Havelberg l Mit einem lautstarken Ja haben Benita Balke und Ulf Bachmann am Donnerstag vor Hunderten Gästen im großen Festzelt ihren Bund der Ehe manifestiert. Kurz zuvor hatte Bürgermeister Bernd Poloski den Pferdemarkt 2018 mit den Worten „Es ist wieder soweit, in Havelberg regiert die fünfte Jahreszeit“ eröffnet und kein geringerer als der Archäologe und Wissenschaftsbegründer Johann Joachim Winckelmann, der 1717 in Stendal das Licht der Welt erblickt hatte (alias Jürgen Schmidt aus Wittenberge), nahm die Trauung des Paares vor.

Mit dem Ziel, der Tradition des Heiratsmarktes, als der der Pferdemarkt, der seine Wurzeln im Mittelalter hat, auch bekannt ist, wieder mehr Gewicht zu verleihen, hatte die Hansestadt bereits im vorigen Jahr Brautpaare aufgerufen, sich auf dem Pferdemarkt zu trauen. Zur Premiere waren es drei Paare, dieses Mal hatte sich mit Ulf und Benita ein Paar beworben. Sie sind große Fans des Pferdemarktes und führten mit eigener Kutsche und Pferden den langen Tross der Kutscher und Reiter an, der vor der Eröffnung im Festzelt über den Pferdeplatz zog.

Ringetausch und Kuss

Die standesamtliche Trauung hatte am Vormittag in der Domkurie D8 stattgefunden. Im Festzelt gab es dann die symbolische Trauung durch Winckelmann. Der berichtete zum Beispiel, dass sich das Paar, das in Hecklingen bei Staßfurt zu Hause ist, schon seit zehn Jahren kennt. „In meiner Zeit hätte man das als wilde Ehe bezeichnet.“ Für die Gäste des Brautpaares waren Tische eingedeckt, das Brautpaar selbst saß an einer Tafel, die in den Lieblingsfarben blau und rosa dekoriert war. Mit einer zünftigen Feder, die ins Tintenfass getaucht wurde, dem Ringetausch und natürlich einem Kuss besiegelten beide ihr Eheglück. Für den Hochzeitstanz spielte die Dr. Martin‘s Swing Band „Leben mit dir“. Sehr zur Freude der Braut, die Roger Whittaker-Fan ist. Vom Bürgermeister sowie von Marktmeister Dieter Härtwig und Tourismuschefin Marina Heinrich gab es mit Hochzeitstorte, Lebkuchenherz, Blumen und Marktplakat die ersten Hochzeitsgeschenke von der Hansestadt.

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Der Bürgermeister begrüßte neben den vielen Marktbesuchern, die die Zeremonie im Zelt verfolgten, etliche Ehrengäste, zu denen Bundestagsabgeordneter Eckhard Gnodtke (CDU), Stadtratsvorsitzender Wolfgang Schürmann (CDU) und der Kommandeur des Panzerpionierbataillons 803, Oberstleutnant Markus Schulze Harling, gehörten. Aus der Prignitz und von der Insel Usedom sind die Fanklubs angereist, mit Pferd und Kutschen kamen die Free Rider aus Rogätz auf das Festgelände im Mühlenholz. Das Stadtoberhaupt sprach allen, die zum Gelingen des Pferdemarktes beitragen, seinen großen Dank aus.

331 Pferde aufgetrieben

Bis zum Sonntagabend, wenn um 21 Uhr das Höhenfeuerwerk in den Nachthimmel steigt, gibt es viel Gelegenheit zum Handeln, Feilschen, Feiern. Für Rummelspaß ist mit 116 Geschäften gesorgt, die die 75 Schausteller mitgebracht haben. Breakdancer, Autoscooter, Geisterbahn, Riesenrad, Kinderkarussells, Propeller und anderes mehr laden zu rasanten Fahrten ein. Für Essen und Trinken ist auf allen Plätzen reichlich gesorgt. Bis zum Abend wurden 331 Pferde aufgetrieben sowie 33 Esel und sechs Lamas. Zudem brachten Händler 54 Hunde mit. Auf dem Pferdeplatz sind es 46 Händler mit pferdetypischen Waren sowie 229 Pferdehändler, auf dem Handelsplatz 142 Händler. 426 Händler halten auf dem Kleinhandels- und Trödelplatz eine riesige Auswahl an Neuware, Trödel und Antikem parat.