Havelberg l Bei „Schmiddis Mittagstisch“ bleibt die Küche auch in dieser Woche nicht kalt. Vier Gerichte stehen wie immer zur Auswahl. Das Team um Bernhard Schmidt kümmert sich ohnehin werktags um die Versorgung vieler Firmen und Rentner im Lieferservice. Nun sind es einige mehr, die davon Gebrauch machen. Oder sie bestellen ihr Essen per Telefon und holen es ab. An der Tür der entsprechende Hinweis. Maximal zwei Personen dürfen den Gastraum zugleich betreten, wenn sie ihr Essen abholen. Platz nehmen darf dort keiner mehr. „Die Kontakte einzuschränken, ist richtig so. Dann haben wir die Corona-Krise hoffentlich bald hinter uns. Die Maßnahmen sind notwendig, man sollte das Ganze nicht verharmlosen“, sagt Uwe Preisicke, als er sich sein Mittag abholt.

Auch andere Gastwirtschaften in Havelberg haben auf Liefer- und/oder Abholservice umgestellt. In den sozialen Netzwerken bot das Restaurant „Fontana“ bereits Mitte vergangener Woche an, Mitarbeitern der Supermärkte in der Hansestadt Essen mit kostenloser Lieferung zu bringen – als Dankeschön für ihren Einsatz. Das Bistro Istanbul versorgt von Montag bis Sonntag mit Döner und Co. Ein Dankeschön geht etwa an Polizisten, Gesundheitspersonal und Feuerwehrleute, die weiterhin für alle da sind. „Und wir sind auch noch für Sie da“, ist zu lesen. Auch die Garzer „Kaffee-Stube“ bietet nun werktags Essen zum Abholen an. Die „Güldene Pfanne“ in Havelberg hat eine Sonderkarte für Gerichte, auch als Familienportionen, angefertigt.

Im Viet-Thai-Restaurant auf der Stadtinsel kann weiterhin asiatische Küche bestellt werden. Zu erkennen sind hier noch die Maßnahmen der vergangenen Woche, als Gaststätten noch mit Abstand besucht werden durften. Einige Tische sind abgesperrt.

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Schutz mit Plexiglas

Der (fast) einsame Gang über die Stadtinsel zeigt die Wirkung der zum Montag verordneten Kontaktsperre sehr deutlich. Etliche Geschäfte, die nun nicht mehr öffnen dürfen, sind tatsächlich geschlossen. Auch die Filiale der Kreissparkasse ist zu. Wogegen die Volksbank geöffnet ist.

In der Oberstadt ist im Netto-Markt, in dem auch das Tintenfass, der Fleischer und der Bäcker beherbergt sind, Kundschaft anzutreffen. Im Markt selbst weisen Bänder auf das Abstandhalten beim Warten an der Kasse hin. Für die Kassiererin selbst ist eine Plexiglaswand aufgestellt – zum Schutz der Mitarbeiter und der Kunden. Doch manch einer stellt sich daneben und beugt sich rüber zur Kassiererin, um mit ihr zu sprechen – Distanz zu halten, sind wir einfach nicht gewöhnt.

Im Tintenfass wurden gelb-schwarze Streifen auf den Fußboden geklebt, die für Abstand sorgen sollen. Ein Kreuz markiert den Platz für den Kunden. Am Montagabend soll der Plexiglasschutz geliefert werden. „Das mit dem Abstand funktioniert schon ganz gut, aber noch immer gibt es etliche ,Sinnloskäufe‘, bei denen man sich fragt, ob sie tatsächlich jetzt erforderlich sind“, berichtet Katharina Sander von ihrer Erfahrung. Es dauert, bis alle begriffen haben, dass Abstand jetzt das Beste ist. Bargeld wird nicht mehr von Hand zu Hand gegeben. Empfohlen wird die Kartenzahlung.

Ob eine Ausgangssperre die bessere Lösung wäre anstelle des Kontaktverbotes? Das befürworten viele Gesprächspartner am Montag. Auch Katharina Sander und Nadine Klaus. „Man könnte das Virus besser und schneller eindämmen. Wir hoffen, dass alle die Situation jetzt gesund und munter überstehen.“