Sandau l Bis nach Nitzow und Wöplitz führten die Einsätze der Elbestädter im Vorjahr, informierte Stadtwehrleiter Alexander Bahr auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Sandau. Der aktiven Abteilung gehören derzeit 26 Mitglieder an, der Altersabteilung sieben und beim Nachwuchs machen elf Kinder und Jugendliche mit.

Etliche der Aktiven sind allerdings unter der Woche nicht vor Ort oder können schlecht von der Arbeit weg, konstatierte der Stadtwehrleiter. Deshalb sei es wichtig, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung weitere Sandauer für dieses wichtige Ehrenamt zu gewinnen. Zur Information der Öffentlichkeit gibt es nun auch eine Internetseite, welche von Martin Oelsner erstellt wurde.

Großbrand gleich zu Beginn

Das Einsatzjahr begann am 1. März gleich mit einem Großbrand: Ein Wohnhaus in der Havelberger Straße stand in Flammen, 14 Sandauer waren hier im Einsatz. Am Folgetag machten sich Nachlöscharbeiten nötig, zudem wurde zum Unfall nach Kamern alarmiert.

Ödland stand am 17. März am Bahnhof in Flammen, am 6. April war in der Marktstraße eine Ölspur zu beseitigen, am 16. Mai rief eine Brandmeldeanlage zur Domherrnstraße 8 nach Havelberg – Fehlalarm. Drei Aktive sicherten am 23. Mai Schweißarbeiten auf der Fähre ab und am 10. Juni ging es zum Holzstapelbrand nach Nitzow. Auslaufende Flüssigkeiten waren am 13. August nach einem Unfall zu binden, verbunden mit einer Personensuche. Mitten im Pferdemarktverkehr war am 2. September eine Ölspur zu beseitigen, zwölf Tage später ging es zum Garagenbrand nach Havelberg.

Orkan forderte auch den Sandauer Aktiven alle

Der Orkan am 5. Oktober forderte auch den Sandauer Aktiven alles ab: Im Park, im Wulkauer Weg, an der Turnhalle, in der Königsallee und in der Jederitzer Straße, am Wiehl und in der Parkstraße mussten Sturmschäden beseitigt werden. Das alles konnte nur mit einem Fahrzeug erfolgen, denn der W 50 war zur Reparatur. Der letzte Einsatz führte anderntags nach Wöplitz zum Zimmerbrand. Im Schnitt saßen neun Aktive auf den Fahrzeugen, auch eine Übung wurde gefahren.

Alle 14 Tage ist Ausbildung, eine fand auch zusammen mit Schönfeld, Kamern und Wulkau statt. Neben den Einsätzen sorgten die Freiwilligen für geselliges Leben im Ort: Das Feuer beim Pfannkuchenlauf wurde abgesichert, am 12. März wurde eine Benefizveranstaltung für die Brandopfer organisiert – Matthias Rauberg als einer von ihnen ist Mitglied der Wehr. Zusammen mit dem Förderverein wurde auch das Osterfeuer ausgerichtet, am Volksfest beteiligte sich die Wehr mit Rundfahrten und Technikschau und zum Elbebadetag gab es Wasserfontänen.

Auf dem Nitzower Wasserplatz fand im Juli ein gemeinsames Camp mit dem Nachwuchs statt, wobei auch die große Übung in Havelberg besucht wurde. Ende Juli lud man zum Sommerfest und am 2. Oktober zum Einheitsfeuer mit Fackelumzug – wobei die Resonanz nach langer Pause so gewaltig war, dass man sich noch Fackeln aus Wulkau holen musste. Beim Weihnachtsmarkt am Rathaus wurde gegrillt und am 9. Dezember fuhr die Wehr zum Rostocker Weihnachtsmarkt.

Rege Nachwuchsarbeit

Ein großes Dankeschön richtete der Wehrleiter an Mandy Schäler, Madeleine Bohnhoff und Michael Kronefeld, welche für die Nachwuchsarbeit verantwortlich sind.

Mahnende Worte gab es einmal mehr zur Technik: Das vom Stendaler Feuerwehrmuseum geliehene W 50-Tanklöschfahrzeug ist inzwischen 31 Jahre alt, das kleinere Spritzenfahrzeug nur sieben Jahre jünger. Immer wieder muss etwas repariert werden, doch hält Gerätewart Andreas Feindt die Fahrzeuge gut in Schuss.

Froh sind die Sandauer über einen Schlitten für das Notstromgerät, so dass dieses nicht mehr vom Fahrzeug gehoben werden muss. Fast alle bekamen neue Einsatzbekleidung, der Rest folgt in Kürze. Zudem erhielt man Forsthelm, Strahlrohr, zwei Verteiler, Faltsignale, einen Kompressor und ein Hydroschild. Das Gerätehaus hat nun auch einen schnellen Internetanschluss – es fehlt nur noch der Computer dafür. Auch die Bekleidung für die Jugendwehr steht noch aus.

Kritische Worte gab es auch zur Teilnahme an der Ausbildung: Im Schnitt elf Aktive nahmen daran teil – also nicht einmal die Hälfte. Das muss sich künftig verbessern.

„Auf Sandau ist Verlass“, meinte Verbandsgemeindewehrleiter Karl-Heinz Pick. Laut Risiko-Analyse der Verbandsgemeinde ist vorgesehen, in zwei Jahren für Sandau ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 10 zu kaufen.