Klietz l Am 24. Oktober, seinem 80. Geburtstag, überraschte der Bürgermeister den Jubilar mit dieser Ehrung.Und dazu gibt es auch ein Geschenk. Nämlich einen Baum, den er sich selbst aussuchen und dann in „sein“ Wäldchen hinterm Festplatz pflanzen kann, in dem schon etliche Bäume wachsen und gedeihen. „Zu dieser Baumsammlung soll immer mehr dazu kommen. An der Artenvielfalt können sich die Wanderer auf dem Natur- und dem Fledermauspfad erfreuen, die Grundschüler können hier naturnahen Unterricht erleben und für die Besucher des Schullandheimes wird der Waldspaziergang bereichert.“

Warum sich Joachim Steinborn in das Goldene Buch eintragen durfte, begründet Bürgermeister Hermann Paschke so: „Vor allem die natur-, jagd- und musikbegeisterten Einwohner möchten Joachim Steinborn anlässlich seines 80. Geburtstages für sein jahrzehntelanges Engagement im Interesse des Gemeinwohls danken. Wir haben ihm unter anderem zu verdanken, dass es den Naturlehrpfad um den See und den Fledermauspfad gibt; dass wissbegierige junge Leute in und von der Klietzer Natur sehr viel erfahren; er als begeisterter Jagdhornbläser in der Region mit dafür sorgt, diese Tradition aufrecht zu erhalten; dass kompetenter Rat in Sachen Naturschutz nicht teuer sein muss und stets abrufbar ist; dass ganze Fleder- mausgenerationen in Klietz ihr Zuhause haben und dass es einen so aufmerksamen Wächter des Waldes gibt.“

Stets zusammen mit seiner Frau

Dass er all das niemals allein schaffen würde, sagt Joachim Steinborn mit Blick auf sein Frau Anneliese, die immer an seiner Seite ist. Auch auf die Gemeinde und die Gemeindearbeiter kann er sich verlassen – wie jetzt gerade beim Beseitigen der Sturmschäden. Auch Bundeswehr und viele Spender von kleinen und großen Geldsummen machen es möglich, dass er seine Projekte umsetzen kann.

Vieles geht ihm viel zu langsam, weil Vorschriften eingehalten werden müssen. Mit der Flutschadenssanierung auf dem Naturlehrpfad um den See wäre er gern schon viel weiter. Und auch den schon ein paar Jahre geplanten Aufbau eines Naturbeobachtungsturmes am Ufer des Sees mit Blick über das Wasser und die angrenzenden Wiesen, für den die alte Kanzel des Klietzer Feuerwachturmes das Gerüst bilden soll, hat er nicht aus den Augen verloren. „Leider sind die bürokratischen Wege oft lang und mühselig und auch hier gilt: Ohne Moos nix los.“

Aber Steinborns sind hartnäckig und schaffen es mit viel Eigeninitiative wie zuletzt bei der Einrichtung des Fledermauspfades, ihre Pläne umzusetzen. „Es gibt überall noch so viel zu tun“, strotzen sie vor Ideen. Dabei lassen sie auch den kleinen Klietzer See, der zu verlanden droht, nicht außer acht. Sie werden nicht müde, zu mahnen, zu hinterfragen und zu drängeln und vor allem selbst zuzupacken.

Gerade arbeiten sie daran, dass der Naturlehrpfad um den See, auf dem Joachim Steinborn immer wieder Gruppen vor allem aus dem Schullandheim führt, ein „qualifizierter Wanderweg Deutschlands“ wird. Ein Gutachter war bereits vor Ort, Mitte November findet eine nächste Beratung dazu statt. „Es wäre toll, wenn wir das schaffen! Damit würde der Pfad in ganz Deutschland bekannt und das lockt Besucher in unsere Region.“

Was er sich zum 80. Geburtstag wünscht? Zunächst erst einmal hat er sich gefreut, dass so viele Gratulanten an ihn dachten und auch beschenkten mit so nachhaltigen Dingen wie dem Baum von der Gemeinde. Aber auch das ist ihm neben der Achtung und dem Erhalt einer gesunden Natur wichtig: „Dass die Menschen zusammenhalten, aufeinander zugehen, miteinander reden und sich gegenseitig tolerieren!“