Quitzöbel l An den Baukränen ist die Baustelle an der einstigen Havelmündung schon von weitem zu erkennen. Kommt man aus Richtung Quitzöbel, überquert man zuerst das Durchstich- und danach das Altarmwehr. Letzteres wird seit dem Vorjahr weiter saniert, nun allerdings unter der Regie des Wasserstraßenneubauamtes (WNA) Magdeburg. Vorher war das Brandenburger Wasser- und Schifffahrtsamt Bauherr, wobei es immer wieder zu Verzögerungen gekommen war. Denn seit 2009 wurde an dem Wehr gebaut, ab 2012 war hier dann Baustopp. Zuletzt war die Baugrube abgesoffen.

Jetzt geht es hier voran: Inzwischen hat das WNA bereits das alte Bürogebäude abreißen und neu errichten lassen. Derzeit wird an den markanten Maschinentürmen aus Beton gearbeitet, sie werden abgetragen und neu gegossen. Erneuert werden bei der Sanierung zudem die 25 Meter breite und fast neun Meter hohe Schütztafel sowie die fast 23 Meter lange Kammer der Kahnschleuse. Deren Tore wurden bereits vor einiger Zeit angeliefert, sie lagern jetzt bis zum Einbau unter Wasser – markiert mit gelben Bojen. Ist das Altarmwehr fertig, wird auch noch das Durchstichwehr saniert. Insgesamt werden bei beiden sechs Wehrtürme, drei Wehrschütze und zwei Schleusentore saniert. Die Gesamtausgaben belaufen sich laut derzeitigem Stand auf knapp 28 Millionen Euro.

Fehler soll beim Wehrbau nicht wiederholt wer

Das Neuwerbener Wehr wird vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) saniert. Hier will man die beim Nachbarwehr gemachten Fehler vermeiden und setzte ein besonders Augenmerk auf die Abdichtung der Baugrube. So wurde der Gewässeruntergrund aufwendig untersucht – er ist sehr kiesig und entwässert deshalb stark. Darum muss die Baugrube, welche immerhin fast fünf Meter tief wird, ringsum ordentlich mit Spundwänden und Betonbohrpfählen abgedichtet werden. Wobei auch Taucher zum Einsatz kamen.

Natürlich würde das Wasser auch von unten in die Grube drücken, weshalb diese mit Unterwasserbeton abgedichtet wird. Damit dieser durch den Auftrieb nicht aufschwemmen kann, wurden im Vorjahr 12,5 Meter lange Pfahlanker in den Gewässerboden gebohrt. Wozu wiederum extra eine Arbeitsbühne für das schwere Bohrgerät geschaffen werden musste. Die Wände dieses Podestes wurde unter anderem durch die mit Sand gefüllten Bigbags gesichert, welche vor kurzem wieder entfernt wurden.

Wehr war nicht mehr standsicher

Damit das nicht mehr standsichere Neuwerbener Wehr überhaupt erst saniert werden konnte, musste zuerst die Brücke neu errichtet werden. Die Tragfähigkeit wurde dadurch von 7,5 auf 30 Tonnen erhöht, so dass hier nun auch die schweren Baufahrzeuge rüber fahren können. Erster Abschnitt war der Brückenbau, jetzt folgen die Abschnitte 2 und 3 – also Massivbau und Stahlwasserbau. Im letzten Abschnitt werden dann noch die Elektronik und die Steuerung auf Vordermann gebracht.

Wegen der Baustelle ist der hier entlangführende Elberadweg weiterhin gesperrt. Seit der Vorwoche müssen die Neuwerbener zudem den elbseitigen Damm neben dem Altarmwehr als Umfahrung benutzen.