Havelberg l Die Linksfraktion des Stendaler Kreistages hatte ihren Antrag zum Erhalt des Havelberger Krankenhauses auch auf die aktuelle Corona-Krise erweitert (wir berichteten). „Wenn die KMG wirklich ihren Versorgungsauftrag ernst nimmt, würde sie aktiver werden und Räume schaffen, wo Patienten mit dem Verdacht auf Corona mindestens isoliert werden können“, findet die Fraktionsvorsitzende der Linken Katrin Kunert. Ihrer Ansicht nach verbietet sich im Moment jeglicher Gedanke, das Krankenhaus zu schließen, sagte sie gestern im Gespräch mit der Volksstimme.

Das Bekenntnis im öffentlichen Teil der Kreistagssitzung sei ein gutes Zeichen. Dass der Antrag im nicht öffentlichen Teil vertagt wurde, liegt darin begründet, dass noch weitere Verhandlungen geführt und Details geprüft werden müssen.

Der 2. Beigeordnete Sebastian Stoll (CDU) hat sehr detailliert die bisherigen Anstrengungen zur Rettung des Krankenhauses in Havelberg dargestellt. „Die warmen Worte von KMG müssen sich aber auch im Rückkaufvertrag wiederfinden, das ist aktuell nicht der Fall“, berichtet Landtags- und Kreistagsabgeordneter Chris Schulenburg (CDU). „KMG muss noch einen großen Schritt nach vorne gehen, ansonsten sehe ich keine Mehrheit im Kreistag. Die Suche nach einem neuen Träger gestaltet sich durch die Hartnäckigkeit von KMG äußerst schwierig. Bei mir entsteht der Eindruck, dass KMG alles unternehmen will, um eine Übernahme durch einen neuen Träger zu verhindern. Es liegt nun in der Hand des Konzerns, dass das Licht am Ende des Tunnels nicht vollständig erlischt.“

Bürgermeister Bernd Poloski, der an der nicht öffentlichen Sitzung teilnehmen durfte, ist froh, „dass der Kreistag mit seiner Entscheidung, nicht abschließend zum Krankenhaus zu beschließen, die Türen offen gelassen hat. Mit allen denkbaren Lösungen. Damit wird der KMG auch signalisiert, dass auch ein Rückkauf durch den Landkreis nicht ausgeschlossen wäre. Meine Anerkennung, dass sich der Kreistag zu diesem Zwischenschritt entschieden hat.“