bis zu acht Meter breiter wurde. Auf der drei Meter breiten Asphaltstraße dieser Berme fuhren in dieser Woche auch alle am Bau Beteiligten zur Kolonie, um die 1,3 Kilometer lange Baustelle abzunehmen.

Mit 3,7 Millionen Euro im Kostenrahmen

Begonnen hatten die Arbeiten durch die Osterburger Firma Ostbau im September des Vorjahres, Bauherr war der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW). Insgesamt wurden 3,7 Millionen Euro ausgegeben, womit man im Kostenrahmen blieb. Da es eine Flutschadensbeseitigung war, bezahlte der Staat diese Investition komplett.

Zuerst mussten vorhandene Kabel von der Telekom und dem Wasser- und Schifffahrtsamt umverlegt werden, auch Bäume wurden in Größenordnungen gefällt. Für letztere wurde ganz in der Nähe – im Deichvorland als Eisschutz und auf dem Spülfeld am Neuwerbener Wehr – für Ersatz gesorgt: Insgesamt 5000 Gewächse wurden angepflanzt. Als weiterer Ausgleich für den Naturschutz wurde zudem ein Gewässer auf der Havelseite vergrößert.

Der stellvertretende LHW-Flussbereichsleiter Volker Hamann aus Genthin dankte allen an der Flutschadenssanierung Beteiligten für die reibungslose Zusammenarbeit. Immerhin begleiteten teils extreme Witterungsunbilden die Osterburger Deichbauer: Während 2017 noch recht nass gewesen war, folgte dieses Jahr ein Sommer mit Hitze- und Dürre-Rekorden.

Nach Bauende sind die Arbeiten um Neuwerben noch lange nicht abgeschlossen. Der LHW saniert das Einlasswehr Neuwerben komplett, die Brücke wurde vor kurzem erst fertiggestellt. Unter anderem werden am Wehr die Schütztafeln, der Turm sowie der Zulauf- und Abströmbereich erneuert.

Deshalb bleibt auch der hier entlang führende Elberadweg auch noch im nächsten Jahr gesperrt.