Havelberg l Wenigstens eine Kanutour hätte Thomas Will in den Pfingstferien gern angeboten. Wenn schon das Ferienprogramm mit Kreativwerkstatt, Billard- und Tischtennismeisterschaft und Kletterpark ausfallen musste, wäre das eine Möglichkeit gewesen, Kindern und Jugendlichen einen tollen Ferientag zu bescheren. „Doch die derzeit geltenden Auflagen sind zu hoch, das können wir nicht bewerkstelligen“, bedauert der Leiter des Havelberger Jugendzentrums.

Er hofft, dass mit den Ankündigungen zur offenen Kinder- und Jugendarbeit die Möglichkeit besteht, ab 2. Juni das Juze in Havelberg und die weiteren Einrichtungen in den Dörfern des Elb-Havel-Winkels wieder öffnen zu dürfen. Er steht dazu im Kontakt mit dem Jugendamt. „Platz, um Abstand zu halten, haben wir. Die Frage ist, welche Hygieneregeln wir einhalten müssen. Wir sind auf jeden Fall bereit, uns diesen Aufgaben zu stellen.“

Die vergangenen Wochen seit der Schließung der Jugendklubs wegen der Corona-Krise haben die sieben Mitarbeiter in den Klubs in Havelberg, Schollene, Nitzow, Klietz und Kamern für Inventuren und Frühjahrsputz genutzt. Inventarlisten wurden erstellt. Das geschah auch in den Jugendräumen in Schönhausen, Hohengöhren, Fischbeck, Wust, Jederitz und Warnau. Zudem gab es Arbeitseinsätze. Der Schollener Klub, der nun unter der Leitung von Heike Gottberg steht, wurde von grundauf renoviert. Im Rahmen des Programms „Jugend stärken im Quartier“ (Justiq) mit dem stellvertretenden Juze-Chef Helmut Streuer fanden Arbeitseinsätze in den Jugendklubs in Nitzow und Kamern statt. Von Rasen mähen über Hecke schneiden bis hin zum Säubern der Dachrinnen gab es gut zu tun. In den vergangenen Tagen folgte die Renovierung des Jugendzentrums in Havelberg.

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Kanutour in den Ferien

Thomas Will zum Beispiel machte sich daran, die Eingangstür und das Tor zum Hof mit neuer Farbe zu versehen. In der Küche und im Gemeinschaftsraum brachten Anke Pick und Margit Riek frische Farbe an die Wände. Um sie aufzulockern, sorgte Anke Pick für grafische Elemente. Auch im Tischtennisraum wurde gemalert und ausgebessert. „Wir haben die Zeit für Arbeiten genutzt, die im normalen Betrieb liegen bleiben. Ich konnte mich außerdem auf die Büroarbeit konzentrieren und Verwendungsnachweise sowie Meldungen an Jugendamt und Stadt erarbeiten“, berichtet Thomas Will weiter.

Am 1. April 2019 hatte er die Leiterstelle von Rolf Müller übernommen. „Ich hatte einen guten Start und habe ein gut funktionierendes Team vorgefunden. Der Vorstand des Fördervereins des Jugendzentrums Elb-Havel-Winkel als Träger der Jugendeinrichtungen unterstützt uns sehr. Auch mit der Stadt und den Stadtwerken gibt es eine gute Zusammenarbeit und immer Ansprechpartner, wenn es etwa um die Vorbereitung der Feste geht. Unterschätzt habe ich den Verwaltungsaufwand für mich als Chef. Aber die Arbeit macht mir Spaß und ich sorge dafür, dass ich nicht nur im Büro sitze“, blickt der Dahlener, der zuvor in der mobilen Jugendarbeit im Juze tätig war, auf das erste Jahr zurück. Montags und dienstags bietet er zum Beispiel mit Fußball und Basketball Spätsport in der Havelberger Turnhalle an. Bei den Kanutouren ist er mit von der Partie.

Er hofft, dass die Kanutour und das Sommerzeltlager in Kamern in den Sommerferien stattfinden können. Vom 19. bis 24. Juli soll es in Kanus wieder auf der „Buga-Tour“ von Brandenburg nach Havelberg gehen. In vier Wochen will er die Campingplätze abfahren und schauen, wie die Gegebenheiten unter Corona-Bedingungen sind. Er ist optimistisch, dass sich das regeln lässt. Noch sind Plätze frei. Wer Interesse hat, kann sich für beide Ferienfreizeiten anmelden. Geplant ist für die Sommerferien zudem ein Tagesausflug zur Sommerrodelbahn und in den Märchenwald Groß Woltersdorf bei Pritzwalk – wenn die Corona-Lockerungen das ermöglichen. „Zwei Busse, um auf Abstand zu bleiben, könnten wir uns nicht leisten.“ Schade ist, dass das große Kinderfest am 3. Juni im Bad nicht stattfinden kann. „Wir hoffen, dass wir im Oktober das Drachenfest feiern können.“

Kontakte aufrecht erhalten

Die Mitarbeiter freuen sich, wenn wieder Leben in die Jugendklubs einzieht. Den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen haben sie in den vergangenen Wochen über Telefon und Social Media aufrecht erhalten. Mit den beiden Projekten „Justiq“ und „Rümsa“ – letzteres ist für die Begleitung Jugendlicher in die Arbeitswelt gedacht – gab es Einsätze auch auf dem Alten Domfriedhof. Familien erhielten Hilfsangebote und im Juze fand Hausaufgabenhilfe statt. „Wann machst du wieder auf?“ Diese Frage hört Thomas Will auch beim Einkaufen öfter. „Hoffentlich schon bald“, ist seine Antwort.