Havelberg l Jasmin Rahimi möchte einen handwerklichen Beruf erlernen. Vielleicht wird sie Tischlerin? Die Arbeit mit Holz macht der jungen Frau Spaß. Im Rahmen einer AGH-Maßnahme fertigt sie mit weiteren Teilnehmern im Bildungszentrum Havelberg der Berufsbildungsakademie „Altmark“ (BBA) Lernmaterialien für Kindergärten und Grundschule an.

Vivian Schulz bemalt gerade Pilze aus Holz – auch Ausstattungsstücke entstehen in der Arbeitsgelegenheit (AGH). Stephanie Fick schneidet mit der Laubsäge filigrane Blätter aus. Sie hatte nach einer Bildungsmaßnahme an der BBA die Hoffnung, einen Job zu finden. Doch hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht und sie ist froh, in der AGH weiter austesten zu können, wo ihre Stärken liegen. „Was handwerklich kreatives würde mir Spaß machen.“

Jugendlichen und Erwachsenen, die aus den verschiedensten Gründen noch keinen Schulabschluss haben, ohne Ausbildung oder längere Zeit arbeitslos sind, bietet die BBA in Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Möglichkeiten an, einen Beruf oder eine Ausbildung zu finden. Stufenausbildung, modulare Weiterbildung, Nachholen des Schulabschlusses sind Beispiele. Auch AOS – Aktivierungs-, Orientierungs- und Stabilisierungscenter – bietet Chancen, in Ausbildung oder Arbeit zu gelangen. Damit hat die BBA in den vergangenen 30 Jahren in Stendal und 29 Jahren in Havelberg sehr gute Erfahrungen gesammelt, wie Ronald Zimmer, einer der drei Geschäftsführer der BBA, am Donnerstag zur Eröffnung des Tages der offenen Tür deutlich machte.

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Weiterbildung ist ein Thema

Er hob die Bedeutung von Weiterbildung hervor. An den Tag der Weiterbildung hatte die Bereichsleiterin des Bildungszentrums Nancy Mühlenberg das Motto des Tages der offenen Tür angelehnt: „Krisen meistern. Know how sichern. Weiter bilden.“ Sie bedankte sich bei den Firmen und Netzwerkpartnern, die den Teilnehmern der Maßnahmen immer wieder die Chance geben, sich auszuprobieren und zu bilden, um eine neue Arbeit oder eine Ausbildung zu erhalten. Froh ist sie auch, dass Partner etwa Seminare und Präventionsveranstaltungen in Havelberg anbieten, den Teilnehmern dadurch weite Wege erspart bleiben. Ihr Motto und das ihrer Mitarbeiter ist: „Wer will, dem können wir helfen.“

Zu den Unternehmen, die gute Erfahrungen mit der Ausbildung von künftigen Mitarbeitern haben, gehört der Wolf Online Shop in Havelberg. Ab nächster Woche probieren sich vier Praktikanten im Büro aus. Einer soll dann über die Stufenausbildung für die Firma ausgebildet werden, berichtet Anja Wolf, die der Geschäftsführung angehört. Das manchmal auch sozialpädagogisches Einfühlungsvermögen von ihr und den Mitarbeitern gefragt ist, findet sie nicht schlimm. „Wir wollen neue Mitarbeiter bekommen, da helfen wir gern.“

Für Schüler gibt es Maßnahmen zur Berufsberatung. Erst vergangene Woche wurden diese für Siebt- und Achtklässler nachgeholt, weil sie im Frühjahr wegen Corona ausfallen mussten. Gut angenommen wird auch das Lerncenter für Schüler von der Grundschule bis zum Gymnasium.

Zu Gast waren auch Kinder aus der Kita „Regenbogen“, die sich schon sehr auf neue Lernmaterialien aus der BBA freuen. Die Polizei war mit einem Fahrsimulator vor Ort. Die Regionalbereichsbeamten aus Havelberg bieten regelmäßig Präventionsthemen an.