Garz l Einen Grund für dieses Lob lieferte gleich der erste Einsatz, welcher am 11. März des Vorjahres von den Garzern gefahren werden musste: In einer Wohnung im Nachbarort Kuhl­hausen stand eine Gasflasche in Flammen. Die Garzer hatten die Einsatzleitung inne, da es in der Wehr Kuhlhausen keine Führungskräfte gibt. Insgesamt waren 37 Aktive vor Ort, darunter 14 Atemschutzträger – von denen allein sechs aus Garz kamen. „Dieser Einsatz zeigte, dass die stete Weiterbildung der Atemschutzgeräteträger unerlässlich ist“, betonte Ortswehrleiter Lars Braunsdorf in seinem Bericht.

Der nächste Alarm kam mitten in der Nacht: Am 1. August stand in Warnau ein Auto in Vollbrand. Beim Löschen erlebte die gerade neu angeschaffte Schaumpistole ihre Feuertaufe. Eine weitere Neuanschaffung machte sich am 5. Oktober bezahlt, als Orkan „Xavier“ zahlreiche Bäume fällte: Die Kettensäge leistete hervorragende Dienste. Ein Baum war im Ort sogar auf ein Wohnhaus gestürzt. Die Garzer waren zwei Tage ohne Strom, weshalb anderntags auch die Sirene nicht anlief. Die Alarmierung zum Zimmerbrand nach Wöplitz konnte somit nur über Pieper erfolgen. Fünfter und letzter Einsatz war am 26. November eine Personensuche in Kuhlhausen.

Weiterbildung ist wichtig

Die Weiterbildung spielt in der Wehr eine große Rolle. So nahmen zwei Garzer vor Jahresfrist am Schiedsrichterlehrgang teil, sechs Aktive besuchten die Atemschutzstrecke in der Feuerwehrzentrale Arneburg, Michaela Schulz wurde im Oktober Gruppenführerin und vier Frauen nahmen im November am Digitalfunklehrgang teil. Gemeinsam mit den umliegenden Wehren fand im Mai in Kuhlhausen eine Ausbildung statt, wobei eine lange Wegestrecke verlegt wurde und Personen zu suchen waren.

Die insgesamt 22 Feuerwehrleute sicherten zudem Weihnachtsbaumverbrennen, Oster-, Mai- und Oktoberfeuer ab, stellten den Maibaum auf und waren bei Trödelmarkt, Kartoffelfest und Weihnachtsmarkt dabei. Zum Sommerfest hatten sie einen Gaudiwettkampf für Jedermann organisiert, die tolle Resonanz bewog zur Fortsetzung in diesem Jahr.

Feuerwehrsport spielt seit Jahren eine Rolle

Wichtig ist den Garzern seit Jahren auch der Feuerwehrsport. So gingen sie in Kamern beim gemeinsamen Löschangriffausscheid mit der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land mit Männer- und Frauenteam an den Start. Die Frauen siegten, die Männer erkämpften Platz zwei. Vier Wochen später wurden die Frauen in Lüderitz Kreismeister in der Gruppenstafette.

Ein Höhepunkt war die Großübung in Havelberg anlässlich der 140-Jahr-Feier der Stadtwehr, wobei die Garzer Atemschutzträger stellten. Für einen Spaß sind die Garzer auch immer zu haben, weshalb man auch die Einladung zum Gaudiwettkampf im Mai nach Scharlibbe gern annahm.

Die Einsätze im Vorjahr wurden unter erschwerten Bedingungen gemeistert, denn das Gerätehaus wurde saniert, weshalb die Halle geräumt werden musste. Erneuert wurden Dach samt Schornstein, Türen, Fenster, das Tor und der Sanitärtrakt, die Heizung ist fast fertig, derzeit wird die Elektrik installiert. Ein Dankeschön ging an Andreas Brütt und Timo Hagen, welche beim Umbau halfen. Ebenso an Landwirt Jens Köpke, welcher eine Unterstellmöglichkeit bot und oft mit Technik aushilft.

Wehr wird 90 Jahre alt

In diesem Jahr wird die Wehr 90 Jahre alt, informierte Lars Braunsdorf, das Jubiläum soll am 20. Oktober gefeiert werden. Bis dahin soll das Gerätehaus entsprechend hergerichtet werden – innen und außen muss noch gemalert werden. Bis zur Feier sollen dann auch alle Garzer eine Dienstuniform tragen, derzeit richtet die Einheitsgemeinde Havelberg in Damerow eine zentrale Kleiderkammer ein.

„Ihr seid auf einem guten Weg“, lobte Amtsleiter André Gerdel. Gut fand er die gemeinsame Ausbildung, ein Zeichen dafür sei auch die Anwesenheit zweier Warnauer. Denn notfalls ist man auf Selbsthilfe angewiesen, wie der Orkan im Oktober zeigte.

Die 22 Garzer Aktiven mit ihren acht Atemschutzträgern sind auch für die Orte im Umkreis wichtig, betonte der stellvertretende Stadtwehrleiter Martin Schröder. Nach dem Orkan halfen sie sogar in Havelberg mit. Künftig soll Garz bei größeren Einsätzen in Havelberg nachgefordert werden. Vielleicht könne man das Jubiläum nutzen, um ein Fest für alle Aktiven der Einheitsgemeinde auszurichten.