Nun muss Plan B umgesetzt werden

Kein Schulverbund zwischen Havelberg und Sandau

Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Die Grundschule in Schönhausen wird ab dem Schuljahr 2022/23 Hauptstandort von Sandau.
Die Grundschule in Schönhausen wird ab dem Schuljahr 2022/23 Hauptstandort von Sandau. Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt

Elbe-Havel-Land

Diese Information aus Havelberg erwischt die Verbandsgemeinde kalt. „Ich hatte erwartet, dass das Thema wenigstens auf einer Sitzung des Stadtrates beraten wird. Ein Nein zum Verbund hätte man ja akzeptiert, aber dass niemand auch nur die Diskussion wollte, ist schwer nachvollziehbar“, bedauert Bürgermeisterin Steffi Friedebold (parteilos).

Für die Verbandsgemeinde bedeutet die Antwort aus Havelberg nun entsprechend des Beschlusses des Rates, die nicht favorisierte Variante mit Hauptstandort Schönhausen und Teilstandort Sandau umzusetzen.

„Aufgrund der Entfernung von 20 Kilometern eine unglückliche Variante“, reagiert die Schönhauser Schulleiterin Kerstin Gebhardt. „Aber wir sind offen für Neues und werden uns der Situation stellen.“ Dennoch ist sie skeptisch, wie sich Haupt- und Nebenstandort vereinen lassen. „Dazu braucht man eine Vorlaufzeit, Konzeptionen müssen neu geschrieben und das pädagogische Konzept neu aufgestellt werden – das lässt sich nicht von heute auf morgen machen. Einfach wird die Umsetzung in vielen praktischen Details wohl nicht. Zumal die Lehrer, wenn sie denn Stunden im anderen Haus erteilen müssen, viel Zeit ans Bein binden und noch dazu an der Klietzer Schule vorbei fahren.“

Poloski: Schönhausen ist die bessere Alternative

Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) begründet die Entscheidung des Stadtrates gegenüber der Volksstimme: „Es hatte im Vorfeld etliche Gespräche gegeben. Mit dem Ergebnis, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erstrebenswert ist, Sandau in Havelberg einzugliedern. Denn es gibt mit der Angliederung an Schönhausen und somit innerhalb der Verbandsgemeinde eine besser umzusetzende Alternative. Der Erhalt Sandaus ist also nicht abhängig von Havelberg. Ein Verbund mit Schönhausen innerhalb der Gemeindegrenze ist zum jetzigen Zeitpunkt wesentlich sinnvoller.“ Hätte es die Alternative mit Schönhausen nicht gegeben und wäre der Erhalt von Sandau nur mit einem Anschluss an Havelberg möglich gewesen, wäre man vielleicht anders an das Thema heran gegangen. Bernd Poloski bekräftigt: „Wir wollen damit die Verbandsgemeinde und die Sandauer in keiner Weise verärgern, aber es ist jetzt die vernünftigste Lösung für beide Seiten. Und was dann mit der nächsten Periode der Schulentwicklungsplanung ist, bleibt abzuwarten.“

Sandaus amtierender Bürgermeister Wolfgang Hellwig (CDU) hatte „schon fast mit dieser Entscheidung aus Havelberg gerechnet, aber die Hoffnung bestand bis zuletzt. Wichtig ist, dass der Schulstandort erhalten bleibt. Wenn alles nicht so kurzfristig gewesen wäre und Havelberg sich nicht so unter Druck gesetzt gefühlt hätte, wäre vielleicht alles anders gekommen. Nun müssen wir das Beste daraus machen, damit Schönhausen und Sandau optimal zusammengeführt werden.“

Wenigstens eine Diskussion hätte sich die Allgemeine Bürgerbewegung Sandau, die sich sehr um den Erhalt der Schule bemüht, gewünscht. „Aber wir können auch mit dem Anschluss an Schönhausen gut leben“, sagt der Vorsitzende Jörg Müller.