Havelberg l 24 Schüler waren sie damals, davon kamen 19 aus den Dörfern rings um Havelberg und wohnten die Woche über im Internat. Das ist heute der Gebäudeteil des Havelberger Schulzentrums, in dem sich das Schülerinstitut SITI, die Kreismusikschule und die Volkshochschule befinden. Dort, wo sie vor mehr als 40 Jahren die Schulbank gedrückt haben, lernen heute die Schüler der Sekundarschule „Am Weinberg“. Das Gymnasium befindet sich im Anbau, der im Zuge der Sanierung des Schulzentrums aufgestockt worden war.

„Wir haben zusammen gelernt und gefeiert und gut zusammengehalten“, fassen die einstigen Schüler der Havelberger EOS ihre Schulzeit kurz zusammen und berichten von gemeinsamen Erlebnissen, an die sie sich noch heute gern erinnern. Da ist zum Beispiel die Sache mit der 6. Stunde Russisch an einem Montag, die sie einst geschwänzt haben. Der Grund: Am Samstag zuvor – damals ging der Unterricht bis Sonnabend – wurde ihnen gesagt, dass die 6. Stunde ausfällt. Gute Erinnerungen haben sie an Edgar Steiner, der die Klasse einige Jahre leitete. Physik hatten sie bei Dr. Eschenhagen. Er hatte noch Vorlesungen bei Max Planck und Albert Einstein. „Wir hatten großen Respekt vor ihm und haben jedes Mal gebangt, wer zur Leistungskontrolle dran kommt“, erzählt Bärbel Linß, die heute in Thüringen zu Hause ist. Jürgen Welle als Nachfolger des Physiklehrers war mit seiner 350-er Jawa ein ganz anderer Typ. Und mit Jürgen Handel hatten sie einen ganz jungen Bio-Lehrer.

Tradition war an der Schule, dass die Elftklässler den Schulfasching vorbereiten. An das legendäre Schwanenseeballett und die Burgfräulein denken die einstigen Mitschüler ebenfalls gern zurück. Sie berichten auch vom Einsatz bei der Kartoffelernte, wo sie, an der Kartoffelsortieranlage arbeitend, sogar in der Volksstimme abgebildet waren. Aufgebaut hatte die Klasse an der Schule den Schulfunk und den Kellerklub renoviert und wieder in Betrieb genommen.

Dass so viele im Internat gewohnt haben, hat zusammen geschweißt. Zum Beispiel auch beim Kinoabend, der einmal in der Woche anstand und bei dem man später ins Internat zurückkehren durfte.

Eine dufte Truppe

Ob alle tatsächlich im Kino waren, spielte keine Rolle. Wichtig war, es kamen alle geschlossen wieder zurück. Alle sind sich sicher: „Wir waren eine dufte Truppe.“ Das ist auch heute noch so. Spätestens alle drei Jahre gibt es ein Klassentreffen. Die letzten fanden in Berlin, Dresden und auf der Insel Poehl statt. Zum letzten Mal in Havelberg haben sich die einstigen Abiturienten vor zehn Jahren getroffen.

Zum Jubiläum 40 Jahre nach dem Abitur war die Hansestadt nun wieder Treffpunkt. Beate Herms, Karin Heuschkel und Gerold Röhrs hatten das Klassentreffen organisiert. Die weiteste Anreise hatte Axel Musch aus dem Taunus. Gabi Bastek lebt heute in Leipzig, Hans-Joachim Ruschka in Düsseldorf, Peter Grabow in Schneeberg in Thüringen. Andere wohnen im Raum Berlin oder in Havelberg, Kamern, Wust und Melkow.

Nachdem sie sich ihr einstiges Schulgebäude, das heute modern ausgestattet ist, angeschaut hatten, ging es zum Mittagessen nach Garz. Von dort führte eine Tour mit dem Boot des Nagelklubs auf der Havel bis zur Wehrgruppe Quitzöbel. Wieder in Havelberg, gab es am Abend im Hotel „Am Hafen“ ausreichend Zeit zum Plaudern.