Havelberg l Dieses Jubiläum hätte natürlich ein größeres Publikum verdient. Doch in Zeiten von Corona muss sich auch das „Blaue Herz“ einschränken und kann nicht auf so viele Zuschauer wie sonst zählen. Doch wollte der Verein „Blaue Herzen für Kinderfreundlichkeit“ 20 Jahre nach Vergabe der ersten Auszeichnung nicht gänzlich auf eine Übergabe verzichten. Zumal es das 555. Herz ist, das für Engagement zum Wohle von Kindern vergeben wird.

Vereinssprecher Hans-Joachim Frey hatte dafür die Mitarbeitenden des Havelberger Krankenhauses auserkoren. Sie kämpfen seit 10. Januar unermüdlich für den Erhalt des Klinikums, das für alle Menschen der Hansestadt und der Region und damit auch für die Jüngsten von großer Bedeutung ist. Die KMG Kliniken als Träger des Hauses wollen das Krankenhaus schließen und ein Seniorenheim mit 58 Plätzen einrichten. Derzeit läuft noch immer die Suche nach einem neuen Träger. Die Mitarbeiter führen unter Leitung des Betriebsrates seit Wochen den Kampf ums Krankenhaus, nicht nur, weil sie gern im Haus ihre Arbeit in der medizinischen Gesundheitsfürsorge weiterhin ausführen wollen, sondern vor allem auch, weil sie um die Bedeutung des Hauses für die Region wissen.

Der Vorsitzende des Blaue-Herzen-Vereins Detlef Ballendat würdigte dieses Engagement und brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass der Krankenhausstandort erhalten bleiben kann. Er überreichte der Vorsitzenden des Betriebsrates Sandra Braun die Urkunde stellvertretend für alle Mitarbeitenden. Auf der Urkunde ist ein Foto verewigt, das eine Kinderschar zum Tag der Herzgesundheit im Jahr 2016 zeigt. Der einstige Chefarzt Prof. Dr. Thomas Wertgen hatte in sein Konzept, Gesundheitstage am Krankenhaus anzubieten, auch Kinder mit einbezogen. Dass sich das Krankenhaus nicht nur für das Wohl von Kindern eingesetzt hat, als es noch eine Entbindungsstation hatte, hob Bürgermeister Bernd Poloski hervor.

Er erinnerte daran, dass viele Kinder – auch seine – das Licht der Welt in dem Klinikum erblickt haben. Mit Blick auf den 1. Mai als Tag der Arbeit sprach er von der Bedeutung der Arbeit für jeden Menschen als wichtige soziale Komponente. Und mit Blick auf die Geschichte als Kampftag der Arbeiterbewegung ermutigte er die Mitarbeiter des Krankenhauses, im Kampf um den Erhalt nicht aufzugeben.

Viele Prominente erhielten die Auszeichnung

Mit Blick auf das Jubiläum des „Blauen Herzens“ hob der Bürgermeister die vielen Aktivitäten des Blaue-Herzen-Vereins in der Stadt Havelberg und der Region hervor. Erinnert sei allein an Feste, die der Verein für Kinder organisiert hat, und die Spendenaktionen zum Wohle von Kindern.

Die Ehrung mit dem „Blauen Herzen“ ist ein Dankeschön und eine Auszeichnung für Erwachsene, Einrichtungen, Institutionen und Firmen, die sich im ganz normalen Alltag engagiert für Kinder einsetzen, sagt Achim Frey und erinnert an viele Menschen, die diese Auszeichnung erhalten haben. Menschen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sowie zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Peter Maffay, Rolf Zuckowski, Nicole, Herbert Grönemeyer, Chris Norman, die Prinzen, der russische Clown Oleg Popow, Ute Freudenberg, Andrea Berg, Roland Kaiser, ADI, Jens Weißflog und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und andere.

„Die vielen ,Blauen Herzen‘ an Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, wie für Erzieherinnen, Lehrer, Bürgermeister, Polizisten, Feuerwehrleute, Omas und Opas, Eltern und Einrichtungen, Institutionen, Sportvereine sowie Kitas und Schulen sind Ausdruck der Anerkennung für Kinderfreundlichkeit.“

„Diese Auszeichnung ist für uns eine große Ehre, wir freuen uns riesig darüber“, bedankte sich Sandra Braun. Außer der Urkunde gab es 20 Blaue Rosen für die Belegschaft, die Andreas Weiß gesponsert hatte. Zwei Obsttorten mit Blauen Herzen hatte Olaf Wolff gebacken. Das Plakat aus Stoff hatte Sandra Klaus entworfen und angefertigt. Geholfen hat dabei Nele Wolff. Es soll bei den nächsten Aktiven Mittagspausen der Krankenhausmitarbeiter zu sehen sein. Friedrich Wengler sorgte für die Beschallung mit dem Blaue-Herzen-Lied.