Klietz l Etwas anders als gewohnt sah der Tischtennisraum im Klietzer Jugendtreff am Sonntagnachmittag aus: Mehrere große Tafeln mit den Plänen der drei Ortsteile und einem Gesamtplan sowie diverse Stehtische waren hier aufgestellt. Unter dem Motto „Zunkunft selbst gestalten – Jetzt!“ hatte Ratsmitglied Jens Meiering den Bürgermeister, die Ratsmitglieder und natürlich alle Bürger zu einer Ideenwerkstatt eingeladen.

Auf grünen und roten Zetteln konnten Ideen – und auch Gegenargumente – für Klietz, Scharlibbe und Neuermark-Lübars notiert werden. Wovon die etwa 30 Gäste aus allen drei Ortsteilen denn auch rege Gebrauch machten. Vertreten waren vom Rat die Fraktion „Für unsere Gemeinde“ sowie Torsten Peters und Jan Seidel.

Spielplatzbau startet jetzt

Laufende und bekannte Vorhaben hatten die Organisatoren schon mal aufgelistet, wie den Bau des Spielplatzes in der Seesiedlung (welcher gestern begann), ein barrierefreies Rathaus oder den Stromanschluss für die Badestelle.

In der Diskussion war im Rat auch schon ein Abriss jener Baracke, welche die Senioren und die Kraftsportler des Armeesportvereins nutzen. Dazu informierten Helga Marschall und Gisela Rall von der Volkssolidarität, dass die Senioren nicht generell gegen einen Auszug seien. Die große Frage sei vielmehr, wo sie dann unterkommen. Der neue Treff müsste ebenso wie der aktuelle barrierefrei zu erreichen sein und auch Platz für Mobiliar und Geschirr bieten. Die einstige Förderschule ist nur über Treppen erreichbar.

Hundeverbot an Badestelle

Auf den Zetteln an den Tafeln waren etliche Ideen zu lesen. So wurde für Klietz vorgeschlagen, an der Badestelle ein Hundeverbotsschild aufzustellen. Auch sollten hier Toiletten und Umkleidekabine aufgestellt werden – letztere gab es früher schon mal.

Handlungsbedarf besteht bei den Spielplätzen Am Ring und vor allem in der Friedenssiedlung. In der Dammstraße könnten Blühstreifen angelegt werden – womöglich im Rahmen einer Bürgeraktion. Vorgeschlagen wurde die Einrichtung eines Gewerbestammtisches sowie eine bessere Internetpräsentation der Gemeinde. Klietz könnte sich ebenfalls am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ beteiligen, so eine weitere Idee.

Für die Grundschule sollte zudem mehr geworben und für deren Küche ein Betreiber gewonnen werden. Ferner könnten angesichts des Einwohnerschwundes und des Fachkräftemangels „willige Flüchtlingsfamilien“ angesiedelt werden. Die Platanen an Kita, Turnhalle und in der Ringstraße, deren Wurzeln das Pflaster hoch drücken, sollten gefällt und durch andere Bäume ersetzt werden.

Gefahr für spielende Kinder

Unschön fallen Am Ring die drei leerstehenden Blöcke ins Auge, zudem bilden sie eine Gefahr für spielende Kinder. Hier kamen die Vorschläge, diese abzureißen oder bis auf eine Etage abzutragen. Die einstige Slawenburg am kleinen See könnte zudem im Grundriss oder als Fassadenteil nachgestaltet werden.

Für Scharlibbe wäre der Bau einer Verkehrsinsel am Ortseingang aus Klietz eine Option. Oder ein Fußgängerüberweg an der Bushaltestelle für die Schüler. Auch hier ist der Spielplatz arg in die Jahre gekommen, gewünscht werden Schaukel, Schwebebalken und Tischtennisplatte. Die Toiletten im Versammlungsraum müssten zudem barrierefrei sein.

Letzteres trifft auch auf das Dorfgemeinschaftshaus in Neuermark-Lübars zu. Auch sollte dort eine Garage errichtet werden, wo die Sitzmöbel für den Außenbereich eingelagert werden können. Die Bäume an Teilen der Betonspurbahn müssten im Lichtraumprofil beschnitten werden. Und die Beschilderung des Radweges lässt sehr zu wünschen übrig, unter anderem fehlen Hinweise zum Abbiegen ins Dorf und weiter in Richtung Elbdeich sowie in Richtung Hohengöhren. Natürlich kam erneut der Wunsch nach einem Radweg nach Hohengöhren – welcher bekanntlich schon seit Jahren im Gespräch ist.

Ideen werden nun gesichtet

Jens Meiering und seine Mitstreiter wollen jetzt die vielen Vorschläge auswerten und schauen, was schon mal kurzfristig umgesetzt werden kann. Zum Beispiel die Spielplatzsanierung in Scharlibbe oder die Garage für Neuermark-Lübars. Auch muss man ausloten, für welche Projekte welche Fördermittel aquiriert werden können, diese müssten dann auch noch beantragt werden.

Zur Vorbereitung soll im Gemeinderat eine Arbeitsgruppe gebildet werden, an der sich aber auch die Bürger beteiligen können. Bezieht man diese mit ein, so Jens Meiering, achten sie das Geschaffene am Ende auch weitaus mehr und identifizieren sich besser mit ihrem Heimatort. Mit den örtlichen Vereinen wie den Scharlibber Freunden oder dem Heimatverein in Neuermark-Lübars soll dabei ebenfalls eng zusammengearbeitet werden.

Wer sich als Bürger mit einbringen möchte, kann sich gern bei Jens Meiering oder Frank Böttcher melden.