Havelberg l Eine gute Woche ist es nun her, dass sich die Schocknachricht von der beabsichtigten Schließung des Havelberger Krankenhauses durch die KMG Kliniken verbreitet hat. In den Mittagsstunden des 10. Januar kamen die ersten Meldungen dazu. Seither hat sich viel getan. Die Solidarität mit den Mitarbeitern und die Unterstützung der Unterschriftenaktion zur Rettung des Krankenhauses ist enorm.

Dafür sind die Mitarbeiter sehr dankbar, wie Holger Hoffmann im Auftrag seiner Kolleginnen und Kollegen berichtet. Er ist im 27. Jahr als Krankenpfleger im Havelberger Klinikum tätig – viele Schwestern und Pfleger arbeiten seit Jahrzehnten dort, zum großen Teil seit ihrer Ausbildung.

Bis Freitag sind über 3000 Unterschriften für das Krankenhaus auf den Listen eingegangen, mit denen die Mitarbeiter unterwegs waren. Bei Facebook läuft auch eine Aktion unter secure.avaaz.org. Die Petition dort haben bisher 511 Leute unterzeichnet.

Wie groß die Unterstützung ist, hat auch Rosemarie Busse in Kamern festgestellt, die die Bürgeraktion für den Erhalt des Krankenhauses in der Seegemeinde mit etabliert hat. Mit 20, 30 Leuten wollten sie sich am kommenden Montag vor das Krankenhaus stellen, damit die Geschäftsführung der KMG sieht, dass die Schließung den Leuten in der Region nicht egal ist. „Das ist ein richtiger Selbstläufer geworden. Dass sich daraus eine solch große Aktion entwickelt, hätten wir nicht gedacht“, berichtet Rosemarie Busse von sehr vielen Leuten, die ihre Teilnahme am Protest am Montag angekündigt haben. Auch die Unterschriftenlisten füllen sich vielerorts rasant.

Ob der Protest dazu beitragen kann, dass Havelberg auch künftig Standort für ein Krankenhaus ist, sei dahingestellt. „Aber wenn wir gar nichts machen, wäre das nicht gut. Wenn das Krankenhaus erst weg ist, ist es weg. Wenn wir eine Chance haben, dann jetzt.“ Sie berichtet, dass zum Beispiel auch ihre Kinder in Hannover und Kassel für den Erhalt des Krankenhauses unterschrieben haben. „Sie machen sich Sorgen um ihre Eltern. Wie sieht es aus mit der medizinischen Versorgung, wenn es kein Krankenhaus mehr gibt“, nennt Rosemarie Busse die Beweggründe.

Dass die Demo am Montag ist – Beginn ist um 10 Uhr – hat sich im Schneeballsystem verbreitet. Von verschiedenen Stellen kommen die Reaktionen. So etwa vom Gymnasium, wo Schüler Transparente anfertigen. Auch Grundschüler wollen mit dabei sein. Und Havelberger Firmen. Wie Sven Hetke von HTI auf Nachfrage berichtet, wollen Baufirmen mit Mitarbeitern, Fahrzeugen und Technik am Montag im Dombereich präsent sein, um ebenfalls zu zeigen, dass sie gegen die Schließung sind.

Die Sorge um eine gute medizinische Grund- und Notfallversorgung lässt vielen keine Ruhe. Dass beides gesichert ist, versichert der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung für den Bereich Havelberg, Dr. Karsten Gilbrich, mit dem sich die Volksstimme darüber unterhalten hat.

Mit der Eröffnung einer zweiten Rettungswache neben Havelberg zum 1. Februar in Klietz verbessere sich die Notfallversorgung. Zudem haben die Hausärzte zwischen Schönhausen und Havelberg schon seit längeren ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, mit dem für die Diagnostik einiges an Apparaten zur Verfügung steht. Wie das genau funktioniert und was der Mediziner aus Klietz als KV-Sprecher zum Krankenhaus sagt, lesen Sie am Montag.