Havelberg l Angeregt plaudert Justin Bank mit Sandra Braun über Berufe im Gesundheitswesen. Er ist aus Perleberg und könnte sich eine Ausbildung in diesem Beruf vorstellen. Die Praxisleiterin für die Ausbildung im KMG Klinikum Havelberg gehörte am Mittwoch mit zu den 14 Unternehmen und Einrichtungen, die ihre Angebote für Ausbildung und Jobs in den Räumlichkeiten der Deutschen Angestellten Akademie DAA präsentierten. Zwei Auszubildende werden für das Havelberger Krankenhaus zum Sommer gesucht, nächste Woche finden die Bewerbungsgespräche statt.

Silke Lisges aus dem Ordnungsamt der Stadtverwaltung informierte über die Stellenangebote der Hansestadt. Gesucht werden aktuell ein Erzieher im Kita-Bereich, ein Kita-Leiter in Warnau und Interessierte für den Bundesfreiwilligendienst in Kitas und Grundschule. Auch das DRK war vertreten. Erzieher, Heilerziehungspfleger, Pflegefach- und Pflegekräfte für die Einrichtungen im Landkreis Stendal werden gesucht, berichtet Ingrid Querner, stellvertretende Leiterin des Julianenhofheimes im Havelberger Ortsteil Müggenbusch. Um Ausbildung und Stellenangebote in der Pflege ging es auch am Stand der Lafim, die in Havelberg das Evangelische Seniorenzentrum betreibt.

 „Wir suchen Pflegefachkräfte und Pflegehelfer und bieten dafür auch Ausbildungen an“, berichtet Mandy Klapputh. Sie ist stellvertretende Pflegedienstleiterin und informierte zusammen mit der Pflegedienstleiterin Tagespflege Antje Sell die Besucher. „Auch mit 50 ist der Einstieg in den Pflegeberuf noch möglich“, erklärt sie. Quereinsteiger können zum Beispiel einen Basiskurs über 200 Stunden absolvieren oder auch eine berufsbegleitende Ausbildung. Es geht aber auch ohne.

Bilder

Perspektiven aufgezeigt

Das Handwerk des Tischlers stellten Mathias Höltge und Max Müller von der Tischlerei Dähne in Warnau vor. Drei bis vier Lehrlinge werden dort pro Jahr eingestellt. „Der Beruf ist sehr vielfältig. Holz hat mich schon immer beeindruckt und die Arbeit macht mir viel Spaß“, erzählt Max Müller, der im Sommer nach drei Jahren seine Ausbildung beendet. Fenster und Türen aus Holz und Kunststoff werden hergestellt, aber auch Möbel. Und besonders, wenn es um den Denkmalschutz geht, ist die Individualität gefragt, sagt Mathias Höltge. Er hat studiert und ist im Betrieb für Kalkulation und Projektassistenz zuständig. Eine Tafel zeigte anhand von Mitarbeitern Beispiele für Karrierechancen.

Die Kreissparkasse war mit Christin Johannsen, zuständig für die Ausbildung, sowie den Auszubildenden Florian Knoblich und Michaela Quast vertreten. „Wir suchen immer Auszubildende und haben seit dem vergangenen Jahr auch das duale Studium im Angebot. Wir wollen jungen Leuten oder auch Quereinsteigern hier in der Region eine Perspektive bieten. Wie wichtig das ist, haben wir beim Rückkehrertag nach Weihnachten in Stendal gesehen“, sagt Christin Johannsen. Auch die Filiale in Havelberg ist ein Ausbildungsstandort. „Die Ausbildung macht Spaß. Sie ist sehr anspruchsvoll und komplex und umfasst viele Themen. Das ist auch gut so“, findet Florian ­Knoblich, der die dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert. Insgesamt hat die Kreissparkasse 16 Lehrlinge in den drei Lehrjahren und zwei duale Studenten, die nach sieben Semestern den Bachelor of Art in der Betriebswirtschaft abschließen.

Ausbildungs- und Stellenangebote in verschiedenen Bereichen hatten Stephanie Heinrich und Linda Fahrholz von Kiebitzberg im Angebot. Mit Möbelwerktstätten, Werft und Hotel bieten sie in Havelberg verschiedene Berufsperspektiven. Dringend gesucht werden zum Beispiel Tischler. Im Hotel gibt es Ausbildungsplätze als Restaurant- oder Hotelfachleute und Köche. Ebenfalls einen handwerklichen Beruf stellte Anna Rauhöft vor. Die Hör- akustikmeisterin aus der Hanestadt erklärte die duale Ausbildung, für die die Berufsschule in Lübeck steht.

Schüler fehlten

Yvonne Lorenz, Pädagogische Mitarbeiterin der DAA, hatte mit den Mitarbeitern und „Neustart“-Teilnehmern den Tag intensiv vorbereitet und nutzte zugleich die Gelegenheit, die Angebote des Hauses unter anderem mit Netzwerk-Café und Kleiderbörse vorzustellen. Gegen Ende der Börse am Nachmittag zeigte sie sich sehr enttäuscht darüber, dass von Seiten der Schulen gar keine Resonanz kam, obwohl sie in Havelberg und brandenburgischen Schulen dafür geworben hatte. Sie hatte die Börse initiiert, um den Menschen hier Perspektiven aufzuzeigen und auch den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, hier vor Ort Auszubildende und/oder neue Mitarbeiter zu finden. Entmutigt ist sie aber nicht und plant schon fürs nächste Jahr. „Immerin waren um die 100 Besucher vor allem am Vormittag hier und haben sich erkundigt und Kontakte geknüpft. Manche wurden zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Ein Vorschlag ist, die nächste Börse an einem Sonnabend anzubieten, dann haben Schüler und Eltern vielleicht auch mehr Zeit dafür. Wir wollen auf jeden Fall am Ball bleiben und den direkten Kontakt von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beziehungsweise Auszubildenden ermöglichen.“