Havelberg l Neujahrsempfang Mittwochnachmittag von Stadt und Bundeswehr in der Elb-Havel-Kaserne: Natürlich spielte das Thema Krankenhaus in vielen Gesprächen eine Rolle. Auch mit dem Landtagsabgeordneten Chris Schulenburg (CDU), der eine Kleine Anfrage an das Sozialministerium gestellt hat und von der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch berichtete. Dazu gab es am Nachmittag auch eine Pressemitteilung der CDU.

Auf Antrag der Landtagsfraktion hat sich der Ausschuss mit der Situation des KMG Klinikums Havelberg beschäftigt. „Neben aktuellen Informationen ging es auch um die Sicherstellung der medizinischen Versorgung vor Ort. Dazu soll es zeitnah Gespräche geben, bei denen neben Landrat, dem Krankenhausbetreiber und dem Havelberger Bürgermeister auch Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Krankenkassen teilnehmen sollen“, erklärt der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Tobias Krull darin.

Chris Schulenburg ergänzt: „Für die CDU-Fraktion hat die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung mit medizinischen Leistungen für die Menschen vor Ort oberste Priorität. Es sind weiterhin viele Fragen offen, die beantwortet werden müssen, hierzu habe ich eine Kleine Anfrage an das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration gestellt.“

Landrat Carsten Wulfänger (CDU) sagt im Gespräch mit der Volksstimme, dass es sein großes Interesse ist, alle Partner an einen Tisch zu holen. „Alle, die eventuell noch Geld für die Betreibung des Krankenhauses dazu geben könnten.“ Zu einem möglichen Termin hielt er sich bedeckt.

Schwarzer Mittwoch

„Man kann ein Krankenhaus nicht innerhalb von Stunden retten. Wir werden mit dem Träger hart ins Gericht gehen, sind aber noch ganz am Anfang der Diskussion. Wir werden alles versuchen, eine vernünftige Lösung zu finden. Wichtig ist, dass der Standort erhalten werden kann. Welcher Name draußen am Schild steht, ist den Menschen egal. Sie wollen das Krankenhaus.“ Zur Rückfallklausel befragt, hieß es von Seiten des Landkreises Stendal, dass im Vertrag zwischen Landkreis und KMG von 2002 die Möglichkeit eingeräumt ist, dass der Landkreis das Krankenhaus zurückerwerben kann. Die Umsetzung setze aufgrund der in den vergangenen 18 Jahren erfolgten Investitionen in das Krankenhaus eine Einigung zwischen den Vertragsparteien voraus.

Bürgermeister Bernd Polos­ki sprach beim Neujahrsempfang nochmals an, dass ihn die Nachricht von der beabsichtigten Schließung Mittwoch vor einer Woche kalt erwischt hat, zumal kurz vor Weihnachten noch andere Pläne durch die KMG kommuniziert worden waren. Er bezog mittelbar betroffene Partner, wie Rettungsdienst, niedergelassene Ärzte, Alten- und Pflegeeinrichtungen und das Sanitätszentrum der Bundeswehr ein, auf die diese Entscheidung Auswirkungen haben wird. Die Gespräche müssten abgewartet werden. „Unabhängig davon sollten die Havelberger und Havelbergerinnen mit ihrer Unterschrift und Meinungsäußerung allen Verantwortlichen verdeutlichen, wie sie den Verlust des Krankenhauses für unsere Stadt und Region empfinden und bewerten.“ Er wisse jetzt, dass es auch einen schwarzen Mittwoch gibt.

Die Volksstimme hat Fragen an die KMG-Geschäftsführung in Bad Wilsnack gestellt. Unter anderem die nach einem Termin zur Schließung des Krankenhauses. Zurzeit gebe es keine weiteren Nachrichten als die, die bisher veröffentlicht sind, hieß es. Man sei weiterhin bemüht, alle Akteure an einen Tisch zu bekommen.

Für die Mitarbeiter des Krankenhauses, die gewerkschaftlich organisiert sind, hat gestern eine Versammlung mit Verdi stattgefunden, berichtet Betriebsratsvorsitzende Sandra Braun. Dabei kamen allerhand soziale Belange zur Sprache, wie im Falle der Krankenhausschließung zu handeln wäre.

Dass am nächsten Montag, 20. Januar, eine von Bürgern aus Kamern organisierte Protestdemo vor dem Krankenhaus stattfinden soll, sprach sich auf dem Neujahrsempfang ebenfalls schnell herum. Sie soll um 10 Uhr beginnen.