Havelberg l Im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der KMG Kliniken Stefan Eschmann ging es am Montagnachmittag nach der Betriebsversammlung mit den Mitarbeitern im Gespräch mit der Volksstimme auch darum, wie aus KMG-Sicht die Zukunft der Mitarbeiter aussieht.

Auf die Frage, welche Pläne es für die Mitarbeiter gibt und ob sie ihre Betriebszugehörigkeit behalten, sagte Stefan Eschmann: „Ich kann nicht vorgreifen, wenn wir über Details reden. Wir werden ganz kurzfristig sogenannte Interessensausgleichs- und Sozialplanverhandlungen mit dem Betriebsrat führen. Wir werden einem ganz überwiegenden Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Arbeitsplatzangebote machen – entweder in Havelberg in der dann neu gegründeten Pflegeeinrichtung oder in unseren Krankenhäusern Kyritz und Pritzwalk und in unserer Reha-Klinik in Bad Wilsnack. Ich habe die große Hoffnung, dass wir möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon überzeugen können, hier weiter tätig zu bleiben.“

Ob es von der Qualifizierung her so einfach ist, eine Krankenschwester als Altenpflegerin einzusetzen, war die nächste Frage. Dazu sollen voraussichtlich schon nächste Woche Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter angeboten und mit jedem individuell ein Fahrplan entwickelt werden, wenn der- oder diejenige in der Pflegeeinrichtung arbeiten möchte.

Zu den Konditionen sagte der Vorstandsvorsitzende: „Wir werden niemandem etwas anbieten, was schlechter ist als das, was er heute hat.“ Darauf angesprochen, dass die Mitarbeiter in Havelberg aktuell weniger Geld bekommen als zum Beispiel die Kollegen im Krankenhaus Kyritz, machte er deutlich, dass den Mitarbeitern ein Angebot in der Pflege hier in Havelberg unterbreitet wird. „Dafür verhandeln wir die Vergütungssätze mit den Kostenträgern, die dann wiederum ausschlaggebend sind für die Höhe der Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Für die sechs Auszubildenden will die KMG sicherstellen, „dass jeder seine Ausbildung in unseren Häusern oder bei einem Dritten ohne Nachteile beenden kann“.

Befragt nach den Plänen für das Medizinische Versorgungszentrum MVZ  in Havelberg, das derzeit die ambulante Versorgung in der Orthopädie und Chirurgie anbietet, sagte Stefan Eschnmann, dass sich die KMG Kliniken bemühen, dass eine ambulante medizinische Versorgung weiterhin vorgehalten werden kann. „Darüber werden wir mit den Mitarbeitern sprechen. Diese Gespräche konnten wir nicht führen, bevor die Information zum Krankenhaus öffentlich war.“

Umbauarbeiten sollen starten

Zu den Aufgaben, die in den nächsten Tagen und Wochen anstehen, berichtete der Vorstandsvorsitzende, dass die Umbauarbeiten für den Seniorenbereich beginnen. Die Pläne sind alle fertig und die Anträge bei der Heimaufsicht laufen. „Die Bauanträge haben wir im letzten Herbst gestellt. Für uns als KMG haben wir alles in der Spur, so dass wir glauben, dass wir es, wenn wir jetzt loslegen dürfen, bis März schaffen.“

Angesichts der Aussage der KMG einerseits, dass es mit ihr keinen Krankenhausbetrieb mehr in Havelberg geben wird, und der Bemühungen andererseits von Seiten der Mitarbeiter und der Politik, die stationäre medizinische Versorgung in Havelberg aufrecht zu erhalten, sagte Stefan Eschmann: „Das schlechteste Szenario wäre es, dass wir uns solange über das Thema Fortbetrieb des Krankenhauses auseinandersetzen, dass wir am Ende nicht in der Lage sind, das Seniorenheim zu eröffnen und ganz zum Schluss weder ein Seniorenheim noch ein Krankenhaus existiert. Das sage ich nicht, weil ich jemandem drohen will, sondern weil das für alle hier am Standort, uns eingeschlossen, eine Niederlage wäre. Deshalb habe ich bei allem Verständnis für die Versuche, dass es hier mit einem Krankenhaus weitergeht, darum gebeten, dass wir parallel dazu die anderen Gespräche weiterführen.“