Havelberg l Das Weihnachtsoratorium ist für viele Menschen ein Muss in der Weihnachtszeit. „Jauchzet, frohlocket“, jubelt der Eingangschor vielerorts. Bachs populärstes Chor- und Orchesterwerk erklingt vielfach in der Adventszeit. 2018 auch wieder in Havelberg. Der Kantatenchor unter der Leitung von Domkantor Matthias Bensch probt seit Ende der Sommerferien die Lieder aus dem Oratorium. Die Kantaten I bis III und VI werden an diesem Sonntag, 9. Dezember, ab 17 Uhr in der Stadtkirche aufgeführt. „Das Weihnachtsoratorium ist immer wieder ein sehr schönes Projekt. Das Werk ist von der ersten bis zur letzten Note perfekt durchkomponiert“, sagt Matthias Bensch. „Es ist sehr stringent in seiner Aussage und wird deswegen gern gehört, es verfehlt seine Wirkung nicht.“

Um den Besuchern am Sonntag ein sehr schönes vorweihnachtliches Konzerterlebnis bieten zu können, sind alle Beteiligten eifrig bei der Sache. Neben dem Kantatenchor werden das Vokalensemble Hamburger Mozarteum, die Solisten Christina Elbe (Sopran), Sandra Marks (Alt), Clemens Löschmann (Tenor) und Lars Grünwoldt (Bass) sowie das Orchester für Alte Musik Vorpommern, welches auf historischen Instrumenten spielt, zu erleben sein. Insgesamt sind es um die 90 Mitwirkende.

Für Judith Tetzlaff war das Weihnachtsoratorium 1992 der Grund, in den Kantatenchor einzutreten. „Meine Mutti hat dort mitgesungen und mir hat die Musik sehr gefallen. Dafür bin ich zu jeder Probe von Magdeburg nach Havelberg gefahren“, sagt die Hansestädterin. Ihre Mutti Jutta Hubeny gehört dem Kantatenchor, der viele Jahre unter der Leitung von Kantor Gottfried Förster stand, seit langer Zeit an. „Ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen und singe seit meinem 15. Lebensjahr in Chören“, erzählt die Havelbergerin. Gern erinnert sie sich an die Aufführung großer Chorwerke, wie zum Beispiel den „Elias“ im Jahr 2010.

„Die Weihnachtsgeschichte wird sehr bildhaft erzählt, das Werk ist so vielfältig und sehr ausdrucksstark“, sagt Brigitte Strugalla-Voltz, die mit ihrem Mann Friedrich Egberink im Kantatenchor mitsingt, über den Klassiker der deutschen Weihnachtsmusik. Ihr gefällt zudem, dass das Werk sehr schöne Arien für die Solisten bietet.

Neue Sänger willkommen

Um die 35 Mitglieder hat der Kantatenchor, die aus vielen Orten der Prignitz kommen. Seit 18 Jahren ist Uta Müller aus Wusterhausen dabei. Sie denkt zum Beispiel gern an die Aufführung der „Böhmischen Hirtenmesse“ des Tschechen Jan Jakub Ryba im Jahr 2004 zurück – die Weihnachtsgeschichte wird in dem Werk aus der Sicht der Hirten von Bethlehem erzählt. Schon seit jungen Jahren singt auch Eberhard Zimmer in Chören mit, er gehörte einst den „Regensburger Domspatzen“ an.

Die Chormitglieder würden sich über Verstärkung von jüngeren Leuten freuen. „Man hört bei unseren Konzerten oft im Publikum sehr gute Sängerinnen und Sänger, schade, dass sie nicht in den Kantatenchor kommen“, so Brigitte Strugalla-Voltz. Die Proben finden 14-tägig sonnabends von 14 bis 18 Uhr statt. Für Bachs Oratorium kam auch Jannes Wendt zu den Proben, der im Havelberger Vokalensemble mitsingt und Orgelunterricht nimmt. „Meine Uroma Erika Urban lebte in Havelberg.“

Für das Weihnachtsoratorium am Sonntag findet am Vormittag die Generalprobe statt. Kantor und Kantatenchor freuen sich, dass das Erlebnispädagogische Centrum ELCH seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und die Bundeswehr nach dem Benefizkonzert am 6. Dezember die Stadtkirche weiterhin heizt.

Karten im Vorverkauf gibt es im Paradiessaal am Dom, Telefon 01522/766 19 89, und bei der Firma G. Ruß in der Wilsnacker Straße 39, Telefon 039387/21 557. Restkarten sind am Sonntag an der Abendkasse erhältlich.