Havelberg l Das Programm von „Kunst im Gartensommer“ steht. Ein verbindendes Element sind Sonnenblumen, die Kinder am Donnerstag in Havelberg gesät haben. „Kunst für Demokratie – (Ge)schichten im Park“ zum Auftakt am 1. Juni in Schönhausen, Roses Schaugarten in Kümmernitz, Orgelsommer und Kunst im Frau-Harke-Dorf in Kamern sowie Frühschoppen im französischen Weinhaus in Havelberg zu Pfingsten, plattdeutsche und orientalische Gesänge in Molkenberg am 14. Juni, „Malen wie Matisse“ in der Galerie Stadtinsel in Havelberg vom 15. bis 22. Juni und die Abschlussveranstaltung „Franko.Folie! bittet zu Tisch“ zwischen Old School und ELCH in Havelberg am 29. Juni sind nur einige der 30 Veranstaltungen, zu denen der Elb-Havel-Winkel im Juni einlädt. Das Motto: „Kunst im Gartensommer.“

In der Domkurie D8 in Havelberg stellte die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Elb-Havel-Winkel unter Leitung von Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski am Donnerstag mit der Gartenakademie Sachsen-Anhalt und weiteren Partnern das Projekt „Kunst im Gartensommer“ vor, für das die Hansestadt der Träger ist, die dabei mit der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land zusammenarbeitet. Es ist einer von fünf Bausteinen des gebietsübergreifenden Kooperationsprojektes von Leader/CLLD „Natur im Garten. Vielfalt im Garten in Sachsen-Anhalt“, an dem sich fünf LAG beteiligen. Weitere Bausteine sind „Natur im Garten. Schaugärten“, wofür die Gartenakademie verantwortlich ist, „Gartenreiseangebote“, um die sich Tangerhütte kümmert, „Lebendige Kloster- und Pfarrgärten“, für die das Kloster Jerichow verantwortlich zeichnet, und „Grüne Gemeinden und Partizipation“ in Obhut des Landkreises Börde.

Gärten als Wirtschaftsfaktor

Auch wenn die Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion insofern bei „Kunst im Gartensommer“ eine Rolle spielt, als dass dabei entstandene Strukturen genutzt und vernetzt werden, so verstehen die Partner das Projekt dennoch nicht als Mini-Buga, wie Christa Ringkamp von der Gartenakademie sagt. „Wir wollen die Gärten, die da sind, stärken. Sie stehen zeitlich begrenzt für alle offen. Dieses Jahr für Kunst, 2020 vielleicht für Lesungen“, macht sie deutlich, dass das Projekt weitergehen soll. Dabei soll aber ins Gedächtnis gerufen werden, dass hier die Buga war. „Wir spielen das Thema weiter mit den Akteuren, die wir hier haben.“

„Natur im Garten“ soll zeigen, dass Gärten ein Wirtschaftsfaktor sind. Immer mehr Anfragen kommen von Touristen zu Besuchswünschen inklusive Führungen. Ziel ist es auch, Nutzungskonzepte zu entwickeln. Dabei geht es um naturnahe Gärten, die ohne Pestizide, chemisch- synthetische Stoffe und Torf auskommen. Dafür gibt es die Zertifizierung als Schaugarten. Wöchentlich kommen Anfragen von Gartenbesitzern, die mitmachen wollen, berichtet Christa Ringkamp. Im Moment sind 21 Schaugärten zertifiziert.

Ein Schaugarten ist der Renaissancegarten der Domkurie D8. Dort trafen sich am Donnerstag die Akteure von „Kunst im Gartensommer“ zu weiteren Absprachen. Die Koordinierung obliegt Daniela Süßmann von den Freiraumplanern. Sie berichtet, dass das Programm in den vergangenen Wochen gegenüber den ersten Plänen erweitert wurde. „Wir wollten noch mehr Sinnlichkeit erreichen und haben mehr Künstler hinzugenommen.“ So dürfen sich die Besucher auf viel Musik, Literatur, Malerei, Plastik und Darstellung freuen. Sonnenblumen sollen als verbindendes Zeichen in den Gärten dienen. Kinder aus der Kita „Zwergenland“ säten viele Samen in kleinen Töpfen aus. Auch wenn die Blumen im Juni sicher noch nicht so üppig blühen werden, so entfalten sie bestimmt im Spätsommer/Herbst ihre Pracht. „Und ihre Samen können wir dann wieder in viele Gärten tragen“, setzt auch Daniela Süßmann auf die Nachhaltigkeit von „Kunst im Gartensommer“.