Wust l Seit nunmehr zehn Jahren ist der alte Wuster Kornspeicher am Park der perfekte Ort für das einzigartige Museum. „Wie schnell die Zeit vergeht“, erinnert sich Gerhard Faller-Walzer als „Kuh-Vater“ an den Start. Da waren es auch schon viele Ausstellungsstücke, die er auf der zweitobersten Etage des Speichers anordnete, „aber da war es noch recht übersichtlich. Inzwischen sind so viele originelle Stücke dazugekommen, dass man immer wieder Neues entdeckt“, freut er sich beim Rundgang kurz vor dem Saisonstart. An einer Vitrine bleibt er stehen, wirft noch mal einen letzten Blick auf die neuen Stücke, die über den Winter zusammengetragen worden sind. „Das ist mein neues Schätzchen!“ holt er eine Spieluhr hervor, zieht sie auf und freut sich an den zwei tanzenden Kühen. „Ein Geschenk einer Verwandten aus der Schweiz.“

Gekauftes und Geschenke

Überhaupt sind es oft Geschenke, die das Muuuhseum bereichern, auch zur Eröffnung gab es wieder einige. Und Gerhard Faller-Walzer, der seit vielen Jahren alles rund um die Kuh sammelt, kauft auch ein, wenn ihm was Witziges „über den Weg läuft“. Irgendwann hatte er so viel zusammen, dass die Idee zur Einrichtung eines Muuuhseum im Speicher entstand. Der Wuster Verein „Aus dem Dorf – Für das Dorf“, dem er vorsteht, war angetan von der Idee und machte sich vor zehn Jahren an die Umsetzung. Seitdem wird auch der Saisonstart feierlich begangen. Dieses Mal veranstalteten der Kinder- und Jugendchor Wust ein kleines Konzert mit der mexikanischen Kuh Karatscha und zwei kleinen Kühen, die sich nachts im Wald verlaufen. Die Gäste konnten es sich draußen am Speicher gemütlich machen, Kuchen und Bratwurst essen und Kuhschwanzbier und Maibowle trinken; für Kinder gab es einen Kreativstand.

Sonderausstellung

Zu sehen ist im Speicher nicht nur die Kuh-Ausstellung, sondern bis zum Start der Sommerschule im Juli auch eine Sonderausstellung „Rund um die Kuh“ eine Etage tiefer. Hier wandert man noch einmal durch zehn Jahre Sonderausstellung, in der sich natürlich auch alles um die Schwarzbunten, die inzwischen auch lila und kunterbunt sind oder gar menschliche Gestalt annehmen, dreht. Präsentiert werden unter anderem Illustrationen von Klaus Puth aus der Nähe von Wiesbaden – dem deutschen Kuh-Illustrator; Fotos von Künstler Axel Bauer, Detailfotos, die Gerhard Faller-Walzer selbst gemacht hat, Kopien von sehr alten Radierungen aus dem Winckelmann-Museum Stendal, Illustrationen der Berlinerin Sophia Stephanie und auch Illustrationen von Katja Hallmann und Tochter Mia vom Wuster Damm.

Am Wochenende geöffnet

Wann man sich das alles ansehen kann? Jeden Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Ist die Tür verschlossen, hängt dort eine Telefonnummer, „in fünf Minuten ist jemand zum Aufschließen da“, so Gerhard Faller-Walzer. „Führungen sind nach Voranmeldungen auch in der Woche möglich.“ Der Vereinsvorsitzende hofft, dass über das Leader-Programm möglichst bald jemand beschäftigt werden kann, damit auch wieder freitags das Muuuhseum offen steht. Denn derzeit gibt es keine Unterstützung durch eine Person über den zweiten Arbeitsmarkt, weshalb sich die Vereinsmitglieder selbst um alles kümmern.

Im vergangenen Jahr haben rund 450 Besucher das Muuuhseum besichtigt.

Vielleicht auch bald Hühner...

Im Jubiläumsjahr blickt Gerhard Faller-Walzer, der jetzt beim neuen Altmärkischen Regionalmarketing- und Tourismusverband für das Marketing zuständig ist und auch leidenschaftlich gern Fotos macht, voraus. Natürlich ist er weiter auf der Suche nach allem rund um die Kuh. „Inzwischen doppelt sich einiges, aber es gibt doch immer noch etwas, das mich überrascht.“ Und tatsächlich liebäugelt er auch mit einem neuen Tier, das seine Sammelleidenschaft wecken könnte: Hühner ...