Havelberg l In dieser Woche hat es im Havelberger Krankenhaus Gespräche der Geschäftsführung der KMG Kliniken mit der Salus gGmbH und den Johannitern gegeben. Beide sind seit längerem als mögliche neue Träger im Gespräch, damit es auch künftig eine ambulante und teilstationäre medizinische Grundversorgung in der Hansestadt gibt. Mit dabei waren Landrat Patrick Puhlmann (SPD) und Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos).

Nachdem am Montag Vertreter der Johanniter aus Stendal das KMG Klinikum Havelberg besucht hatten, fanden am Mittwoch Gespräche mit Vertretern der landeseigenen Krankenhausgesellschaft Salus statt. „Es ging bei den Treffen insbesondere darum, eine aktuelle Übersicht über die bauliche, personelle und wirtschaftliche Situation des Hauses zu geben. Von kommunaler Seite aus haben wir deutlich gemacht, welche Erwartungen wir bei einer Übernahme durch einen neuen Träger haben. Dazu gehört vor allem die Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung rund um die Uhr“, berichtet der Bürgermeister auf Volksstimme-Nachfrage.

Alle Beteiligten hätten ihre Standpunkte dazu nochmals ausgetauscht. Es wurden auch Optionen in den Raum gestellt für den Fall, dass es nicht zum Verkauf kommt. Sie seien aber nicht weiter vertieft worden.

„Beide Krankenhausträger haben einen tieferen Einblick bekommen, so dass ich hoffe, dass sie schnell zu einer Entscheidung kommen. Egal wie diese aussieht, es ist jetzt an der Zeit, endlich zu wissen, wie es weitergeht. Angefangen von den Bürgern und den Mitarbeitern bis hin zu den Kommunalpolitikern, für alle ist Klarheit wichtig“, sagt Bernd Poloski.

Unzufrieden mit der Situation

„Wir diskutieren seit fast einem halben Jahr über die Zukunft des Krankenhauses, tauschen Daten und Argumente aus. Doch sind wir bisher nicht wirklich zu einer absehbaren Lösung gekommen“, ist er unzufrieden mit der Situation. Und auch, wie er sagt, ein stückweit enttäuscht, ohne dabei jemandem generell den Schwarzen Peter zuschieben zu wollen. Das grundsätzliche Bemühen der Beteiligten habe bislang zu keinem greifbaren Ergebnis geführt.

„Ich hoffe, dass wir schnell eine Lösung finden. Ich habe noch nicht resigniert. Aber wenn wir dieses Tempo der Entscheidungsfindung beibehalten, geht auch mir der Optimismus verloren. Die ersten Mitarbeiter sind zum 30. Juni gekündigt, alle weiteren zum 30. September. Kommt die Lösung zu spät, gibt es möglicherweise kein Personal mehr, weil es sich anderweitig orientieren musste. Und dann wäre das Haus im wahrsten Sinne des Wortes endgültig geschlossen.“

Auf die Bitte der Volksstimme an die Geschäftsführung der KMG nach einer Einschätzung zur aktuellen Situation sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation Franz Christian Meier: „Es ist richtig, dass es erste Kontakte zwischen den KMG Kliniken und den genannten Krankenhausträgern gab. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund der frühen Phase der Gespräche darüber hinaus noch nichts berichten können.“