Klietz l Den Senioren in Neuermark-Lübars hat Dieter Wartenberg aus Klietz vor wenigen Tagen von seinen jüngsten Reiseerlebnissen berichtet, weitere Vorträge über Äthiopien folgen im Elbe-Havel-Land und darüber hinaus. Erst seit ein paar Tagen ist der 82-Jährige wieder zu Hause. Zeit, sich von der anstrengenden Reise mit Übergabe der Spenden zu erholen, nimmt sich der quirlige Senior nicht. Täglich zehn Stunden sitzt er am Computer. „Ich muss mein zweites Märchenbuch fertigkriegen“, blättert er im schon fertig geschriebenen und ausgedrucken Manuskrip. Die Illustrationen zu den Märchen aus Äthiopien stammen von seiner Nichte Katrin Tietze. Dann muss er auch schon langsam mit der Vorbereitung seiner Äthiopien-Vorträge im Rahmen der Erwachsenenbildung im Sommersemester an der Uni in Magdeburg beginnen.

Regen reichte nicht aus

Letzte Märchen, die das Buch komplettieren, hat er auf seiner jüngsten Reise im März gesammelt. Wieder war es ihm möglich, mit einer stattlichen Spendensumme – zusammengekommen durch Vorträge und private Spenden – nach Äthiopien zu reisen. Seine Kontakte ermöglichen es ihm, Lebensmittel und andere dringend benötigte Dinge zu Großmarktpreisen einzukaufen und direkt in den Dörfern im Norden des Landes zu überbringen. Getreideprodukte, Mais, Nudeln, Öl ... wurden freudestrahlend und dankend angenommen. „Es hat inzwischen etwas geregnet, aber es reicht lange nicht, um die Hungersnot zu beenden. Seit meinen Besuch im vergangenen Jahr ist das Leid zwar nicht mehr ganz so extrem, aber die Hilfe wird nach wie vor dringend gebraucht.“

Besuch einer Kaffeeplantage

Dieter Wartenberg wollte die Reise eigentlich auch nutzen, um den fruchtbaren Süden des Landes, in dem er lange gelebt und an der Universität in der Hauptstadt Addis Abeba unterrichtet hat, zu erkunden. Aber die starken Regenfälle in diesem Teil des afrikanischen Landes machten Straßen unpassierbar und die einheimischen befreundeten Führer, die Dieter Wartenberg stets auf seinen Touren begleiten, rieten von der Weiterfahrt ab. Dennoch lernte er wieder Neues kennen. So besuchte der Klietzer unter anderem eine Kaffeeplantage. Bilder davon kann er auf seinen Vorträgen zeigen. Auch vom Besuch „seiner“ Schule, die sich im dürregeplagten Norden im Gebiet des Naturstammes der „Afar“ befindet. Dank der Hilfe aus Deutschland können die Kinder hier lesen und schreiben lernen.