Fischbeck l „Das kann man sich fast gar nicht mehr vorstellen!“ Die Landfrauen aus Schönhausen und Umgebung waren zu Gast bei Susanne Northe in Fischbeck, die ihren Garten für sie öffnete. Die meisten Schäden, die die Flut hier im Juni 2013 angerichtet hat, sind beseitigt. Stellenweise am Mauerwerk kann man noch sehen, wie hoch das Wasser gestanden hatte. Zudem gibt es an mehreren Stellen kleine Fische aus Metall, die als Höhenmarkierung dienen. „Ich wäre weg gewesen“, sagt die Vereinsvorsitzende Sonja Voigt, als sie sich an einen Fisch stellt.

Vieles von dem, was Northes sich auf ihrem Hof, der auch Sitz des Lohnunternehmens ist, geschaffen hatten, musste nach der Katastrophe mühsam wiederaufgebaut werden. Umso mehr freut sich Susanne Northe, dass doch einige der Bäume, Büsche und auch Blumen überlebt haben. Denn alles haben Northes selbst angepflanzt, nachdem sie 1990 auf den elterlichen Hof gekommen waren. Und da sah es noch ganz anders aus als heute. „Eine blaue Clematis war das einzige, was hier gewachsen ist, sonst gab es keinen Busch und keinen Baum.“ Um den Hof zu beleben und ein schönes Zuhause daraus zu machen, hat Susanne Northe angefangen, Beet für Beet anzulegen. Und zwar jedes in einem anderen Farbton – viel in rosa/pink, dazu rot, orange, blau. „Wir haben versucht, es wohnlich zu machen.“

Das ist gelungen!

Nicht nur der Innenhof wirkt einladend, sondern auch der Garten hinterm Wohnhaus, wo es sich dank der schattenspendenden Bäume auch bei so heißen Temperaturen wie in diesem Sommer gut aushalten lässt. Durch einen Rosenbogen gelangt man dorthin. Eine Gold- ulme, die hier gleich Anfang der 90-er Jahre als Erstes gepflanzt worden war, ist zu einem stattlichen Baum herangewachsen, auch der Apfel- und der Kirschbaum. Dass die Hortensien das Stehen im Flutwasser überlebt haben, freut Northes sehr, auch die Rosen sorgen für Blütenpracht.

Bilder

Einen Rat der Schönhauser Landfrau und ihrer guten Freundin Bärbel Paulssen hat Susanne Northe befolgt: „Ein Garten braucht viele Zimmer!“ So gibt es an mehreren Stellen Sitzgelegenheiten, einen kleinen Teich, der wegen der beiden auf dem Hof lebenden Enkelkinder Enno und Karlotta mit einer Holzkonstruktion abgedeckt ist, einen Platz zum Schaukeln für die beiden.

Und natürlich gibt es auch einen Nutzgarten. „Ich baue alles an, was hier auf diesem Boden gut gedeiht und was uns schmeckt“, zeigt Susanne Northe beispielsweise das große Beet mit grünem Spargel, dazu Kartoffeln, Bohnen, Erdbeeren, Himbeeren, etliche Obstbäume. Alles verarbeitet Susanne Northe – was nicht frisch verspeist wird, wird eingeweckt oder zu Marmelade verarbeitet. Tomaten wachsen auf zwei Hochbeeten, gleich nebenan gibt es ein großes „Hotel“ für Insekten. Ein Waldstreifen grenzt das Grundstück zu den Flächen in Richtung Elbe ab, er dient auch als guter Schutz vor dem oft aus Westen wehenden Wind.

Nach dem Rundgang genossen die Landfrauen in einem der Garten-Zimmer bei Kerzenschein und lauer Luft den Abend. Susanne Northe und weitere Landfrauen hatten Suppe aus Möhren, Äpfeln und Kokosmilch sowie aus Sellerie und Birnen sowie Soljanka und Käse-Mett-Suppe gekocht. Dazu gab es Brot, getrocknete Chips aus Rote Beete und Zucchini und Käsehäppchen mit Weintrauben. So ist ein schöner Abend ausgeklungen.

2019 öffnet dann wieder eine andere Landfrau ihren Garten.

Beim nächsten Treff am 6. Oktober „Schauen die Landfrauen ins Land“ – wohin genau, das wird noch entschieden.