Schönhausen l Welch Wandel die Feuerwehr in den vielen Jahrzehnten ihres Bestehens durchlebt hat, wurde am besten deutlich bei der Technik: Da standen alte Handdruckspritzen aus dem letzten Jahrhundert neben so modernen Fahrzeugen wie denen aus Klietz und Fischbeck. Und doch hat es mit der einfachen Technik funktioniert mit dem Löschen, wie der Wettbewerb im Löschangriff mit den alten, von Hand statt von Motor angetriebenen Spritzen zeigte. Die Preisrichter Frank Ulrich, Uwe Brendel, Ute Rehhahn sowie Alfred und Petra Hagen schauten genau hin, auch wenn der Spaß im Vordergrund stand. Moderator Michael Schneider vom Landesfeuerwehrmuseum Stendal machte aus dem Wettbewerb eine Show und unterhielt das Publikum bestens. Am Ende erhielten die Gastgeber die meisten Punkte, dicht gefolgt von den Neuermark-Lübarsern mit ihrer Spritze von 1927 und den Klädenern, die eine Spritze von 1923 in Gange setzten. Für die Zuschauer war es eine anschauliche Demonstration, wie mühsam einst das Löschen war.

In seiner wie immer leidenschaftlichen Rede beim Festappell nach dem Umzug der Wehren durch den Ort zum Reitplatz erinnerte Michael Schneider vor allem an die letzten 25 Jahre und würdigte das Engagement aller Wehrleiter. Er bat dann auch alle zum Gruppenbild, „zum 150. Geburtstag holen wir das dann wieder hervor und erinnern uns an diesen schönen Tag!“

Dank und Anerkennung

Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold zollte nicht nur den Aktiven Dank und Anerkennung, sondern auch der Jugendwehr, „Ihr seid eine starke Gruppe“. Wie dringend die Menschen auf die freiwilligen Feuerwehren angewiesen sind, zeigen die Einsätze der jüngsten Zeit, nannte sie den Fischbecker Waldbrand, das Hochwasser 2002 und die Flut 2013 als Beispiele. Dem pflichtete auch Kai-Uwe Lohse vom Landesfeuerwehrverband bei: „Ihr seid jederzeit bereit, wenn uns Schadensfälle ereilen – daran erinnern sich die Verwaltungen hoffentlich auch, wenn es bei der Haushaltsplanung um Ausstattung und Technik für die Feuerwehren geht!“ Und er mahnte: „Die Feuerwehren leben nur, solange Freiwillige mitmachen!“

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Diese Einsatzbereitschaft weiß auch Bürgermeister Holger Borowski zu schätzen, „nicht nur bei Feuer und Wasser, sondern auch bei der Abwehr von Gefahren. Ich ziehe den Hut vor dem, was Ihr leistet.“ Und an die Jugendlichen gerichtet: „Lernt von den Erwachsenen! Sie sind gute Vorbilder!“ Auch die Jugendwehr existiert nun schon 25 Jahre. Das Jubiläum war ein schöner Anlass für den Förderverein, dem Nachwuchs eine Fahne zu schenken. Auch die Jugendlichen leisteten ihren Teil zum Jubiläumsfest mit einem Beitrag – der Darstellung eines nicht ganz ernst gemeinten Löscheinsatzes.

Angebote der Vereine

Das Jubiläumsfest bot den Schönhausern und Gästen noch mehr. Rundfahrten mit dem alten Feuerwehrautos, dazu im krassen Gegensatz die moderne Drehleiter aus Klietz, mit der man auch in die Höhe fahren konnte. Bei den Angelfreunden drehte sich das Glücksrad – 20 geräucherte Aale und 30 Forellen waren schnell vergeben. Die Preußen luden zum Torwandschießen, die Schützengilde zum Schießen. Der Förderverein des Kindergartens sorgte mit leckerer Bowle für Erfrischung, zudem gab es bei der Tombola 700 Preise zu gewinnen.

Mit einem Tanz klang das Fest aus.