Havelberg l Dom und Kirchen sind geschlossen, Gemeindenachmittage, Konfirmandenunterricht, Chorproben und anderes mehr finden nicht statt. Da gilt es, neue Wege zu suchen, um im Kontakt zu bleiben. Die Evangelische Kirchengemeinde Havelberg hat dafür zum Beispiel den Internetauftritt unter www.havelberg-dom.de aktualisiert und Pfarrer Frank Städler ist auch Youtuber geworden.

Auf der Internetseite sind Verlinkungen zu Youtube-Filmen zu finden, mit denen in den Dom eingeladen wird, auch wenn dieser momentan wegen der Corona-Krise geschlossen bleiben muss. So gibt es einen elfminütigen Film zum zurückliegenden Sonntag Judika mit dem Gebet des Dompfarrers, Orgelmusik und Gesang von Domkantor Matthias Bensch, der Lesung des Evangeliums von Mario Schock sowie wunderbaren Aufnahmen des Domes und auch außerhalb des Gotteshauses von Max Tietze. Sehenswert auch der Film über die „Offene Kirche“ Toppel, der Lust macht, die kleine Kirche zu besuchen, wenn das wieder möglich ist.

Ganz aktuell hat Frank Städler den ersten von drei Teilen zum Havelberger Lettner ins Netz gestellt. Das 600 Jahre alte Sandsteinrelief zeigt den Leidensweg Jesu bis zur Auferstehung und Himmelfahrt.

An den beiden zurückliegenden Sonntagen hat er mit seiner Frau Kathrin Städler, deren Veranstaltungen im Rahmen der Spirituellen Erwachsenenbildung nun ebenfalls auf Eis liegen, Kerzen an der Weltkugel und auf dem Altar entfacht. Die Glocken des Domes läuten sonntags zur Gottesdienstzeit um 10 Uhr zum Gebet.

WhatsApp-Gruppe mit den Konfirmanden

Mit den Konfirmanden zum Beispiel ist der Pfarrer in einer WhatsApp-Gruppe im Kontakt. Sie hoffen, dass sie Pfingsten Konfirmation feiern können.

Für all jene, die sonst zum Gemeindenachmittag gehen, hat er einen Brief geschrieben, verbunden mit einer Postkarte mit einem Ausschnitt des Rossower Altars, der einst im Havelberger Dom stand. Die Karten sind druckfrisch. Gerade ist im Dom vor dem barocken Hochaltar ein Abbild des ursprünglichen Marienaltars aufgestellt worden, das am kommenden Sonntag, dem Palmsonntag, im Gottesdienst vorgestellt werden sollte.

In dem Brief schreibt der Pfarrer unter anderem: „Jeder ist mehr als sonst an seine Wohnung gebunden, an seine vier Wände. Und wer einen Garten hat, freut sich mehr als sonst, dass er den Frühling kommen sieht. Aber jeder fragt sich auch, wie lange wird das gehen? Und keiner hat eine genaue Antwort. So müssen wir uns in Geduld fassen und darauf sehen, was uns Hoffnung schenkt.

Mir schenkt der Blick auf Jesus Christus Hoffnung. Auf der Postkarte, die im Brief dabei ist, sehen Sie den Gekreuzigten. An den Seiten stehen Maria und Johannes. Sie trauern um ihn. Und obwohl das Sterben und die Trauer im Zentrum der Postkarte stehen, kündet sie doch von einer ganz neuen Hoffnung. Der Hoffnung der Auferstehung. Niemals würden wir uns so etwas anschauen, wüssten wir nicht, dass es weitergeht. Jesus blieb nicht im Tod. Das Kreuz ist zum Zeichen der Überwindung des Todes geworden. Und unser Glaube hängt daran. Wegen dieser Hoffnung sende ich Ihnen diese Karte.“

Gemeinsames Gebet, wenn die Domglocken läuten

Die Eröffnung der Altarnachbildung wird verschoben. „Bleiben Sie neugierig, wann das ein wird. Helfen Sie einander und stehen Sie einander im Gebet bei“, gibt Frank Städler den Gläubigen mit auf den Weg und lädt sie zudem zu folgendem Gebet ein, abends um 18 Uhr, wenn die Glocken des Domes und der Stadtkirche läuten.

„O Gott, unser Heiland, ich bitte dich: zeige Dein Erbarmen für die ganze Menschheitsfamilie. Komm uns zur Hilfe. Jetzt, da sich der Coronavirus auf der ganzen Erde ausbreitet.

Schenke uns deinen Geist der Liebe und Besonnenheit, damit wir zusammenwirken, um die Ausbreitung des Virus einzuschränken und zum Erliegen zu bringen.

Stärke und ermutige alle, die im Gesundheitswesen arbeiten. Inspiriere die Forschenden, die an Impfstoffen arbeiten und schenke ihnen Erkenntnis und Weitblick.

Erhalte alle Menschen, deren Arbeit und Einkommen durch Quarantäne und andere Einschränkungen bedroht sind.

Beschütze alle, die reisen müssen. Leite die politisch Verantwortlichen, dass sie die Wahrheit sagen und danach handeln. Halte die Ausbreitung von Falschinformation und Gerüchten zurück.

Heile unsere Welt. Heile unsere Körper und stärke unsere Herzen und Sinne.

In deinen gnädigen Armen halte alle, die gestorben sind und alle, in dieser Zeit sterben werden. Tröste ihre Hinterbliebenen und tröste alle, die verzweifelt sind.

Ich bitte dich: Gedenke der ganzen Menschheit und der ganzen Schöpfung.

Du, Gott, bist unser Herr und Erlöser. Amen.“