Elbe-Havel-Land l Ungewiss ist, ob Sandau weiterhin mit den Kindern aus dem Havelwinkel rechnen kann und welche Auswirkungen die Freie Schule Kamern hat. 

Der Sozialausschuss des Verbandsgemeinderates, der sich zum Auftakt der Sitzung den modernisierten Sandauer Kindergarten „Sonnenkäfer“ von Leiterin Constanze Streblow zeigen ließ, bekam von der Verwaltung ganz aktuelle Zahlen auf den Tisch: 63 Kinder werden in Sandau unterrichtet, 84 in Klietz und 108 in Schönhausen. Doch die Schulentwicklungsplanung 2019 bis 2024 muss bis Jahresbeginn festgelegt werden. Und weil Klietz trotz Schollene im Einzugsbereich 2022 mit 50 Schülern unter die geforderten 60 rutscht, muss es Veränderungen geben.

Havelberg möchte seine Kinder

Leicht wird die Entscheidung nicht. Denn es gibt zwei Unbekannte: Erstens: Bleiben die Kinder aus dem Havelwinkel wirklich wie gewünscht in Sandau? Havelbergs Bürgermeister hat in einem Brief nun auch schriftlich bekundet, dass die Grundschule Havelberg ab 2019 mit den Kindern aus Garz, Warnau, Jederitz und Kuhlhausen rechnet. Weil auch das Elbe-Havel-Land nicht auf sie verzichten will, werden wohl übergeordnete Stellen entscheiden.

Zweitens ist nicht planbar, welchen Einfluss die Freie Schule Kamern auf die Zahlen für die staatlichen Schulen haben wird. Es sind aktuell neun Kinder in der 1. bis 3. Klasse in Kamern, die zum Einzugsbereich der Sandauer Schule gehören. „Wir müssen realistisch sein und damit rechnen, dass uns durch die Freie Schule Kinder verloren gehen“, so Bürgermeisterin Steffi Friedebold. Entsprechend eines vom So­zialausschuss erteilten Arbeitsauftrages legte sie nicht nur die aktuellen Zahlen vor, sondern auch nun acht anstatt der anfangs fünf Varianten, wie die Schulentwicklungsplanung aussehen könnte.

Was wollen die Wuster?

„Ziel muss es sein, alle Schulen als Hauptstandorte zu erhalten“, machte Silvio Wulfänger seinen Standpunkt deutlich. „Die Kinderzahlen sind stabil.“ Und er stellte eine nicht unwichtige Frage, die bei der Diskussion zu berücksichtigen ist: „Die Wuster Kinder lernen nun in Schönhausen. Bisher hieß es, dass sie ab kommendem Schuljahr in Klietz eingeschult werden sollen. Wollen die Eltern das noch?“ Steffi Friedebold erklärte, dass die Eltern rechtzeitig ins Boot geholt und um ihre Meinung gebeten werden sollen. „Wir fangen jetzt bei der Diskussion quasi bei Null an. Bis Jahresende müssen wir wissen, wohin die Reise geht. Denn zum Jahresbeginn müssen wir dem Landkreis unsere Planung vorlegen.“

Holger Borowski wies darauf hin, dass die Kinder der Gemeinden nicht auseinander gepflückt werden dürfen – damit spielte er auf eine der Varianten an, dass die Hohengöhrener nach Klietz gehen. Und Jürgen Masch möchte, dass die Scharlibber wieder in Klietz beschult werden, „auch die Molkenberger müssen zu unserem Einzugsbereich gehören! Es war ein großer Fehler, das damals zu ändern. Denn diese Kinder fehlen in Klietz.“

Das sind die Varianten, die die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung des Sozialausschusses mit Zahlen unterlegt vorlegt:

Alles bleibt wie bisher (aber: Klietz rutscht mittelfristig unter 60 Schüler und ob die Havelwinkel-Kinder in Sandau bleiben können, ist fraglich.

Schönhausen; Klietz mit Einzugsbereich Wust und Umgebung sowie Molkenberg und Scharlibbe; Sandau mit Havelwinkel.

Schönhausen mit Wust; Klietz mit Einzugsbereich Hohengöhren und Hohengöhrener Damm, Molkenberg und Scharlibbe; Sandau mit Havelwinkel.

Schönhausen; Klietz mit verändertem Einzugsbereich als Hauptstandort mit mindestens 60 Schülern und Sandau als Nebenstandort mit mindestens 40 Schülern.

Schönhausen Haupt- standort und Klietz und Sandau als Nebenstandorte (nicht empfehlenswert, das zwei Nebenstandorte organisatorisch nicht zu händeln sind).

 Schönhausen; Klietz mit den Sandauer Kindern mit Havelwinkel.

Eine Grundschule für die Verbandsgemeinde mit Sitz in Klietz.

Schönhausen und Sandau als Hauptstandorte und Klietz als Nebenstandort (diese Variante bat Silvio Wulfänger auch noch mit in die Betrachtung aufzunehmen, um somit wirklich alle Möglichkeiten diskutieren zu können).