Sandau l Die Entgelte für die Trinkwasserversorgung sowie die zentrale Abwasserentsorgung sollen in den kommenden zwei Jahren nicht geändert werden. Der Arbeitspreis für die Abfuhr aus abflusslosen Sammelgruben erhöht sich von derzeit 8,90 Euro auf dann 9,11 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser. Für die Abfuhr von einem Kubikmeter Klärschlamm aus den Kleinkläranlagen werden künftig 14,32 Euro fällig, 32 Cent mehr als aktuell.

Auch das Entgelt für die Beseitigung des Niederschlagswassers – das trifft aber nur auf Havelberg zu – wird angepasst: Statt 1,10 Euro müssen ab 2019 1,17 Euro je Kubikmeter gezahlt werden. Hier gab es zuletzt ein Minus von 27 000 Euro. Dieser Preis galt seit 20 Jahren. Zuletzt muss noch die Verbandsversammlung des Wasserverbandes TAHV in Sandau darüber befinden.

Ursachen für die gestiegenen Kosten ist unter anderem die Klärschlammverwertung, welche vor kurzem mit verschärften Auflagen und Grenzwerten versehen wurde. Das führte dazu, dass der Schlamm nur noch in einem begrenzten Zeitfenster (vom 1. Februar bis zur Ernte) und in geringerer Menge ausgebracht werden darf, weshalb Lagerkapazitäten errichtet werden müssen. Zudem stiegen die Preise für die Verbrennung des Schlammes drastisch an. Kostentreiber sind ferner die neue Lkw-Maut auf Bundesstraßen sowie die Baukosten – allein im Vorjahr stiegen diese um 35 Prozent.

Kosten für Klärschlamm stiegen

Um ganz sicherzugehen, hatte der kommunale Trinkwasser- und Abwasser-Zweckverband Havelberg (TAHV) ein externes Unternehmen aus Magdeburg mit der Kalkulation der Entgelte für die nächsten beiden Jahre beauftragt. Auf der Ausschusssitzung, welche kürzlich im Sandauer Rathaus stattgefunden hatte, informierte ein Mitarbeiter über diese Einzelheiten. Einbezogen wurde auch der Zeitraum von 2016 und 2017.

Der Ausschuss stimmte den Entgeltfestlegungen in beiden Bereichen einstimmig zu. Das letzte Wort hat die Verbandsversammlung.

Einstimmig gefasst wurde auch ein Beschluss zu den Hausanschlusskosten. Diese trug bislang der Verband – es galt ein Pauschalpreis. Angesichts der in den Vorjahren enorm gestiegenen Baukosten war dieser bei weitem nicht mehr kostendeckend, erklärte Verbandsgeschäftsführer Gerd Müller. Beim Abwasser wurden damit nur noch 40 Prozent der Kosten gedeckt – den Rest musste der TAHV nachschießen. „Diese Preise galten seit 1992 und sind nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Gerd Müller. Ab sofort trägt der Antragsteller die Anschlusskosten.

Thema im Ausschuss war auch der Wirtschaftsplan für 2019. Ein großer Posten im Trinkwasserbereich ist mit 150 000 Euro der Mühlenweg in Havelberg, wo Leitungen samt Anschlüsse saniert werden. Für Teile des Trinkwassernetzes in Sandau sind im Zuge des Straßenbaus 80 000 Euro eingeplant.

Transportkosten minimieren

Im Abwasserbereich kostet die Planung für die Klärschlammentwässerung voraussichtlich 141 000 Euro. Durch Trocknung wird der Schlamm reduziert, so werden die Transportkosten minimiert. 65 000 Euro sind für die Erneuerung des Kanals an der Schönhauser Kita geplant.

Nicht enthalten ist in der Planung überraschend das Wasserwerk Klietz. Hier gab es kürzlich Gespräche mit der Bundeswehr und dem Landkreis, man sei auf einem guten Weg – ließ Stadtwerkechef Sebastian Horn durchblicken. Die Stadtwerke erledigen die laufenden Geschäfte des TAHV.

Die Versammlung tagt heute ab 14 Uhr im Rathaus.