Kamern l  „Er war ein guter Freund und Kumpel, wir hatten immer gut zusammengearbeitet“, zeigte sich sein Amtsvorgänger und -nachfolger Arno Brandt betroffen. Auch Bernd Witt, der als damaliger Verbandsbürgermeister oft mit Klaus Beck zu tun hatte, fand nur lobende Worte: „Er war ein ehrlicher und korrekter Partner, ein fairer und engagierter Bürgermeister, der aber auch mit seiner Meinung nicht hinter den Berg hielt.“

Klaus Beck war von 1998 bis 2014 ehrenamtlicher Bürgermeister. „Ich war 16 Jahre im Amt, das mit der Schulschließung war schon bitter“, blickte er 2014 bei seinem Ausscheiden zurück. Zu seiner Prämisse hatte er einen etwas abgewandelten Ausspruch des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy gemacht: „Frag nicht, was die Gemeinde für dich tun kann, sondern was du für deine Gemeinde tun kannst.“

Seit Juni 1998 Bürgermeister

Weil Bürgermeister Arno Brandt 1998 verzogen war, machte sich eine Neuwahl nötig: Am 1. Juni 1998 wurde Klaus Beck vom damals ältesten Ratsmitglied Rainer Bolte als Bürgermeister vereidigt. Nach je sieben Jahren Amtszeit erhielt er 2005 und 2012 erneut das Vertrauen der Wähler. 2014 trat er aus privaten und beruflichen Gründen überraschend zurück. Seit 1. Juli 2014 ist Becks Amtsvorgänger Arno Brandt wieder Bürgermeister.

Gemeinde und Feuerwehr ehrten den Bürgermeister mit dem Pflanzen eines Baumes, weil sie ihm etwas Dauerhaftes zum Abschied schenken wollten. Ein Birnbaum der Sorte „Die Köstliche von Charneux“, die im norddeutschen Raum Bürgermeister-Birne genannt wird, wächst vor dem Gerätehaus neben einer Roten Williams Christbirne für die Feuerwehr. Der Bürgermeister-Baum erhielt eine Plakette mit Name und Amtszeit des Bürgermeisters.

Schulsteig wurde befestigt

Klaus Becks größte Erfolge waren die Befestigung des Schulsteiges und die Anerkennung Kamerns als staatlicher Erholungsort, meinte er später. Wie viele andere auch, leistete er bei der Flutkatastrophe im Sommer 2013 Übermenschliches, berichtete Ratsmitglied Christoph von Katte auf der Ratssitzung im Juni 2014 zur Verabschiedung. Kamern war arg betroffen, zahlreiche Schadensbeseitigungen waren danach in die Wege zu leiten. Sein Markenzeichen, die grüne Arbeitslatzhose, überreichte Klaus Beck auf der Sitzung an seine Stellvertreterin Caren Pfundt. In dieser Kluft hatte er auch Kanzlerin Angela Merkel im Juli 2013 in der Seegemeinde begrüßt. Bei aller Sorge, die die Katastrophe mit sich brachte, hatte er seinen Humor nicht verloren.

Klaus Beck wurde 1949 in Halle geboren und legte in der Saalestadt auch sein Abitur ab. Sein vierjähriges Studium schloss er als Diplom-Agraringenieur ab. Im Dezember 1972 heiratete er, ein Jahr später wurde die Tochter geboren. Sein erster Arbeitsort war das Agrochemische Zentrum ­Schochwitz im Saalkreis. Wegen eines Arbeitsunfalls wechselte er zum Meliorationsbau nach Halle und war dort bis 1978 als Standortgutachter in der Projektierung tätig. Seine nächste Arbeitsstelle war im Kombinat Chemische Werke Buna, hier wurde er Fachingenieur für die Rekultivierung der Buna-Halde.

Seiner Tochter machte die Luft in der Chemieregion gesundheitlich zu schaffen, weshalb Mediziner zum Ortswechsel rieten. Unter 13 Angeboten entschied er sich für Kamern, weil hier von der LPG Pflanzenproduktion die besten Voraussetzungen geschaffen worden waren. Seit Februar 1985 wohnen Becks in Kamern, es gefiel ihnen von Anbeginn. In der LPG „Havelland“ war Klaus Beck fünf Jahre als Verantwortlicher für Melioration, Beregnung und Wegebau zuständig. Im Juli 1990 gründeten fünf Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften die Firma GeKa GmbH, Klaus Beck wurde Geschäftsführer. Er absolvierte eine Meisterausbildung als Landschaftsgärtner und wurde geschäftsführender Gesellschafter. Als er in den Ruhestand wechselte, wurde auch die Firma abgewickelt.

Wegen der aktuell geltenden Beschränkungen wird die Trauerfeier zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.