Wassersportverein

Nele Skibbe aus Havelberg: „Mein Ziel ist das Nationalteam“

Für die Sportvereine der Region ist nach langer Corona-Pause wieder so einiges möglich - auch im Havelberger Wassersportverein. Aber noch ist nicht alles erlaubt.

Von Dieter Haase
In jüngeren und älteren Gruppen trainieren die Kanurennsportler derzeit immer dienstags und donnerstags.
In jüngeren und älteren Gruppen trainieren die Kanurennsportler derzeit immer dienstags und donnerstags. Foto: Dieter Haase

Havelberg - Aufatmen in der Abteilung Kanurennsport des Havelberger Wassersportvereins. „Im Freien können wir jetzt wieder alles machen“, freuen sich die Übungsleiter Siegfried Timinger und Günther Bartels. In dieser Jahreszeit heißt das vor allem Ausdauersport sowie Kanutraining auf dem Wasser. Letzteres umso intensiver, weil in der nächsten Zeit verschiedene Meisterschaften und Regatten im Terminkalender stehen. Los geht es zum Beispiel mit den sachsen-anhaltischen Landesmeisterschaften im Kanurennsport, die für die jüngeren Altersklassen für das Wochenende 10. und 11. Juli in Magdeburg geplant sind.

Im Freien ist jetzt wieder alles möglich

Eine Nachwuchssportlerin, die sich mit besonders großem Trainingsfleiß darauf vorbereitet, ist Nele Skibbe aus Havelberg. „Nele ist ein sehr großes Talent. Wenn sie den Willen dazu aufbringt, kann aus ihr noch viel werden“, schätzt Sigfried Timinger ein. Zu den bisherigen Erfolgen des zwölfjährigen Mädchens, das bei den Schülern A - zu dieser gehört die Altersklasse 13 - startet, gehört bisher der Landesmeistertitel im Einer über 2000 Meter. „Auf dieser längeren Strecke bin ich am liebsten unterwegs“, erzählt sie. „Aber ich nehme auch alles andere gerne mit.“ Womit Nele alle Bootsklassen vom Einer bis zum Vierer meint und darüber hinaus auch alle Wettkampfstrecken vom 200-m-Sprint angefangen bis hin zu den 2000 Metern.

Bis zu fünfmal Training in der Woche

Was ihre Freizeit angeht, so ist diese nach der Schule so ziemlich ausgebucht. „Montags, dienstags, donnerstags, freitags und manchmal auch sonnabends zieht es mich auf die Spülinsel ins Zentrum des Wassersportvereins, um mich dem Training zu widmen“, erzählt Nele. „Eine bis anderthalb Stunden kommen dabei täglich zusammen.“ Und zwischen acht und zehn Kilometer im Einer-Kanu im Winterhafen und auf der Havel. Die nötige Unterstützung erhält sie dabei übrigens nicht nur von den Übungsleitern, sondern freundlicherweise oftmals auch von Lisa Schutzbach, die in Havelberg selbst einmal im Rennkanu gesessen hat. „Ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass sie sich immer viel Zeit für mich genommen hat“, freut sich die Zwölfjährige.

Träume können so schön sein

Trotz der Corona-Pandemie blickt Nele Skibbe gerne auf ihren ersten großen Höhepunkt in diesem Jahr zurück. Denn in den Pfingstferien hat sie sich für eine Woche in Magdeburg aufgehalten. „Und ich habe dort auch das Nationalteam trainieren sehen“, erzählt sie mit Begeisterung. Ihr Wunsch: „Es wäre toll, wenn ich es schaffen würde, dort auch einmal hinzukommen.“ Ihr Übungsleiter Siegfried Timinger zweifelt nicht daran. „Wenn sich Nele weiter mit großem Fleiß und dem nötigen Ehrgeiz dem Kanurennsport widmet, dann gehört sie eines Tages auch zum Nationalteam.“ Dann könnte sich vielleicht auch so mancher großer Traum der jungen Havelbergerin erfüllen - von der Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften bis hin zu Olympischen Spielen. „Träumen ist doch immer erlaubt. Und es kann so schön sein“, findet sie.

Mit Beginn der 8. Klasse möchte sie zur Sportschule

Eine Voraussetzung auf dem Weg zur Spitzensportlerin ist der Weg an die Sportschule nach Magdeburg. „Das ist mein nächstes Ziel. Mit dem Start in mein achtes Schuljahr möchte ich an der Sportschule lernen.“ Noch bleibt ihr ein bisschen Zeit dazu. „Ich beende jetzt am Gymnasium in Havelberg die 6. Klasse, und auch die 7. Klasse möchte ich dann noch hier machen. Meine schulischen Leistungen, denke ich, sind gut, so dass ich das dann auch in Magdeburg beweisen kann“, zeigt sich die junge Kanusportlerin selbstbewusst.

Hobbys sind Reiten und das Schülerinstitut

Was sie eigentlich am Mittwoch macht, wenn sie mal nicht in ihr Kanu steigt? „Dann bin ich in Sandau reiten. Denn ich liebe Pferde“, antwortet Nele. Und den Freitag plant sie sich immer auch noch für die Mitarbeit im Havelberger Schülerinstitut für Technik und angewandte Informatik ein.

Der Sommer 2021 könnte für sie recht fordernd und vielleicht auch recht erfolgreich werden. Denn nach den bereits erwähnten Landesmeisterschaften kommen auch noch die Ostdeutschen Meisterschaften, wo sich dann die Besten für die Deutschen Meisterschaften im September in Hamburg qualifizieren,

Der Kontaktsport hat weiterhin Pause

„Wir müssen weiter warten, warten, warten“, beschreibt Vorsitzender Herbert Luksch die aktuelle Situation in der Abteilung Judo des Havelberger Wassersportvereins. Denn während es in einer ganzen Menge Sportarten inzwischen Lockerungen gegeben hat und dadurch in diesen fast alles wieder möglich ist, trifft das auf den Kontaktsport bisher jedoch nicht zu. „Das bedeutet, dass die Kampfsportler unseres Vereins weiterhin zum Pausieren verurteilt sind. Ich hoffe jedoch, dass bis zu den Sommerferien noch ein Training möglich gemacht werden kann“, so Herbert Luksch. „Den Kindern und Jugendlichen und insbesondere ihren Eltern reißt so langsam der Geduldsfaden. Ich hoffe inständig, dass sie dem Verein trotzdem weiterhin die Treue halten.“

Fitness wird gut angenommen

Im Erwachsenenbereich, zu dem auch Angebote für Soldaten aus dem Panzerpionierbataillon 803 in Havelberg gehören, geht es aber bereits wieder sportlich zu. „Wir können zwar weder Judo noch Jiu Jitsu anbieten, aber Fitness ist möglich, was von Mitgliedern auch gerne angenommen wird.“

Nele Skibbe bereitet sich auf mehrere Meisterschaften vor.
Nele Skibbe bereitet sich auf mehrere Meisterschaften vor.
Foto: Dieter Haase