Kamern l Nicht nur, weil es genug große Töpfe gibt, sondern auch, weil das Ambiente und die Unterstützung im Grünen Haus in Kamern stimmen, hatten die Küchenspione des Elb-Havel-Winkels dieses für ihre Auswertungs- und Dankeschönrunde ausgewählt. Die Tourismuschefinnen aus der Hansestadt Havelberg und dem Elbe-Havel-Land, Marina Heinrich und Jenny Freier, und Leader-Manager Björn Gäde begrüßten 40 Gäste zu einem Drei-Gänge-Menü. Damit sagten sie allen Köchen und touristischen Anbietern Dankeschön für die Unterstützung des Projektes Küchenspione, das mit dem zweiten Platz beim Tourismuspreis „Vorreiter in Sachsen-Anhalt“ ausgezeichnet wurde.

Jenny Freier hatte die Rezepte auserkoren und genau geplant, wann was zu tun ist, damit die herzhafte Rote-Bete-Apfelsuppe, der Rahmgulasch mit Klößen und hausgemachtem Apfelrotkohl sowie der winterliche Bratapfel-Crumble ausreichend und zur rechten Zeit auf den Tisch kommen. Mit Marina Heinrich, ihrer Mutti Angela Schneider sowie zwei lieben Weihnachtswichteln aus Garz hatte die Rathenowerin bereits am Sonntag kiloweise Fleisch geschnitten sowie Äpfel und Rote Bete aus Omas Garten geschnipselt. Das Raspeln des Rotkohls hatte ihre Oma übernommen. Am Montag ging es dann weiter. Dabei unterstützte Stefanie Wischer vom Grünen Haus, in dem sie zum Beispiel die Tische hübsch dekorierte. Als Platzdeckchen dienten A-3-große Blätter mit den Rezepten des Menüs.

Bevor die Vorspeise serviert wurde, wertete Björn Gäde die Küchenspion-Aktion, bei der monatlich ein Gericht aus der Region gekocht wurde, aus. 48 Leute aus dem Elb-Havel-Winkel hatten als Profi- oder Hobby-Köche beziehungsweise als touristische Anbieter die Blogger-Aktion unterstützt, mit der über die kulinarischen Genüsse auf die Region aufmerksam gemacht wurde. Das ist gelungen. Manch Blogger hat bis zu 50.000 sogenannte Follower, die die Beiträge über die jeweilige monatliche Kochaktion und die Ausflugstipps lesen. Es zeigte sich, dass auch immer mehr junge Leute auf nachhaltige, saisonale und regionale Produkte setzen.

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Die Livestyle-, Food-, Veggie- und Reise-Blogger selbst, die im Internet und in sozialen Medien berichten, wollen gern wieder kommen und weiter auf den Elb-Havel-Winkel neugierig machen. Wichtig war bei dem Kommunen übergreifenden Gemeinschaftsprojekt zusammen mit Leader auch die Wirkung nach innen. Es ist ebenso gelungen, den Menschen vor Ort zu zeigen, was die Region zu bieten hat.

„Die Marke Elb-Havel-Winkel lebt, es wurde ein Netzwerk aufgebaut“, schätzt der Leader-Manager ein. Er hob die Kriterien hervor, nach denen die Jury Punkte zur Bewertung für den Tourismuspreis vergeben hat: Kooperation, Einzigartigkeit, Kreativität, Innovation, Zielgruppenorientierung und Modellcharakter. „Dieser Preis ist für uns alle.“

Blogger sollen auch 2019 mit dabei sein

Er nannte Zahlen zur Nutzung der sozialen Medien. So gab es etwa auf Instagram 40 Einträge zu den Küchenspionen, die zu 4649 „gefällt mir“-Klicks und 278 Kommentaren führten. Auch bei Facebook, Twitter und auf Youtube waren die Küchenspione vertreten. Und bei Pinterest können fast 10.000 Fans von „The Kaisers“ aus Potsdam die Fischsuppe aus Warnau nachkochen.

Fakt ist: mit dem Genuss-Thema für 2018 haben die Küchenspione den Nerv getroffen. Im nächsten Jahr wollen sie wieder mit Bloggern zusammenarbeiten. Noch steht nichts fest – denkbar wäre das Thema Freizeit. Fakt ist außerdem, dass die Aktion auch bei den Gastgebern gut angekommen ist. „Das ist eine super Gelegenheit, auf sein Unternehmen werbewirksam aufmerksam zu machen. Für die gesamte Elbe-Havel-Region waren die Küchenspione eine Bereicherung. Ich hoffe sehr, dass es den Bloggern durch moderne Medien gelingt, unser tolles Elbe-Havel-Land überregional zu präsentieren“, sagt zum Beispiel Kathrin Kleinod vom Land-gut-Hotel Klietz. Renate Lewerken vom Arthotel Havelberg begrüßt den Vorschlag, über Leader eine Fortbildung zur Nutzung der sozialen ­Medien anzubieten. Roses in Kümmernitz haben schon feste Pläne für ihren „Offenen Garten“ 2019. Am Pfingstsonntag steigen sie in dieses Tourismus­angebot wieder mit ein und beteiligen sich zugleich am neuen Projekt „Kunst im Garten – Gartenkunst“. Sabine Schulze von der Fischerstube in Warnau sagt: „Durch die Presseberichte in der Volksstimme und Werbung durch die Blogger hatte ich den Eindruck, dass viele, auch neue Gäste zu uns gekommen sind, um die Fischsuppe zu probieren.“

Der Küchenspion-Kalender mit Rezepten zu den Hauptgerichten ist in einer Auflage von 2000 Stück bereits erschienen. Bis zur Tourismusmesse ITB im Frühjahr soll auch das Rezeptbuch mit Vorstellung der Orte und mehr Fotos fertig sein, um auch auf diesem Wege den Elb-Havel-Winkel vorzustellen.