Havelberg l Es ist eine große Anzahl an Flaschen und Gläsern, die sich da vor dem Weißglascontainer angesammelt hat. Und das seit Wochen schon, berichtet Antje Schwarzlose. Andere sprechen gar von Monaten. Wie dem auch sei, die Anwohner der Weinbergstraße in Havelberg wundern sich schon länger, dass die Container nicht mehr entleert worden sind. Das sieht nicht nur unschön aus. Das Glas stellt auch eine Gefahr dar. Zum Beispiel für Kinder. Aber auch für Hunde. „Meine Hündin flitzt an der langen Leine gern um die Ecke. Sie könnte sich an Scherben schneiden“, befürchtet die Havelbergerin.

Bei der Abfallentsorgungsgesellschaft ALS ist zu erfahren, dass ein Fahrzeug des Entsorgers Alba seit einem Verkehrsunfall nicht mehr einsatzbereit ist und es deshalb Verzögerungen gab. Genauer weiß das Ralph-Peter Gabriel, Disponent bei Alba in Demker. Zuletzt wollten Mitarbeiter am 4. November den Containerplatz in der Weinbergstraße anfahren. „Das geht nur über die Fleethe, anders kommen wir da nicht ran. An dem Tag war dort eine Baustelle und das Fahrzeug kam nicht durch, musste rückwärts den Berg wieder hochfahren“, berichtet er. Kommende Woche Dienstag steht Havelberg wieder auf dem Tourenplan. Dann sollte es klappen, hofft er. Dass der Container über Monate nicht entleert wurde, denkt er nicht. Aber ein paar Wochen können es schon sein.

Um zu dem Platz zu kommen, ist ein sogenannter Abroller im Einsatz, der den Nußberg herunterfährt und die Container per Kran heraushebt. Sorge, dass die Flaschen und Gläser vor den Containern liegen bleiben, muss niemand haben. „Das sammeln die Kollegen alles ein“, sagt Ralph-Peter Gabriel.

18 Stellplätze in der Stadt

Sind Baustellen angekündigt, bekommt das Entsorgungsunternehmen eine Info und versucht, den Platz vorher noch mal anzufahren, berichtet der Disponent vom normalen Prozedere. Manchmal sind es auch parkende Autos, die eine Entleerung verhindern. Im Stadtgebiet Havelberg gibt es insgesamt 18 Glascontainer-Stellplätze. Einer in der Bahnhofstraße und zwei in der Breiten Straße sind Unterflurcontainer. „Der Platz in der Bahnhofstraße liegt sehr versteckt und ist von Laien schwer zu erkennen. Deshalb wird davor gern auch mal geparkt“, berichtet Ralph-Peter Gabriel. Die drei Kubikmeter großen Container dann rauszuhieven, ist nicht möglich. „Havelberg liegt ja auch nicht gleich um die Ecke. Die Fahrer können am selben Tag noch mal hinfahren und schauen, ob sie an die Container gelangen. Ansonsten wird der Stellplatz bei der nächsten Tour wieder angefahren.“

In den Landkreisen Stendal und Salzwedel ist Alba mit drei Fahrzeugen im Einsatz. Das Glassattelfahrzeug, das das Fassungsvermögen von zwei Abrollern hat, hat bei dem Unfall Totalschaden erlitten und fehlt nun. Ein neues ist bestellt. So lange sind die beiden Abroller in zwei Schichten unterwegs, berichtet der Disponent. Das eingesammelte Glas wird in Demker zwischengelagert und geht von dort zur Glasaufbereitung.

Kann ein Platz nicht angefahren werden oder treten Probleme auf, geben die Mitarbeiter Rückmeldung. Mit der ALS und dem Eigentümer des Grundstücks wird dann nach Lösungen gesucht. Das betrifft in Havelberg den Stellplatz im Gewerbegebiet Nord, der aus Sicht der Entsorger ungünstig liegt. Die Container stehen auf einer Wiese und die Leute auf der Straße, wenn sie Glas entsorgen wollen. Aus Sicht der Stadt ist der Standort grundsätzlich geeignet, wie Ordnungsamtsleiter André Gerdel auf Volksstimme-Nachfrage sagt. „Hier fehlt lediglich die notwendige Pflasterung. Dieses wird seitens der ALS bezuschusst. Die Stadt hat einen Antrag gestellt. Die Entscheidung steht noch aus. Erfolgt die Bewilligung, wird das Vorhaben schnellstmöglich umgesetzt.“ Grundsätzlich funktioniere die Kommunikation mit der ALS zu auftretenden Problemen ganz gut. Etwa wenn es um Gefahrenstellen durch zu geringes Lichtraumprofil geht. „Die Stadt wird dann im Regelfall sofort tätig.“