Klietz/Czerwiensk l Die beiden Partnerkommunen Klietz und Czerwiensk sind im jährlichen Wechsel Gastgeber der einwöchigen Ferienfreizeit. Diesmal war Czerwiensk an der Reihe, die Stadt am polnischen Oder-Ufer hieß früher Rothenberg an der Oder. Der näher am Fluss gelegene Ortsteil Nietkow war 1997 nach einem Deichbruch überflutet gewesen, die Klietzer hatten Geld gesammelt, was in die Grundschule geflossen war.

Zu dieser Schule bestehen noch immer gute Beziehungen: Schulleiterin Beata Klos-Wygas ist bei den Ferienfreizeiten immer mit von der Partie, auch finden einige Aktionen der Freizeit in Nietkow statt. So wurde die achttägige deutsch-polnische Ferienfreizeit in diesem Jahr hier mit Kennenlernspielen eröffnet und mit einer Disko und dem Lagerfeuer auch beendet.

„Es war eine rundum gelungene und harmonische Ferienfreizeit gewesen“, resümierten die beiden Betreuerinnen Uta Braun aus Klietz und Gabi Steffens aus Neuermark-Lübars im Nachhinein. Mit zehn Kindern aus Klietz und den Ortsteilen waren sie von Rathenow aus mit dem Zug nach Polen gefahren, in der brandenburgischen Kreisstadt wurden die Kinder dann auch vor kurzem von ihren Angehörigen wieder abgeholt.

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Da hatten die Kinder ihren Eltern und Geschwistern sicherlich viel zu berichten, denn in Polen hatten sie allerhand zu sehen bekommen und erlebt. Auch hatte es bei ihnen keine Berührungsängste mit den Polen gegeben, berichteten die Betreuerinnen. Verständigt wurde sich vor allem auf Englisch, aber auch in Deutsch und Polnisch. Auch gab es deutsch-polnische Wörterbücher, welche das Deutsch-Polnische Jugendwerk gestiftet hatte. Dieses Gremium bezahlt übrigens auch die komplette Ferien­freizeit, weshalb die Kinder nichts zuzahlen brauchten.

Gleich zwei Ausflüge führten die deutschen und polnischen Kinder – alle Aktionen erfolgten gemeinsam – nach Zielona Gora. Es gab eine Stadtführung und auch Gelegenheit zum Einkaufsbummel. Der Höhepunkt war ein Besuch des großen Erlebnisbades mit seinen vier Rutschen. Zudem wurden das eindrucksvolle Palmenhaus auf dem Berg sowie ein Planetarium besichtigt. Interesant war auch der Besuch im Experimentiermuseum. Im Sportzentrum konnte man mit dem Bogen schießen oder Volleyball mit Wasserbomben spielen.

Eine weitere Tagesfahrt führte die Kinder ins Riesengebirge nach Szklarska Poreba. Seit 1366 wird hier – im einstigen sudetendeutschen Schreiberhau – Glas hergestellt, weshalb auch der Besuch einer Glashütte auf dem Plan stand. Beeindruckend war hier vor allem der Zackelfall, wo das Wasser in drei Kaskaden 27 Meter tief herabfällt.

In Polen wird übrigens gerade die Schule reformiert: Die Grundschule in Nietkow führt dann nicht mehr nur bis zur 6. sondern bis zur 8. Klasse. Die polnischen Gastgeber denken übrigens schon ein Jahr weiter: Dann besteht die Partnerschaft mit Klietz seit genau 20 Jahren, also ein Grund zum Feiern.

Ein Programmpunkt musste leider entfallen: Wegen des Niedrigwassers der Oder konnte der geplante Schiffsausflug nicht stattfinden. – Vor 19 Jahren war das ganz anders ...