Havelberg l „Lange haben wir uns vergeblich darum bemüht, das Instrument Violine auch an unserem Unterrichtsort Havelberg für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu bewerben und anzubieten. Doch leider hatten sich keine Interessenten dafür gefunden“, berichtet der Musikschulleiter Julian Gorus.

Doch jetzt ist sein Wunsch Wirklichkeit geworden. Mit Elke Werthmann hat sich eine Neu-Havelbergerin für den Violinenunterricht angemeldet. Damit ist der Anfang gemacht. Ihre Lehrerin ist Lucia-Mariana Matäi, eine gebürtige Rumänin. Sie lebt in Stendal und unterrichtet „seit ein paar Jahrzehnten“, wie sie sagt, Violine an der Kreismusikschule – hauptsächlich am Standort Osterburg und darüber hinaus auch in Wolfsburg. In der Autostadt gehört sie zudem der Philharmonie Wolfsburg als Profigeigerin an.

„Ich freue mich, dass sich nun auch etwas in Havelberg tut, was das Instrument Violine betrifft“, erklärt sie im Volksstimme-Gespräch. Und versichert: „Auch wenn es sich derzeit nur um eine erwachsene Schülerin handelt, komme ich dafür sehr gerne hierher.“ In Osterburg unterrichtet Lucia-Mariana Matäi dagegen zehn Musikschülerinnen und -schüler.

Elke Werthmann hält große Stücke auf ihre Lehrerin. „Sie macht leidenschaftlich gerne Unterricht. Bei ihr lernt man schnell.“ Und Lucia-Mariana Matäi lobt auch ihre Schülerin: „Sie ist wirklich sehr ehrgeizig.“ Für Elke Werthmann ist die Violine „so ziemlich das schönste Instrument. Ich spiele es jetzt seit ungefähr fünf Jahren. Außer im Unterricht fast auch täglich ein bisschen zu Hause“. Gegenwärtig wird neben klassischen Werken natürlich auch ein bisschen Weihnachtsmusik geübt. In der heimischen Wohnung wie in der Musikschule. Lehrerin und Schülerin würden sich sehr darüber freuen, „wenn es hier in Havelberg noch etwas mehr Interesse für den Violinenunterricht geben würde“. Wer das Spiel auf dem Instrument erlernen möchte, kann sich im Büro der Musikschule in der Pestalozzistraße dafür anmelden.

Keine Veranstaltungen

Dass an der Musikschule trotz November- und Dezember-Lockdown fast ganz normal weiter unterrichtet werden kann – wie auch in den benachbarten Schulen im Schulzentrum – freut Julian Gorus. „Denn es wäre schade, wenn wir, wie im Frühjahr, wieder vom Präsenz- zum Onlineunterricht hätten übergehen müssen. Das würde auch wieder einen großen Teil an Stundenausfall bedeuten, denn nicht alle Schülerinnen und Schüler verfügen zu Hause über die technischen Möglichkeiten für den Online-Unterricht.“

Es werde in den Unterrichtsräumen jedoch kleinlichst darauf geachtet, das Hygienekonzept umzusetzen. „Der Einzelunterricht hat Priorität“, so Julian Gorus.

Dort, wo der Mindestabstand zwischen Schülern und Lehrern nicht eingehalten werden kann, besteht Maskenpflicht beziehungsweise werden beide durch eine Plexiglasscheibe getrennt. Und nach jeder Stunde erfolgt unter anderem eine Reinigung der benutzten Instrumente mit Desinfektionsmittel. „Insgesamt erschwert mir Corona die Arbeit jedoch sehr“, konstatiert der Musikschulleiter. „Ich möchte am Standort Havelberg der Kreismusikschule noch weit mehr aufbauen als das, was es schon gibt. 2020 allerdings war das überhaupt nicht möglich.“ Alles an Veranstaltungen, die für die Domstadt geplant waren, ist ausgefallen: Klassenvorspiele, Konzerte und anderes mehr.

Und mit weiteren Absagen verabschiedet sich das Jahr. Kein Weihnachtsmarkt in Havelberg bedeutet auch kein traditionelles Adventskonzert am kommenden Wochenende zu diesem Anlass im Festsaal des Rathauses. „Das Jahr 2021 kann eigentlich nur besser werden“, hofft Julian Gorus mit einem Blick auf das kommende.